Hilal Sezgin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hilal Sezgin (* 29. Mai 1970 in Frankfurt am Main) ist eine türkisch-deutsche Schriftstellerin, Publizistin und Journalistin.

Hilal Sezgin 2011

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hilal Sezgin ist die Tochter der Islamwissenschaftler Ursula und Fuat Sezgin. Sie besitzt die deutsche und die türkische Staatsbürgerschaft. Nach dem Abitur in Braunschweig studierte sie in Frankfurt am Main Philosophie mit den Schwerpunkten Moralphilosophie und Politische Theorie sowie Soziologie und Germanistik.[1] Sie lebt in einem Dorf im Landkreis Lüneburg.[2]

Publizistische Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sezgin ist eine der wenigen muslimischen Autorinnen, die in Deutschland für überregionale Zeitungen berichten.[3] Sie befasst sich vor allem mit Feminismus, Islam und Islamophobie sowie Tierethik.[4] Sezgin schreibt Hintergrundtexte, Essays und Kolumnen für Zeitungen und Zeitschriften,[5] so die Kolumne Meine Tiere, die seit 2011 in der Frankfurter Rundschau und der Berliner Zeitung erscheint. Seit 2006 ist sie eine der Schlagloch-Kolumnistinnen auf der Meinungsseite der taz. Von 2007 bis 2010 gehörte sie zu den vier regelmäßigen Autoren des Islamischen Worts beim SWR.

Als Buchautorin debütierte sie 1999 mit dem historischen Kriminalroman Der Tod des Maßschneiders.

Eine Sammlung von Feuilleton-Artikeln, die sie für die Frankfurter Rundschau schrieb, erschien 2005 in Buchform: Kleines ABC der Freiheiten. 2006 folgte das Sachbuch Typisch Türkin?, in dem sie die neue Generation türkischstämmiger deutscher Frauen porträtierte. Gemeinsam mit Nasr Hamid Abu Zaid veröffentlichte sie Mohammed und die Zeichen Gottes (2008), ein Buch über den Koran und die Zukunft des Islams.[6] Sie setzt sich für die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften ein[7] und verteidigt das Recht muslimischer Frauen, in Beruf und Öffentlichkeit Kopftuch zu tragen.[8] 2010 initiierte sie einen mit Sie sind unser Präsident überschriebenen Offenen Brief deutscher Muslime an den damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff.[9] 2011 gab sie ein Sammelwerk unter dem Titel Das Manifest der Vielen heraus. Im Buch kritisieren 30 Autorinnen und Autoren mit Migrationshintergrund die Thesen Thilo Sarrazins in dessen Buch Deutschland schafft sich ab.[10][11]

Über Tiernutzung, Tierrechte und Veganismus veröffentlichte Hilal Sezgin 2014 zwei Bücher, das von Landwirten und Jägern abgelehnte[12] Artgerecht ist nur die Freiheit sowie Hilal Sezgins Tierleben. Sezgin kritisiert Umweltschützer wegen ihres Fleischkonsums,[13] spricht sich gegen Zoos aus[14] und betreibt einen Gnadenhof.[15]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hilal Sezgin ist Mitglied des Liberal-Islamischen Bundes und Jurymitglied der Sachbuch-Bestenliste der Süddeutschen Zeitung sowie seit April 2016 auch in der Jury des NDR Kultur Sachbuchpreises.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2005: Lobende Erwähnung bei der Verleihung des Nachwuchspreises des Journalistinnenbundes[16]
  • 2010: Titel einer der European Muslim Women of Influence des "Strategic Dialogue"[17]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hilal Sezgin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Interview mit der Online-Zeitschrift Schattenblick, Oktober 2012, Abgerufen am 28. September 2014
  2. a b Deutschlandradio Kultur vom 16. März 2011: Rezension
  3. Nimet Şeker: Eine typische Türkin gibt es nicht. Porträt, quantara.de, 5. März 2009, online
  4. Selbstdarstellung auf der Webseite von Hilal Sezgin. Abgerufen am 28. September 2014
  5. Biographie bei Perlentaucher.de. Abgerufen am 28. September 2014
  6. Rezensionen bei Perlentaucher.de. Abgerufen am 28. September 2014
  7. Hilal Sezgin: Muslime für die Homoehe taz.de, 24. August 2011. Abgerufen am 24. Juli 2013
  8. Kopftuchfrauen. In: Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2010, online
  9. Sie sind unser Präsident. Offener Brief deutscher Musliminnen und Muslime an den Bundespräsidenten Christian Wulff. In: Die tageszeitung, 13. September 2010, online
  10. Seht ihr uns? Das "Manifest der Vielen" formiert sich gegen Sarrazin Zeit Online, 7. März 2011. Abgerufen am 29. September 2011
  11. Hilal Sezgin (Hg.) Manifest der Vielen
  12. Eckhard Fuhr: Wer Tierrechte will, bahnt der Euthanasie den Weg. In: Die Welt, 30. Januar 2014, online; Alfons Deter: Dürfen wir Tiere nutzen und töten? In: Top Agrar 8/2014, redaktionelle Erklärung, online
  13. Hilal Sezgin: Der Weltenretter ihr Fleisch, taz.de, 5. Oktober 2011
  14. Hilal Sezgin: Hinter den Kulissen des Vorzeige-Zoos, FAZ.net, 3. Juli 2014
  15. Hilal Sezgin: Ei, Ei, Ei, Weihnachten, taz.de, 19. Dezember 2007
  16. http://www.journalistinnenbund.de/verein/jb_nachwuchspreis/begruendung_nachwuchspreis_2005.html
  17. European Muslim Women of Influence, Broschüre zur Preisverleihung, London 2010