Herrin der Welt

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Filmdaten
OriginaltitelHerrin der Welt
ProduktionslandDeutschland
Frankreich
Italien
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1960
Länge98 (Teil 1), 89 (Teil 2) Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieWilhelm Dieterle
DrehbuchJo Eisinger
Harald G. Petersson
ProduktionArtur Brauner
MusikRoman Vlad
KameraRichard Angst
SchnittIra Oberberg
Besetzung

Herrin der Welt ist ein zweiteiliger deutsch-französisch-italienischer Abenteuerfilm von Wilhelm Dieterle aus den Jahren 1959/1960. Die Hauptrollen spielen Martha Hyer und Carlos Thompson.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem schwedischen Physiker Professor Johanson, Leiter des kernphysikalischen Instituts, ist es mit seinen geheimen Forschungen gelungen, aus Kernverschmelzung gebündelte Energie zu gewinnen. Diese Formel könnte die Welt revolutionieren, mit ihr ließen sich ungeheure Mengen Energie freisetzen. Schwedens Geheimdienst schickt seinen Top-Agenten Peter Lundström los, um den Wissenschaftler zu beschatten und eventuell vor Entführern zu schützen. Lundström heftet sich an die Fersen von Johanson, dabei lernt er dessen attraktive, blonde Tochter Karin kennen, die als Assistentin ihres Vaters arbeitet. Nachdem die Durchschlagskraft des Johanson‘schen Verfahrens bei einer Explosion erstmals bewiesen werden kann und infolge der flächendeckenden Zerstörung Johanson verletzt ins Krankenhaus überführt werden muss, beginnt eine Gruppe finsterer, internationaler Profiteure und Verschwörer reges Interesse an dieser Erfindung zu entwickeln. Professor Johanson ist in größer Gefahr.

Karin führt nunmehr die Forschungen ihres Vaters weiter und gerät dadurch gleichfalls in das Fadenkreuz der geheimnisvollen Gegner. Johanson selbst zieht sich in ein kambodschanisches Kloster zurück, um so aus dem Schussfeld der Gangster zu geraten und wieder zu genesen. Den internationalen Verbrechern gelingt es indes, die Johanson'sche Energieformel zu stehlen. Daraufhin heftet sich Karin an die Fersen der Diebe, unterstützt von Lundström. Doch der verfolgt auch eigene Ziele. Die Jagd führt die beiden rund um den Globus. Bald stellt sich heraus, dass hinter den finsteren Machenschaften eine gewisse Madame Latour steckt. Schließlich fällt der alte Johanson in ihre Hände. In Südostasien kommt es zwischen den Entführern sowie Lundström und Karin zum Showdown.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film orientiert sich lose an Joe Mays 1919 entstandenen Monumentalfilm Die Herrin der Welt. Die Uraufführung des ersten Teils war am 14. April 1960, der zweite, auch Herrin der Welt – Angkor Vat genannt, lief am 26. April 1960 an. Erstaufführungsort war Hamburg.

Die Entstehungszeit des Films waren die Monate September 1959 bis Februar 1960. Drehorte waren die Umgebung von Bangkok, Hongkong, Macau, Kambodscha, Nepal, Schweden, Nizza und Neapel.

Die umfangreichen Filmbauten wurden von Willi Schatz und Helmut Nentwig gestaltet. Die Kostüme stammen von Claudia Herberg. Harald G. Petersson verfasste das Drehbuch, das von seinem amerikanischen Kollegen Jo Eisinger umgeschrieben (und modernisiert) werden musste. Kameramann Richard Angst hat bei einigen Szenen ungenannt auch Regie geführt.

Die Gesamtkosten von Herrin der Welt beliefen sich laut Der Spiegel auf nahezu fünf Millionen DM. Damit war er einer der teuersten deutschen Spielfilme der (frühen) Nachkriegszeit.[1] Artur Brauner produzierte mit Herrin der Welt innerhalb von anderthalb Jahren nach dem rund vier Millionen Mark teuren Zweiteiler Der Tiger von Eschnapur und Das indische Grabmal ein weiteres ebenso exotisches wie aufwendiges Mammutprojekt.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das große Personenlexikon des Films nannte den Film „einen exotischen Abenteuerzweiteiler“.[2]

Der Spiegel sprach von einem „Spektakulum“ mit einer „abstrusen Story“.[3]

Das Lexikon des Internationalen Films schrieb über den ersten Teil: „Aufregend bunt inszeniert“ und urteilte über den zweiten: „Auch der kostspielige Aufwand entschädigt nicht für die zunehmend alberne Handlung.“[4]

Der Onlineauftritt von Cinema kam zu folgendem Schluss: „Trotz exotischer Schauplätze wie Kambodscha sehr hausbacken“. [5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Monumental-Filme: Ufa-Kintopp, 1. Teil. In: Der Spiegel 19/1960, 4. Mai 1960, S. 60–63, hier S. 63, abgerufen am 27. April 2018.
  2. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 2: C – F. John Paddy Carstairs – Peter Fritz. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 390.
  3. Monumental-Filme: Ufa-Kintopp, 1. Teil. In: Der Spiegel 19/1960, 4. Mai 1960, S. 60–63, hier S. S. 60, 63, abgerufen am 27. April 2018.
  4. Klaus Brüne (Red.): Lexikon des Internationalen Films, Band 3. Schüren, Marburg, 1987, ISBN 978-3-499-16322-7, S. 1587.
  5. Herrin der Welt (2). In: cinema.de, 13. März 2013, abgerufen am 27. April 2018.