Groß Escherde

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Groß Escherde
Gemeinde Nordstemmen
Wappen von Groß Escherde
Koordinaten: 52° 9′ 19″ N, 9° 50′ 46″ O
Höhe: 117 m ü. NHN
Fläche: 5,55 km²[1]
Einwohner: 636 (30. Jun. 2020)[2]
Bevölkerungsdichte: 115 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31171
Vorwahl: 05069
Groß Escherde (Niedersachsen)
Groß Escherde

Lage von Groß Escherde in Niedersachsen

St.-Johannes-Kirche
St.-Johannes-Kirche

Groß Escherde ist ein Dorf und östlicher Ortsteil der Gemeinde Nordstemmen im niedersächsischen Landkreis Hildesheim.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Groß Escherde liegt an der Bundesstraße 1 zwischen der Stadt Hildesheim und dem Gemeindezentrum. Nachbarortschaften sind im Norden Klein Escherde, im Osten Emmerke und westlich Heyersum. Südlich erhebt sich der Hildesheimer Wald.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname leitet sich von Hesschehirithi über Hesserthe, Escherte zu Escherde ab. Im Jahre 1203 stiftet Lippold von Escherte die Kirche und vier Hofstellen seines Gutes Escherte für die Gründung eines Benediktinerinnenklosters. Das Kloster wurde 1236 in das noch heute bestehende, ruhiger am Hildesheimer Wald gelegene Haus Escherde verlegt. Mit der ersten Erwähnung von Klein Escherde („in parvo Escherde“) ist im Jahr 1258 auch das Vorhandensein des zweiten Ortes mit diesem Namen im Hochstift Hildesheim belegt. Ein romanisches Türbogenfeld im Inneren der heutigen Groß Escherder Kirche erinnert an den mittelalterlichen Bau, der 1891 wegen Baufälligkeit abgebrochen wurde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen verlor die Gemeinde Groß Escherde am 1. März 1974 ihre politische Selbständigkeit und wurde ein Ortsteil der Gemeinde Nordstemmen.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1910 382 [4]
1925 381 [5]
1933 334 [5]
1939 339 [5]
1950 719 [6]
1956 626 [6]
1973 734 [1]
2015 621 [7]
2020 636 [2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat von Groß Escherde setzt sich aus einer Ratsfrau und sechs Ratsherren folgender Parteien zusammen:[8]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbürgermeister ist Gerald Ludewig (SPD). Sein Stellvertreter ist Armin Rettig (fraktionslos).[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Groß Escherde
Blasonierung: „Auf rotem Wappenschild liegen zwei aufgerichtete goldene Schlüssel mit nach außen gerichteten Bärten.“[9]
Wappenbegründung: Das im Jahre 1203 durch Lippold von Escherde an seinem Stammsitz Groß Escherde begründete Kloster ward bereits im Jahre 1236 nach dem Dorfe Bovingehusen, dem heutigen Haus Escherde, verlegt, wo es bis 1810 bestand. Das an den Toren des Klosters angebrachte Wappen seines Stifters ist die Grundlage für das Wappen der Gemeinde Groß-Escherde. Die Schlüsseln stehen für das Symbol der Eigenständigkeit und der Verantwortung für ihre Verwaltung. Das Wappen wurde bis zur Eingemeindung nach Nordstemmen im Dienstsiegel von Groß Escherde geführt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke

  • St.-Johannes-Kirche
  • Bürgerhaus

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Groß Escherde – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindeverzeichnis für Niedersachsen. Gemeinden und Gemeindefreie Gebiete. Eigenverlag, Hannover 1. Januar 1973, S. 30, Landkreis Hildesheim-Marienburg (Digitalisat [PDF; 21,3 MB; abgerufen am 9. Juli 2020]).
  2. a b Einwohnerzahlen in der Gemeinde Nordstemmen. In: Webseite Gemeinde Nordstemmen. 30. Juni 2020, abgerufen am 9. Juli 2020.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 205.
  4. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Hildesheim. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 5. Januar 2020, abgerufen am 9. Juli 2020.
  5. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Hildesheim (Siehe unter: Nr. 14). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. a b Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1957 (Bevölkerungs- und Gebietsstand 25. September 1956, für das Saarland 31. Dezember 1956). W. Kohlhammer, Stuttgart 1958, S. 167 (Digitalisat).
  7. Einwohnerzahlen in der Gemeinde Nordstemmen. In: Webseite Gemeinde Nordstemmen. 31. Dezember 2015, archiviert vom Original am 18. Januar 2016; abgerufen am 9. Juli 2020.
  8. a b Ortsrat von Groß Escherde. In: Webseite Gemeinde Nordstemmen. Abgerufen am 4. Juli 2017.
  9. August Söding: Wappenbuch Landkreis Hildesheim-Marienburg. Hrsg.: Heimatbund des Landkreises Hildesheim-Marienburg e. V. (= Heimatkundliche Schriftenreihe. Nr. 7). Schwitalla Verlag, Himmelsthür 1966, S. 106–107.