Henry (2015)

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Filmdaten
OriginaltitelHenry
Henry Plakat.jpg
ProduktionslandDeutschland, Österreich
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2015
Länge53 Minuten
Stab
RegiePhilipp Fussenegger
DrehbuchPhilipp Fussenegger,
Constanze Klaue
ProduktionLisa Thalhammer
MusikConstanze Klaue,
Viola Evers,
Klaus Evers,
Dominik Susteck
KameraDino Osmanovic
SchnittJudy Lankammer
Besetzung

Henry ist ein deutsches mittellanges Spielfilmdrama des in Österreich geborenen Regisseurs Philipp Fussenegger, das am 24. Oktober 2015 bei den 49. internationalen Hofer Filmtagen seine Premiere feierte.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der musisch hochbegabte, aber emotional introvertierte Henry (14) kommt zum neuen Schuljahr an ein privates und abgeschiedenes Musikinternat. Dort trifft er auf den ehrgeizigen wie selbstbewussten Mitschüler Erik (14), der als herausragender Organist das Aushängeschild der Schule ist. Henry muss in Eriks Zimmer einziehen und wird von diesem in den Schulalltag eingeführt. Dabei geraten beide zunehmend unter Druck: Der eine, weil er aus seiner Isolation gedrängt wird und der andere, weil der Neuankömmling sein Können mehr und mehr in Frage stellt. Denn Henry entdeckt nicht nur seine Faszination und Leidenschaft für das von Erik bevorzugte Orgelspiel, sondern auch erste Gefühle für Eriks Freundin. Die beiden werden zu erbitterten Konkurrenten. Erik, Mik (14) und Sebastian (13) hänseln und sabotieren Henry, wo immer es geht. Einzig beim heimlichen Orgelspiel findet Henry die ersehnte Ruhe und Zuflucht vor den Problemen im Internat. Als schließlich die Musiklehrerin und Chorleiterin auf Henrys Talent aufmerksam wird, verschlimmert sich seine Position gegenüber den Zimmerkameraden. Erik und seine Freunde setzen alles daran, um Henry die Hölle auf Erden zu bereiten. Am Ende fließt nicht nur Blut, Erik muss zudem das Internat für immer verlassen.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Produktionsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich bei Henry um eine Produktion der Kunsthochschule für Medien Köln. Für Regisseur Philipp Fussenegger, der hier studiert hat und die Regie des Films übernahm, hat das im Film angesprochene Thema Musik auch autobiografische Züge, weil er selbst Schüler an einem Musikkonservatorium gewesen ist, was ihn in seinem Leben nach eigenen Aussagen geprägt hat.[1]

Produziert wurde der Film von funfairfilms und der Kunsthochschule für Medien Köln in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Fernsehen und Film München. Viele förderten das Vorhaben, wie die Film und Medien Stiftung NRW, Come On / Kultur Niederösterreich, das Land Salzburg, das Land Vorarlberg sowie das Kolleg Sankt Blasien. Trotz allem wurde die Produktion teurer als gedacht und so musste die Produktion mittels einer Crowdfunding-Aktion weitere Gelder akquirieren. Eigens dafür stellte der Schauspieler Leon Löwentraut, der die Rolle des Mik spielt, sogar einige seiner international gehandelten Gemälde zur Verfügung.[2]

Auf VIMEO[3] kann man sich das Making-Of zum Film ansehen.

Casting[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philipp Fussenegger (r.) mit den Schauspielern Nino Böhlau (l.) und Lukas Till Berglund

Weil der Regisseur die Rollen mit den besten Darsteller besetzen wollte, lud die Produktion deutschlandweit 400 Jugendliche zum Casting ein. Am Ende stach neben Lukas Till Berglund, der die Hauptrolle spielte, vor allem der junge Nino Böhlau heraus. Er überzeugte nicht nur schauspielerisch, für seine Rolle musste er in kurzer Zeit zudem Teile aus Chopins Revolutionsetüde lernen. Diese spielte er schon nach nur wenigen Übungen nahezu fehlerfrei. Später während des Drehs, so der Regisseur, habe die größte Schwierigkeit darin bestanden, „dass es keinen fortlaufenden Dreh gab, sondern wir uns nach dem Schulkalender unserer Protagonisten und unserer Drehorte richten mussten. Die Dreharbeiten wurden in den schulischen Alltag des Kollegs Sankt Blasien integriert. Wenn die Schüler im Unterricht waren, haben wir in den Gängen gedreht, gab es keinen Orgelunterricht im Festsaal, dann haben wir uns zum Klavier oder an die Orgel gesetzt. Die ganze Crew hat auch immer mit dem Lehrpersonal oder den Internatsgruppen zu Mittag gegessen. Somit hat uns das Internat einen Drehrhythmus vorgegeben, dem wir uns anpassen mussten. Im Nachhinein gesehen, ist es irgendwie amüsant, dass auch das Filmteam einen getakteten Tagesablauf im Kolleg durchlaufen musste. “[4]

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Henry feierte am 24. Oktober 2015 im Rahmen der 49. internationalen Hofer Filmtagen[5] seine Premiere. Am 9. März 2016 wurde der Film auf der Diagonale ’16 Kaleidoskop[6] in Österreich gezeigt. Danach folgten 2016 viele Aufführungen auf den unterschiedlichsten Festivals wie in Athen[7], Montreal[8] oder im französischen Fipa[9]. Im April 2016 während des 5. Internationalen Studentenfilmfestivals Sehsüchte[10] lief Henry im Programm und war für den Produzentenpreis[11] nominiert.

Im Juli 2016 wurde Henry für den deutschen First Steps Award[12] in der Kategorie Bester mittellanger Film nominiert, den er schließlich gewann. Kurz darauf geht der Film unter dem Label Österreichische Kurzfilmschau 2017 der Akademie des Österreichischen Films international auf Tour.[13]

Rezension[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bayerischer Rundfunk: „Philipp Fussenegger macht vor, wie man mit wenigen Mitteln faszinierende Charaktere zeichnet – ohne zu viel zu verraten, ohne psychologisch herumzudoktern, einfach mit Bildern und Klängen, die einen fast hypnotischen Sog erzeugen.“[14]

FAZ „Ungleich schillernder trat Philipp Fussenegger auf. Äußerlich irgendwo zwischen Hochelf und Kristalllüster, bot er nun allen Zweiflern an seinem Film „Henry“ die verspiegelte Stirn: „Viele haben anfangs gesagt, das schaffst du nicht. Aber ich habe mir und allen anderen immer wieder gesagt, wir schaffen das. Wir schaffen das!“ Kunstpause, politischer Nachsatz: „Ach, und wenn ich das als Österreicher sagen kann – dann schafft ihr das auch“.“[15]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Henry – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Philipp Fussenegger: Zitat zur Schulzeit am Musikinternat. (Nicht mehr online verfügbar.) fffyeah.com, 14. November 2015, archiviert vom Original am 2. September 2016; abgerufen am 13. Juni 2016 (deutsch). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fffyeah.com
  2. Express.de: Kunsttalent feiert am Samstag mit „Henry“ Premiere : Leon Löwentraut: Jetzt ist er auch Filmstar. Abgerufen am 31. August 2016.
  3. Making-Of. Abgerufen am 13. Juni 2016.
  4. Zitat zur Schulzeit am Musikinternat. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 2. September 2016; abgerufen am 13. Juni 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fffyeah.com
  5. Michael Wopperer: 5 Nachwuchsfilmemacher für die Zukunft des deutschen Kinos. www.br.de, 21. Oktober 2015, abgerufen am 13. Juni 2016.
  6. Diagonale 2016 Filminfo. Abgerufen am 11. Juni 2016.
  7. Program 2016. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 10. Juni 2016; abgerufen am 13. Juni 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/athensfilmfest.org
  8. MONTREAL WORLD FILM FESTIVAL. Abgerufen am 13. Juni 2016.
  9. Henry. Abgerufen am 13. Juni 2016.
  10. Program Sehsüchte 2016. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 12. Juni 2016; abgerufen am 12. Juni 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/2016.sehsuechte.de
  11. Sehsüchte 2016. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 12. Juni 2016; abgerufen am 12. Juni 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/2016.sehsuechte.de
  12. Nominierung FIRST STEPS Award 2016. Abgerufen am 13. August 2016.
  13. Österreichische Kurzfilmschau 2017 (PDF) Akademie desÖsterreichischen Films. Abgerufen am 8. Mai 2019.
  14. Michael Wopperer: 5 Nachwuchsfilmemacher für die Zukunft des deutschen Kinos. https://www.br.de/index.html, 21. Oktober 2015, abgerufen am 13. Juni 2016.
  15. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 21. September 2016.