Karl Heinz Engelin

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Plastik Der Faulenzer (1984), Hamburg-Volksdorf
Plastik Barhäuptiger Soldat beim Breisacher Stephansmünster (1955)

Karl Heinz Engelin (* 17. Oktober 1924 in Memel; † 1. Dezember 1986 in Hamburg[1]) war ein deutscher Bildhauer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1942 wurde Karl Heinz Engelin zum Militärdienst herangezogen und absolvierte an der Marineschule Kiel eine Ausbildung zum Wachingenieur auf einem U-Boot. Nach dem Militärdienst im Zweiten Weltkrieg und der Internierung arbeitete Engelin ab 1945 als Pferdeknecht in Ostholstein. 1947 absolvierte er sein Abitur im Schloss Plön. Anschließend studierte er Kunstgeschichte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und absolvierte gleichzeitig bis 1949 eine Steinmetzlehre. Bei dem Abschluss bekam er zwei Auszeichnungen. Anschließend war er an der Bauhütte des Freiburger Münsters tätig. Engelin studierte danach an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Freiburg, wo er Meisterschüler bei Wilhelm Gerstel war. 1953 erhielt er den Preis der Akademie Freiburg. Es folgte ein Studienaufenthalt in Paris, wo er an der Académie de la Grande Chaumière in Paris bei Ossip Zadkine studierte. 1954 heiratete er seine Studienkollegin aus der Freiburger Zeit Gisela Hommes (* 1931), die sich fortan Gisela Engelin-Hommes nannte und begann ein Studium an der Landeskunstschule Hamburg bei Edwin Scharff. Im darauffolgenden Jahr war er als Bronzegießer an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart tätig, angeleitet durch H. Heinzel. Ab 1959 hatte Engelin mit seiner Frau Gisela Engelin-Hommes ein gemeinsames Atelier in Hamburg am Hansaplatz 14.[2] Von 1963 bis 1970 folgte eine Zusatzausbildung in Bronzeguss, Schmelz- und Schweißverfahren für Edelstahl. 1980 wurde er ausgezeichnet mit dem Verdienstkreuz am Bande.

Engelin fertigte unter anderem über 40 Aufträge in Hamburg als Kunst am Bau oder als Kunst im öffentlichen Raum. Er schuf vorwiegend figürliche Plastiken, aber wendete sich auch der abstrakten Plastik zu. Er ist unter anderem mit Werken in den Sammlungen des Augustinermuseums in Freiburg, der Stadt Stuttgart, des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte in Schleswig, der Behörde für Kultur und Medien in Hamburg, der SAGA Unternehmensgruppe und der Hamburger Sparkasse vertreten.[3] Engelin wurde auf dem Friedhof Ohlsdorf beigesetzt. Seine Skulptur Der Faulenzer wurde als Relief von seiner Frau in den Grabstein hineingearbeitet.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Heinz Engelin. Plastik, Skulptur, Objekt, Radierung, Zeichnung, Lithographie. Busse Verlag, Herford, 1979 (mit einem Geleitwort von Gerhard Wietek)
  • SAGA GWG: Kunst im Quartier. Hamburgs großer Vermieter fördert Kultur in den Stadtteilen. Beispiele aus acht Jahrzehnten von Friederike Weimar und Ute Janssen, Hamburg 2008, S. 64, 65, 70, 71, 76–79 oder PDF-Seite 66, 67, 72, 73, 78–81 (PDF-Datei)
  • Maike Bruhns: Engelin, Karl Heinz. In: Der neue Rump. Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs, Altonas und der näheren Umgebung. Hrsg.: Familie Rump. Überarbeitete Neuauflage des Lexikons von Ernst Rump. Ergänzt und überarbeitet von Maike Bruhns, Wachholtz, Neumünster 2013, ISBN 978-3-529-02792-5, S. 113

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Karl Heinz Engelin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. westwind : Stadtteilmagazin für Osdorf und Umgebung, 2012, Nr. 3 (Seite 2, abgerufen am 7. November 2017; PDF; 2,3 MB)
  2. Eintrag der Adresse im Hamburger Adressbuch von 1960, wo nur er angegeben ist
  3. Hauptquelle: Der Neue Rump, 2013
  4. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler: Breisach am Rhein (Münsterberg), abgerufen am 7. November 2017
  5. Biografie und Skulptur Der Faulenzer in Volksdorf bei Treffpunkt Volksdorf