Holger Czukay

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Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[1]
Plight and Premonition (mit David Sylvian)
  UK 71 02.04.1998 (1 Wo.)
Cinema
  DE 64 30.03.2018 (1 Wo.)

Holger Czukay (* 24. März 1938 als Holger Schüring in Danzig; † 5. September 2017[2] in Weilerswist[3]) war ein deutscher Bassist, der als Bandmitglied und Mitbegründer der Band Can auch international bekannt wurde.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine musikalische Karriere begann Czukay 1960, als er seine ersten Aufnahmen machte und in einer Amateur-Jazzband spielte. Von 1963 bis 1966 studierte er Komposition bei Karlheinz Stockhausen an der Musikhochschule Köln. In den folgenden zwei Jahren arbeitete er gelegentlich als Musiklehrer, unter anderem war er am Artland-Gymnasium in Quakenbrück unter dem Namen Holger Schüring tätig. In jener Zeit nahm er an Sessions mit der Beatband The Remo Four teil. 1968 gründete er zusammen mit Irmin Schmidt, mit dem er in Köln studiert hatte, die Band Can. 1977 verließ er die Gruppe.

Als Solokünstler veröffentlichte er eine Reihe von Soloalben, auch mit Beteiligung ehemaliger Can-Mitglieder. Er arbeitete mit einigen internationalen Künstlern zusammen, darunter in den frühen 1980er Jahren mit Jah Wobble, The Edge, den Eurythmics, David Sylvian, Brian Eno, oder auch Phew. 1983 arbeitete er mit der Band Trio. 1987 spielte er die Hauptrolle in dem Experimentalfilm Krieg der Töne, zu dem er auch die gesamte Musik beisteuerte und in dem auch Trio-Sänger Stephan Remmler auftrat. Zu Beginn der 1990er Jahre arbeitete Czukay mit Künstlern wie Peter Gabriel oder Annie Lennox; außerdem trat er seitdem oft gemeinsam mit seiner Partnerin Ursula Schüring („U-She“/„Ursa Major“)[4] in Erscheinung.

Mitte der 1990er Jahre kam es zu mehreren gemeinsamen Projekten mit Air Liquide beziehungsweise mit dem Air-Liquide-Musiker Dr. Walker alias Ingmar Koch.

Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grab von Holger Czukay neben seiner Ehefrau Ursula auf dem Kölner Melaten-Friedhof
Trauergesteck des Plattenlabels Rough Trade Records auf dem Grab von Czukay

Am 5. September 2017 wurde Czukay im „Can-Studio“, einem ehemaligen Kino, das er auch als Wohnung nutzte, in Weilerswist bei Köln von einem Nachbarn tot aufgefunden. Da die Todesursache noch unbekannt ist, ermittelt die Kriminalpolizei zu den näheren Todesumständen.[3][5] Er verstarb fünf Wochen nach seiner Frau Ursula, die am 28. Juli im Alter von 55 Jahren gestorben war.[4] Czukay wurde am 14. September 2017 neben Ursula Schüring auf dem Kölner Melaten-Friedhof beigesetzt.[6] Das Grab befindet sich dort im Flurstück "T".[7] Holger Czukays letzte Ruhestätte liegt schräg gegenüber dem Grab des Schlagzeugers und Can-Bandkollegen Jaki Liebezeit, der etwa acht Monate vor Czukays Ableben an einer Lungenentzündung gestorben war.

Holger-Czukay-Preis für Popmusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2019 wurde bekannt, dass der in diesem Jahr erstmals ausgelobte und mit 15.000 Euro dotierte Popmusik-Preis der Stadt Köln nach Holger Czukay benannt werden soll.[8] Laut Ratsvorlage soll dadurch das Vermächtnis Holger Czukays geehrt werden; der Name soll die zukünftigen Preisträger „in eine Verbindung mit dem außergewöhnlichen Werk dieses Künstlers“ stellen und zugleich helfen, den Preis überregional bekannt zu machen.[9]

Ausgezeichnet werden Einzelpersonen, Bands oder Institutionen, die sich mit „herausragenden Leistungen“ um die Popmusikszene der Stadt verdient gemacht haben.[10] Am 11. September 2019 wurden die ersten Preisträger bekanntgegeben, am 31. Oktober die Preise verliehen: Den mit 15.000 Euro dotierten Hauptpreis erhielt der Musiker und Künstler Wolfgang Voigt, den Ehrenpreis das CAN-Gründungsmitglied Irmin Schmidt.[11][12]

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diskografie mit Can siehe unter Can.

  • 1968: Canaxis (mit Rolf Dammers)
  • 1979: Movies
  • 1981: On the Way to the Peak of Normal
  • 1981: Biomutanten/Menetekel (als Les Vampyrettes mit Conny Plank)
  • 1982: Full Circle (mit Jah Wobble und Jaki Liebezeit)
  • 1983: Snake Charmer MINI LP (mit Jah Wobble und The Edge)
  • 1984: Der Osten ist rot
  • 1987: Rome Remains Rome
  • 1988: Plight and Premonition (mit David Sylvian)
  • 1989: Flux and Mutability (mit David Sylvian)
  • 1991: Radio Wave Surfer
  • 1993: Moving Pictures
  • 1997: Clash (mit Dr. Walker)
  • 2003: The New Millennium (mit U-She)
  • 2006: Good Morning Story
  • 2006: Time and Tide (mit U-She)
  • 2007: 21st Century (mit Ursa Major)
  • 2018: Cinema

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chartquellen: Deutschland / UK
  2. Traueranzeige. In: Zeitungsgruppe Köln, 13. September 2017 (abgerufen am 29. September 2017).
  3. a b Holger Czukay ist tot: Er starb im Can-Studio. Rolling Stone, 6. September 2017, archiviert vom Original am 6. September 2017; abgerufen am 6. September 2017.
  4. a b Traueranzeige Ursula Schüring
  5. ala: Rock-Avantgardist und Can-Bassist Holger Czukay tot aufgefunden. Spiegel Online, 6. September 2017, abgerufen am 6. September 2017.
  6. Holger Czukay: Die Angehörigen laden auch Fans zur Trauerfeier ein auf www.rollingstone.de, 12. September 2017
  7. Holger Czukay – Bestattung, Funeral. (PDF) spoonrecords.com
  8. Christian Bos: Popmusik-Preis der Stadt Köln – Musiker werden in Holger Czukays Namen geehrt. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 5. Juni 2019, abgerufen am 6. Juni 2019.
  9. Christian Bos: In Holger Czukays Namen: Der neue Popmusik-Preis der Stadt Köln hat einen Taufpaten gefunden. In: Kölner Stadt-Anzeiger. Köln 5. Juni 2019, S. 218.
  10. Köln ruft „Preis für Popmusik“ ins Leben. In: koeln.de-Newsletter. 29. Januar 2019, abgerufen am 6. Juni 2019.
  11. Stadt Köln Pressemitteilung vom 11. September 2019: Holger Czukay Preis für Popmusik der Stadt Köln 2019, abgerufen am 11. September 2019
  12. Christian Bos: Kölns Beitrag zur Weltmusikgeschichte – Can-Mitglied Irmin Schmidt und Techno-Produzent Wolfgang Voigt mit Holger-Czukay-Preis geehrt. In: Kölner Stadt-Anzeiger. Köln 2. November 2019, S. 28.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]