Henrike von Platen

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Henrike von Platen, 2019

Henrike von Platen (* 16. Januar 1971 in Bremen) ist eine deutsche Wirtschaftsdiplom-Informatik-Betriebswirtin (VWA), Unternehmensberaterin und Interim-Managerin. 2017 gründete sie das Fair Pay Innovation Lab, eine gemeinnützige GmbH, die Unternehmen bei der praktischen Umsetzung von Lohngerechtigkeit unterstützt und sich für mehr Entgeltgleichheit im Unternehmensalltag einsetzt.[1] Sie war bis 2016 Präsidentin des Frauennetzwerks Business and Professional Women Germany und engagierte sich in dieser Funktion viele Jahre für den Equal Pay Day. Mit ihrer frauenpolitischen Verbandstätigkeit setzte sie sich insbesondere für eine paritätische Besetzung von Frauen und Männern in Führungspositionen und Entgeltgleichheit ein.[2]

Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Henrike von Platen ist in Bonn und auf Teneriffa aufgewachsen. Sie hat einen englischen Schulabschluss erworben und später ein Studium zur Wirtschafts-Diplom Informatik-Betriebswirtin (VWA) in Berlin absolviert. Seit 1998 arbeitet sie als selbständige Unternehmensberaterin mit den Schwerpunkten Wirtschaftsförderung und Standortoptimierung. Als Interim-Managerin und geschäftsführende Gesellschafterin ist sie seit 2005 für Unternehmen in Berlin aus der Branche Erneuerbare Energien tätig. Im Jahr 2000 gründete sie mit zwölf weiteren Frauen den Aktionärsverein Hexensabbat Club, „um gemeinschaftlich am Aktienmarkt anzulegen“, der auf 30 Frauen anwuchs und deren Geschäftsführerin sie bis 2010 war.[3][4] 2015 wurde sie zur Hochschulrätin der Hochschule für angewandte Wissenschaften München ernannt.[5]

Frauenpolitisches Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie ist ehrenamtlich seit 2008 im Bundesvorstand des Verbandes Business and Professional Women (BPW), eines der international ältesten und größten Frauennetzwerke.[6] Dem BPW Germany stand sie von 2010 bis 2016 als Präsidentin vor.[7] In ihrer Amtszeit setzte sich der Verein besonders für die Themen Frauen in Führungspositionen und geschlechtergerechte Löhne ein.[8] Henrike von Platen war eine der Initiatorinnen und ist Organisatorin des jährlichen Equal Pay Day.[9][10][11][12] 2011 initiierte sie die parteiübergreifende Berliner Erklärung mit,[13] aus der auch die Aktion Spitzenfrauen fragen Spitzenkandidaten im Mai 2013 hervorging.[8] Mit Vorsitzenden anderer Frauenverbände sowie Politikerinnen startete sie im Juni 2016 das FairPay-Bündnis für eine gerechte Entlohnung von Frauen.[14][15] Als aktives Mitglied ist sie im Frauennetzwerk FidAR Frauen in die Aufsichtsräte e.V. und dem International Women’s Forum IWF tätig[16]. Sie ist Initiatorin der Online-Petition FairPay heute.[17]

Henrike von Platen wird als Expertin v. a. zu den Themen Frauenquote und Gender Pay Gap von Qualitätsmedien zitiert und interviewt[18] und zu Podiumsdiskussionen eingeladen.[19] Unter dem Motto Frauen und Arbeit – Ungleichheiten und Diskriminierung diskutierte sie auf Einladung der Bundeszentrale für politische Bildung 2016 bei einem Podiumsgespräch zu den Hintergründen der Entstehung und Bekämpfung von Entgeltungleichheit.[20] Am 23. März 2018 eröffnet sie das „Equal Pay Global Forum“ mit internationalen Expertinnen im Rahmen der 62. Frauenrechtskommission in New York.[21]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mitautorin des Forschungsprojekts Frauen in der Kommunalpolitik der neuen Länder im Auftrag des Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer. Abschlussbericht, Berlin, 12. April 2013 (pdf)
  • Equal Pay Day in Germany. In: Exchange of good practices on gender equality. European Commission Juni 2013 (pdf)
  • Equal Day: BPW Germany bringt eine Kampagne ins Rollen. In: Eine Forderung wird zur Kampagne. Sieben Jahre Equal Pay Day. Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-8305-3428-0, S. 8–14.
  • Herausgeberin und Autorin: Neue Courage! Business and Professional Women (BPW) Germany 1931–2016. Barbara Budrich Verlag, 2016, ISBN 978-3-8474-2012-5.[22]
  • Frauen mit Geld, Männer mit Imageproblemen. In: Vanessa Conin-Ohnsorge, Martina Lackner, Angelika Weinländer-Mölders: Side by Side: Männer an der Seite erfolgreicher Frauen. Haufe Verlag, 2018, ISBN 978-3-648-12096-5.
  • Autorin in: Erfolgreiche Frauen im Portrait : geben Tipps zu Beruf, Familie und Karriere., herausgegeben von Petra Nabinger, LITTERA-Verlag, 2018, ISBN 978-3-945734-27-8.[23]

Artikel (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fair, abgerufen am 12. Februar 2019
  2. mehr Chancengerechtigkeit zwischen Frauen und Männern, abgerufen am 23. Februar 2019
  3. Steffen Vogel: Mit viel Spaß betreiben Berliner Frauen einen Investmentclub - und verdienen damit ordentlich. Hexensabbat in Charlottenburg. In: Berliner Zeitung. 24. Juli 2007.
  4. Carola Ferstl: Niemals Pleite. Der Geldratgeber für clevere Frauen. FinanzBuch-Verlag, München 2009, ISBN 978-3-89879-427-5, S. 22–25 Vorschau in der Google-Buchsuche
  5. Henrike von Platen wird Hochschulrätin an der Hochschule München. Mitteilung der Hochschule für angewandte Wissenschaften München, 23. Oktober 2015. (pdf)
  6. Andrea Och, Katharina Daniels: Lust auf Macht: Wie (nicht nur) Frauen an die Spitze kommen. Linde Verlag, Wien 2013, ISBN 978-3-7093-0493-8, S. 233.
  7. Henrike von Platen. In: The Huffington Post. März 2014.
  8. a b Henrike von Platen, Ursula von der Leyen, Monika Schulz-Strelow, Markus Theunert, Thomas Sattelberger, Carsten Wippermann und andere.: Neue Courage! Business and Professional Women (BPW) Germany 1931 - 2016. Hrsg.: Henrike von Platen im Auftrag des BPW Germany. Barbara Budrich Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-8474-2012-5, S. 90–106, 142 ff.
  9. Andrea Nahles: Gute Gesellschaft und ein neues Leitbild für die Gesellschaft. In: Denkwert Demokratie (Hrsg.): Roadmap 2020. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-593-39991-1, S. 238.
  10. Gender Pay Gap. Wer verdient was? Henrike von Platen fordert Equal Pay und auch mehr Transparenz, DRadio Wissen
  11. Equal Pay Day. Wut zur Lücke: Warum Frauen weniger verdienen. In: Der Tagesspiegel. 19. März 2015.
  12. Simone Smollack: Debatte Equal Pay Day. 79 Tage mehr arbeiten. In: Taz. 19. März 2016.
  13. Initiatorinnen Berliner Erklärung
  14. Anja Dobrodinsky: Fair Pay: Neues Bündnis für gerechte Entlohnung von Frauen. (Memento vom 14. August 2016 im Internet Archive) Inforadio RBB, 5. Juli 2016.
  15. FairPay-Bündnis
  16. W.I.N WOMEN in Germany, abgerufen am 12. Februar 2019
  17. Die Initiatorinnen - fairpay heute. In: fairpay-heute.de. Abgerufen am 20. Juli 2016.
  18. Darunter:
  19. Darunter: Geschlechterdimensionen der Finanzmarktkrise: Trifft es Frauen anders? Podiumsdiskussion mit Henrike von Platen, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, 11. Dezember 2008. Warum es so wenig Frauen in der Kommunalpolitik gibt, Podiumsdiskussion, Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, 2. April 2014. „Qualität versus Quote oder Qualität durch Quote?“, Pro Quote Regie, Berlinale 2016
  20. Frauen und Arbeit - Ungleichheiten und Diskriminierung, APuZ-Forum am 7. März 2016 in Berlin. Audio-Aufnahme hrsg. von: Bundeszentrale für politische Bildung
  21. Equal Pay Global Forum, Bericht der Bücherfrauen, abgerufen am 17. Januar 2019
  22. Neue Courage, abgerufen am 12. Februar 2019
  23. Erfolgreiche Frauen im Portrait, abgerufen am 12. Februar 2019