Pfarrkirche St. Marien Unbefleckte Empfängnis

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Sankt-Mariae-Kirche

Die Sankt-Mariae-Kirche ist eine katholische Kirche in Oschersleben (Bode) in Sachsen-Anhalt.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Turm
Portal

Die Kirche entstand in den Jahren 1867 bis 1869 nach Plänen Arnold Güldenpfennigs im Stil der Neogotik, ihre Weihe erfolgte 1872 durch Bischof Konrad Martin.[1] Sie wurde aus Backstein gebaut und verfügt neben dem Hauptschiff über zwei Seitenschiffe und fünf Joche. Über den Seitenschiffen befinden sich Strebebögen. Der Chor ist polygonal mit Seitenanbauten gestaltet. Der Obergaden des Hauptschiffes ist mit runden Fenstern versehen, welche von einer breiten Spitzbogenblende gefasst werden.

Der Turm mit seinen drei Glocken steht auf quadratischem Grundriss nördlich des Schiffs, ist jedoch in das Schiff mit einbezogen. Über einen kleinen, gleichfalls quadratischen Treppenturm gelangt man in den Bereich unterhalb des Glockenstuhls, von wo aus der Dachstuhl betreten werden kann. Ein mit Blendmaßwerk vorgetäuschtes Fenster ziert über dem Portal den Zugang zur Kirche.

Innengestaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick zur Orgelempore

Schiff und Chor sind mit einem Rippengewölbe versehen. Das Hauptschiff wird durch rechteckige Pfeiler auf denen breite Spitzbogenarkaden ruhen von den beiden Seitenschiffen abgetrennt. An der Nordseite erhebt sich über dem Hauptportal die Empore mit der Orgel, die von der Orgelbaufirma Jehmlich aus Dresden geschaffen wurde. Das Orgelprospekt orientiert sich am neogotischen Stil der Kirche. Die Orgel verfügt über 2 Manuale, Pedal, 22 Register und eine mechanische Schleiflade. Die Orgelweihe fand am 5. Dezember 1997 statt.[2] Bemerkenswert ist ein Kruzifix, das sogenannte Pestkreuz aus dem Jahr 1360, das im rechten Seitenschiff zu finden ist, sowie eine Strahlenkranzmadonna in dem als Flügelaltar ausgeführten Hochaltar der Kirche, die im Zeitraum 1470/80 entstand. Die Seitenflügel des Altars zeigen die Verkündigung des Herrn und die Kreuzabnahme. Zur Ausstattung gehören ferner ein Taufbecken, 14 Kreuzwegstationen, ein Beichtstuhl, sowie Statuen der Heiligen Antonius von Padua, Elisabeth von Thüringen und Josef von Nazaret. Ein Relief stellt das Lamm Gottes mit der Siegesfahne dar. Im Vorraum der Kirche befindet sich eine Pietà, vor der Opferkerzen aufgestellt werden können.

Pfarrei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1858 wurde die katholische Kirchengemeinde Oschersleben gegründet,[3] und in einer Gaststätte fand die erste Heilige Messe statt. Noch im gleichen Jahr wurde eine Notkirche errichtet.

Seit dem 28. November 2010 gehört die in der Hornhäuser Straße 30 gelegene Kirche Unbefleckte Empfängnis zur Pfarrei St. Marien im Dekanat Egeln des Bistums Magdeburg.[4] Zu dieser Pfarrei gehören heute auch die katholischen Kirchen in Eilsleben, Erxleben, Großalsleben, Hadmersleben, Hamersleben, Harbke, Hötensleben, Klein Oschersleben, Ottleben, Schermcke, Sommerschenburg und Völpke. Auch der Wallfahrtsort Marienborn gehört zum Gebiet der Pfarrei. Die zuletzt ebenfalls zur Pfarrei gehörenden Kirchen in Barneberg und Hornhausen wurden 2010 bzw. 2012 profaniert. Auch die schon früher profanierte St.-Bernward-Kapelle in Neuwegersleben befindet sich im Einzugsgebiet der Pfarrei.

In Oschersleben befinden sich außer der Kirche auch folgende katholische Einrichtungen: die Kindertagesstätte St. Franziskus, die Grundschule St. Martin, das Vereinshaus, das Kloster St. Josef mit eigener kleiner Kapelle und das Pflege- und Seniorenheim Kardinal-Jaeger-Haus mit Rettungswache des Malteser Hilfsdienstes.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ute Bednarz in: Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen-Anhalt I: Regierungsbezirk Magdeburg. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 2002, ISBN 3-422-03069-7, Seite 677.
  • Martin Langer, Die Katholische Pfarrkirche St. Marien Oschersleben. Verlag Schnell & Steiner GmbH, Regensburg 2017
  • Die katholische Gemeinde Groß-Oschersleben in der preußischen Provinz Sachsen. Fredebeul & Koenen, Essen 1868.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sankt-Mariae-Kirche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.kathleben.de/aktuelles/wortedespfarrers.html
  2. Rüdiger Pfeiffer, Hans Schoene, Ausgewählte Orgeln im Bördekreis, Faltblatt, Hrsg.: Landkreis Bördekreis, Oschersleben Dezember 2000
  3. Festfolge zur Feier des 75jähr. Bestehens der kath. Gemeinde Oschersleben (Bode) am Sonntag, den 28. Mai 1933
  4. Gemeindeverbunds-Brief des Gemeindeverbundes Oschersleben, Ausgabe Herbst 2010.

Koordinaten: 52° 1′ 40″ N, 11° 13′ 11,6″ O