Hl.-Dreieinigkeits-Kirche (Hamburg-St. Georg)

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Dreieinigkeitskirche

Die Heilige-Dreieinigkeits-Kirche, oft auch St.-Georgs-Kirche genannt, steht im Hamburger Stadtteil St. Georg unweit der Langen Reihe, ganz in der Nähe des Hamburger Hauptbahnhofes und ist neben der Erlöserkirche in Borgfelde eine der beiden Predigtstätten der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Georg-Borgfelde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet des heutigen St. Georg gehörte seit dem Mittelalter ursprünglich zum Pfarrbezirk der Hamburger Hauptkirche St. Jacobi. Nach dem Bau der Hamburger Wallanlagen 1629 diente zunächst die Kapelle des St.-Georgs-Hospitals als Gemeindekirche für die außerhalb der Mauern gelegenen Gebiete,[1] die sich jedoch bald als zu klein für die wachsende Bevölkerung erwies.

Der daraufhin errichtete barocke Neubau aus dem Jahr 1747 wurde während der Bombenangriffe im Juli 1943 fast vollständig zerstört.

Wiederaufbau 1957[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Kirche wurde 1957 als innerstädtische Konzertkirche nach einem Entwurf des Architekten Heinz Graaf neu errichtet; sie gilt als besonders gelungenes Beispiel für die sakrale Architektur der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts. Der Wiederaufbau des Turmes, der bis auf einen Stumpf zerstört war, nach den ursprünglichen Plänen von Johann Leonhard Prey war am 21. Januar 1962 abgeschlossen. Außen befindet sich eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Wirkungszeit von Pastor Johann Wilhelm Rautenberg (1820–1865). Auf der Nordseite der Kirche wurde ein erhalten gebliebenes Barockportal in den Neubau eingefügt.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf den Altar

Der Eingang zur Kirche ist seitlich. Die Kirche bietet 700 Sitzplätze und eine vorzügliche Akustik. Der von der Seite belichtete Altarraum wird durch den Gegensatz von hellem Travertin und dunklem Dolomit bestimmt. Die 2003 erneuerten großen 20 Fenster sind von dem Glaskünstler Jochem Poensgen gestaltet.

Hinweise auf die Dreieinigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zahl Drei in den Darstellungen und der Ausstattung weist auf die Dreieinigkeit hin. Beispielsweise Kanzel - Altar - Taufe, Zahl der Fenster, der Oberlichter und der Emporen.[2] Über dem Altar eine Darstellung der göttlichen Dreieinigkeit von Karl Knappe: die Hände Gottes bei der Erschaffung der Welt, Christus mit seinen Jüngern beim Abendmahl, die Taube als Symbol des Heiligen Geistes, der Verbindung Gottes zu den Menschen.

Die Bibel auf dem Altar ist ein Geschenk des 1957 amtierenden Bundespräsidenten Theodor Heuss mit dessen eigenhändiger Widmung.

Christliche Symbole[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kruzifix wurde von Jürgen Weber geschaffen. Die farbigen Fenster mit ihren sparsamen Variationen von Rot und Weiß stammen aus der Werkstatt Gerhard Hausmann, ebenso die farbigen Fenster mit christlichen Symbolen unter der Orgel. In der Mitte das Chi-Rho (Christus-Monogramm), rechts und links daneben das Alpha und Omega, links außen die Ähre und rechts außen der Weinstock.

Kapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemalige Eingangshalle im Erdgeschoss des Turms ist heute Kapelle. Hier hat aus dem Ende des 15. Jahrhunderts stammende Kreuzigungsgruppe ihren Platz gefunden, die ursprünglich unter freiem Himmel vor der Kirche stand. Sie ist eines der ältesten Kunstwerke Hamburgs: Jesus am Kreuz, seine Mutter Maria und einer seiner Jünger, Johannes, trauernd daneben, die mit Jesus gekreuzigten Verbrecher links und rechts von ihm. Diese Gruppe bildete ursprünglich die letzte Station eines Kreuzweges, der am Mariendom begann.

Beachtenswert sind auch die Klinken der Kirchentüren von Karl Heinz Engelin mit den Symbolen der Evangelisten: an der Tür zur Kirche von der Pergola aus der Stier für Lukas und das Menschengesicht für Matthäus, am Barockportal an der Nordseite der Löwe für Markus und der Adler für Johannes. Am Eingangsportal zur Turmkapelle Jona und der Wal.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die alte Orgel der Dreieinigkeitskirche (III/62), war 1744 von Johann Dietrich Busch, einem Schüler von Arp Schnitger, erbaut worden, 1943 wurde sie im Hamburger Feuersturm zerstört.

In den Manualen hat immer das große Cis gefehlt. Der Orgelbauer Götzel ergänzte später in allen Pedalstimmen das Cis. Die Trompete 4′ im Hauptwerk hatte eine sonderbare Einrichtung: In den beiden tiefen Oktaven blieb das Register 4′ im Diskant, es ist aber als 8′ eingestellt. 62 Register, 8 Bälge, über 3000 Pfeifen. Aufzeichnung der Disposition am 1. Advent 1858 nach Theodor Cortum.

I Hauptwerk C–
1. Principal 16′
2. Oktave 8′
3. Viola da Gamba 8′
4. Weite Pfeife 8′
5. Gedackt 8′
6. Oktave 4′
7. Spitzflöte 4′
8. Nasat 3′
9. Oktave 2′
10. Rauschpfeife II
11. Mixtur III–VII
12. Cymbel III
13. Trompete 16′
14. Trompete 8′
15. Trompete 4′
Glockenspiel
II Oberwerk C–
16. Quintatön 16′
17. Principal 8′
18. Salicet 8′
19. Rohrflöte 8′
20. Oktave 4′
21. Rohrflöte 4′
22. Quinte 3′
23. Gemshorn 2′
24. Terzian II
25. Mixtur IV–VI
26. Trompete 8′
27. Oboe 8′
III Brustwerk C–
28. Principal 8′
29. Gedackt 8′
30. Flauto traverso 8′
31. Quintadena 8′
32. Oktave 4′
33. Flauto traverso 3′
34. Quinte 3′
35. Oktave 2′
36. Waldflöte 2′
37. Scharf VI
38. Dulcian 8′
Pedal C–
39. Subbass (offen) 32′
40. Principal 16′
41. Subbass (offen) 16′
42. Violon 8′
43. Rohrflöte 8′
44. Quinte 6′
45. Oktave 4′
46. Nachthorn
47. Rauschpfeife II
48. Posaune 32′
49. Posaune 16′
50. Dulzian 16′
51. Trompete 8′
52. Trompete 4′

Die heutige Orgel wurde 1959 von der Firma Walcker & Cie. erbaut. Das Instrument verfügt über 36 Register, verteilt auf drei Manuale und Pedal. 1971 wurde die Registertraktur elektrifiziert.[3]

Rund um die Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Heilige Georg mit dem Drachen im Hof der Dreieinigkeitskirche in St. Georg wurde 1958 von Gerhard Marcks geschaffen.
Kreuzigungsgruppe (1490, Künstler unbekannt)

Gerhard Marcks schuf im Jahre 1959 die neben dem Turm stehende Reiterstatue des Heiligen Georg, die ihn als Drachentöter zeigt. Sie ist zu einem Wahrzeichen des Stadtteils geworden.

Seit 2004 ist ein Nachguss der Kreuzigungsgruppe vom Ende des 15. Jahrhunderts außen vor dem Kirchturm auf den originalen mittelalterlichen Granitpostamenten aufgestellt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dreieinigkeitskirche, St. Georg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Adolf Diersen: Aus der Geschichte der Hammer Dreifaltigkeitskirche, Holzminden 1957, S. 9.
  2. Hl. Dreieinigkeitskirche St. Georg (Hrsg.): Heilige Dreieinigkeitskirche St. Georg. Faltblatt von ca. 2015.
  3. Info zur Orgel, gesehen 29. Juli 2016.

Koordinaten: 53° 33′ 23″ N, 10° 0′ 28″ O