Herz Jesu (Eilsleben)

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Außenansicht

Die Kirche Herz Jesu ist die katholische Kirche in Eilsleben, einer Gemeinde im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zur PfarreiSt. Marien“ mit Sitz in Oschersleben, im Dekanat Egeln des Bistums Magdeburg. Die nach dem Heiligsten Herz Jesu benannte Kirche befindet sich in der Ummendorfer Straße 5 (Ecke Fuchsberg).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 16. Jahrhundert wurde die Bevölkerung im Raum Eilsleben durch die Einführung der Reformation evangelisch-lutherisch.

Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts siedelten sich wieder Katholiken in größerer Zahl in Eilsleben an, es handelte sich überwiegend um Saisonarbeiter aus dem Eichsfeld. Später kamen auch Arbeiter aus Polen hinzu. Auch der Bau der Bahnstrecke Braunschweig–Magdeburg und weiterer Nebenstrecken brachte neue Arbeitsplätze nach Eilsleben. Zunächst gehörten sie zur Pfarrei im rund 11 Kilometer entfernten Meyendorf.

Im Juni 1896 erfolgte in Eilsleben die Grundsteinlegung für die die Herz-Jesu-Kirche, im Frühjahr 1897 wurde sie eingeweiht. In Folge des Zweiten Weltkriegs vergrößerte sich die Zahl der Katholiken auch in Eilsleben durch den Zuzug von Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches. Seit Anfang der 1990er Jahre ist die Herz-Jesu-Gemeinde durch eine Partnerschaft mit der Kirchengemeinde St. Joseph in Lünen (Erzbistum Paderborn) verbunden.[1] Von 1995 bis 1997 erfolgte eine umfangreiche Renovierung der Kirche, 2009 wurde ihre Orgel renoviert.

Am 13. Oktober 2007 wurde der Gemeindeverbund „Eilsleben – Großalsleben – Hadmersleben – Hamersleben – Hötensleben – Klein Oschersleben – Oschersleben – Sommerschenburg – Völpke“ errichtet, zu dem seitdem auch die Herz-Jesu-Kirche gehörte.[2] Am 28. November 2010 entstand daraus die heutige Pfarrei „St. Marien“.[3] Die Volkszählung in der Europäischen Union 2011 zeigte, dass von den 3879 Einwohnern der politischen Gemeinde Eilsleben 231, und somit 6 %, der römisch-katholischen Kirche angehörten.

Architektur und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenansicht

Die Kirche wurde als Backsteinbau im Stil der Neogotik errichtet. Zur Kirche gehört das angrenzende Gemeindehaus, auf dem sich ein kreuzbekrönter Dachreiter mit drei Glocken befindet. In dieser Bauform entstanden gegen Anfang des 20. Jahrhunderts auch andere Kirchen wie zum Beispiel St. Marien (Loburg), St. Josef (Löderburg), St. Paulus (Unterlüß) und Maria Hilfe der Christen (Wietze).

Das Kirchengestühl lässt einen Mittelgang frei und bietet 120 Sitzplätze. Die Deckenmalerei im Kirchenschiff stammt noch aus der Anfangszeit der Kirche, sie wurde später übermalt und bei der von 1995 bis 1997 erfolgten Renovierung wieder freigelegt und restauriert. Der Altarraum wird von einem Flügelaltar dominiert. Der von Meinolf Splett (1911–2009) aus Halle (Saale) gestaltete Flügelaltar befand sich zuvor im ehemaligen Seelsorgehelferinnenseminar in Magdeburg (Oststraße 18). Der Zelebrationsaltar ist ein Werk von Werner Nickel (* 1935) aus Nienburg (Saale). In der Apsis befindet sich eine Lamm-Gottes-Darstellung aus dem Jahre 1927. Links und rechts vom Altarraum befinden sich eine Herz-Jesu-Statue und eine Marienstatue, an den Seitenwänden 14 Kreuzwegstationen. Unter der Orgelempore befinden sich der Taufstein, ein Beichtstuhl, ein Kruzifix und ein kleines Relief mit einer Darstellung des heiligen Antonius von Padua. Ferner eine Pietà zum Gedenken an die Gefallenen, vor der Opferkerzen aufgestellt werden können. Im Kirchhof erinnert ein Missionskreuz an die Volksmission von 1959, ferner befindet sich dort eine kleine Mariengrotte.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Herz Jesu (Eilsleben) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.erzbistum-paderborn.de/38-Nachrichten/13783,Bereichernde-Partnerschaften.html
  2. http://www.bistum-magdeburg.de/front_content.php?idcat=1400&idart=2411&lang=5
  3. Gemeindeverbunds-Brief des Gemeindeverbundes Oschersleben, Ausgabe Herbst 2010.

Koordinaten: 52° 9′ 0,3″ N, 11° 12′ 15,5″ O