Heyersum

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Koordinaten: 52° 9′ 24″ N, 9° 48′ 45″ O

Heyersum
Gemeinde Nordstemmen
Wappen von Heyersum
Höhe: 96 m ü. NHN
Fläche: 4,89 km²
Einwohner: 1009 (18. Aug. 2014)
Bevölkerungsdichte: 206 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31171
Vorwahl: 05069
Heyersum (Niedersachsen)
Heyersum

Lage von Heyersum in Niedersachsen

Zufahrt zur ehemaligen Saline von 1698

Zufahrt zur ehemaligen Saline von 1698

Heyersum ist ein Dorf und östlicher Ortsteil der Gemeinde Nordstemmen im Landkreis Hildesheim. Nachbarortschaften sind im Norden Rössing, im Osten Klein Escherde sowie Groß Escherde und westlich neben Nordstemmen der Ortsteil Mahlerten. Südlich erhebt sich der Hildesheimer Wald.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Erwähnung findet der Ort 1022 in Aufzeichnungen des Michaelisklosters. Der Ortsname leitet sich von Hogeresem, Hoiereshem, Hogersem, Hoyersem zu Heyersum ab und wird als Hogers Heim gedeutet. Hier wurde seit etwa 1000 Jahren Salz gewonnen. Die einfache Salzgewinnung wurde 1604 mit einem Gradierwerk verbessert. Mit der zuletzt betriebenen Saline wurde 1876 die Salzgewinnung eingestellt.

Seit 1966 verbindet Heyersum die deutsch-französische Patenschaft mit St. Aubin.

Am 1. März 1974 wurde Heyersum in die Gemeinde Nordstemmen eingegliedert.[1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister/in[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeisterin ist Claudia Keidel (SPD).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Wappens der Gemeinde Heyersum stammt von dem in Isernhagen geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der schon die Wappen von Großburgwedel, Mellendorf, Wunstorf und vielen anderen Ortschaften in der Region Hannover entworfen hat.[2] Der Gemeinde wurde das Ortswappen am 16. Mai 1938 durch den Oberpräsidenten in Hannover verliehen. Die Überreichung durch den Landrat aus Alfeld wurde am 4. Juli desselben Jahres durchgeführt.[3]

Wappen von Heyersum
Wappenbeschreibung: „In Grün eine aufsteigende eingebogene goldene Spitze, beseitet von zwei abgewendeten silbernen Salzhaken.“
Wappenbegründung: Neben fruchtbaren Ackerbreiten sind offenbar die Salzquellen südlich des Dorfes, die bis in das vergangene Jahrhundert genutzt worden sind, Veranlassung und Grundlage der Siedlung Heyersum gewesen, deren Bestand sich bis in die Jungsteinzeit lückenlos zurückverfolgen läßt. Auf diese Tatsache weisen die beiden Salzhaken im grünen Felde hin, während der von unten in den Schild eingeschobene goldene Winkel die einst bei Heyersum gelegene Mahlstatt der „Gohe zum güldenen Winkel“ in der Erinnerung festhält.[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am östlichen Ortsausgang zur B1 stehen am Rand der Kreuzstraße zwei Kreuzsteine und ein Steinkreuz. Ihr Alter wird auf 450 bis 750 Jahre geschätzt. Nach einer Sage wurden sie von einer weisen Frau als Mittel gegen die Pest gesetzt. Für die auch als Sühnesteine bezeichneten Kreuzsteine gibt es keine dokumentierten Aufstellungsgründe mehr. [4]
  • Die St.-Mauritius-Kirche wurde um 1350 errichtet. Der wesentlich neuere Kirchturm kam erst 1836 hinzu.
  • Die denkmalgeschützten Gebäude der Saline von 1604 sind heute bewohnt. Hinter ihnen befindet sich noch heute der Salzteich.
  • Mitte des 16. Jahrhunderts befanden sich zwei Mühlen auf dem Mühlenberg, wo heute das hölzerne Kreuz steht. Außerdem war dort früher die Gerichtsstätte. 1639 wurde dort wegen Hexerei eine Mutter verbrannt und ihre Kinder, 13 und 14 Jahre alt, wurden enthauptet.
  • Das hölzerne Kreuz des Deutschen Ostens wurde 1961 auf dem Mühlenberg errichtet und nach Zerstörungen 1990 und 2006 neu eingeweiht.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hasso Plötze: Heyersum: eine Jugend auf dem Dorfe. Husum 1994 ISBN 3-88042-714-3
  • Gerhard Puhrsch: Dorfchronik von Heyersum: ein Heimatbuch. Heyersum 1984
  • Gemeinde Heyersum (Hrsg.): Festschrift zur 950-Jahrfeier: 1022–1972. Köhler, Adlum 1972

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heyersum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 205.
  2. Landkreis Hannover: Wappenbuch Landkreis Hannover. Im Selbstverlag des Autors veröffentlicht, Hannover 1985
  3. a b Wilhelm Barner: Wappen und Siegel des Kreises Alfeld. Verlag: Lax GmbH & Co. KG, Hildesheim 1998 (Neubindung)
  4. www.suehnekreuz.de