Herbert Busemann

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Busemann (zweiter von rechts) mit Werner Fenchel, Alexander Alexandrow, Børge Jessen (1954)

Herbert Busemann (* 12. Mai 1905 in Berlin; † 3. Februar 1994) war ein deutschamerikanischer Mathematiker.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Busemann ging in Frankfurt und Essen zur Schule und studierte in München, Göttingen, Paris und Rom. Er promovierte 1931 an der Universität Göttingen bei Richard Courant (Über die Geometrien, in denen die „Kreise mit unendlichem Radius“ die kürzesten Linien sind), war dann (unbezahlter) Assistent bei Courant und Gustav Herglotz und emigrierte 1933 aus Deutschland nach Kopenhagen (er hatte einen jüdischen Großvater), wo er Dozent an der Universität war. 1936 bis 1939 war er am Institute for Advanced Study in Princeton und 1939 Instructor am Swarthmore College und der Johns Hopkins University. Ab 1940 war er Instructor und dann Assistant Professor am Illinois Institute of Technology. 1945 war er Assistant Professor am Smith College in Northampton und 1947 Professor an der University of Southern California, wo er bis zu seiner Emeritierung 1970 blieb und 1964 Distinguished Professor wurde.

Busemann beschäftigte sich vor allem mit Differentialgeometrie, der Geometrie konvexer Flächen, geodätischer Kurven, Finsler-Geometrie und Grundlagen der Geometrie im Rahmen des Riemann-Helmholtz Raumproblems und mit isoperimetrischen Problemen. Nach ihm ist die Busemann-Funktion benannt.

Er war Mitglied der Königlich Dänischen Akademie der Wissenschaften. 1984 erhielt er die Lobatschewski-Medaille. Sein Nachlass ist in der Deutschen Nationalbibliothek.

Schriften[Bearbeiten]

  • Introduction to algebraic manifolds, Princeton University Press 1939
  • mit Paul J. Kelly: Projective geometry and projective metrics, Academic Press 1953, Dover 2006
  • Convex Surfaces, Interscience 1958, Dover 2008
  • Geometry of Geodesics, Academic Press 1955, Dover 2005
  • Metric methods in Finsler spaces and in the foundations of geometry, Princeton University Press, Oxford University Press 1942
  • mit Bhalchandra Phadke: Spaces with distinguished geodesics, Dekker 1987
  • Recent synthetic differential geometry, Springer 1970

Quelle[Bearbeiten]

  • Aniko Szabo „Vertreibung, Rückkehr, Wiedergutmachung – Göttinger Hochschullehrer im Schatten des Nationalsozialismus“, Wallstein, S.482

Weblinks[Bearbeiten]