Holzhausen (Burbach)

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Holzhausen
Gemeinde Burbach
Koordinaten: 50° 44′ 6″ N, 8° 8′ 24″ O
Höhe: 343 (320–410) m
Fläche: 10,59 km²
Einwohner: 2311 (2015)
Bevölkerungsdichte: 218 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1969
Postleitzahl: 57299
Vorwahl: 02736
Karte
Lage des Ortes Holzhausen innerhalb der Gemeinde Burbach.
Holzhausener Bahnhof

Holzhausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Burbach im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen. Mit etwa 2311 Einwohnern ist der Ort nach Burbach der zweitgrößte der Gemeinde.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holzhausen liegt im Hickengrund im südlichen Siegerland direkt an der westfälisch-hessischen Landesgrenze. Der Ort befindet sich im Tal zwischen dem Gebirgskamm Die Höh (bis 598 m) im Norden und den Ausläufern des Westerwalds im Süden auf einer Höhe von ca. 380 m ü. NN. Holzhausen liegt etwa 7 km südöstlich von Burbach, 25 km südöstlich von Siegen und 12 km nordwestlich von Dillenburg. Es besteht eine Verbindung zur Bundesautobahn 45 und der B 54. Weiterhin existiert ein Haltepunkt an der Bahnstrecke Betzdorf–Haiger.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbarorte sind Würgendorf im Norden, Allendorf im Nordosten, Haiger und Flammersbach im Osten, Niederdresselndorf im Süden, Lützeln im Südwesten und Burbach (Siegerland) im Westen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1326 wurde der Ort Holzhausen erstmals urkundlich erwähnt. Um 1450 wurde die Holzhäuser Kapelle fertiggestellt. 1607 wurde Holzhausen von Haiger zum Kirchspiel Niederdresselndorf umgepfarrt und der Hickengrund durch Georg von Beilstein zur Amtsvogtei Burbach verlegt. Die Zuordnung des Hickengrundes wurde 1739 dann zur Nassau-Dietz’schen Linie mit Sitz in Dillenburg geändert. Im Jahre 1550 verfügte der Ort über eine lateinische Schule und 1584 kam eine deutsche Schule hinzu. 1634 überfielen die Schweden den Ort. Von 1806 bis 1812 war der Hickengrund Teil des unter Napoleon neuerstandenen Herzogtums Nassau, 1816 wurde Holzhausen Teil des preußischen Landkreises Siegen. 1820 war Holzhausen mit 800 Einwohnern neben Weidenau die zweitgrößte Gemeinde im Siegerland. Die Eisenbahnlinie Gießen–Köln führt durch den Hickengrund und wurde 1861 eröffnet. 1900 gab es 900 Einwohner im Ort. 1903 wurden in allen Fluren Wege angelegt. 1904 wurden Wasserleitungen gelegt, 1913 gab es den ersten Strom.

Das erste Opfer der Nazis im Siegerland war ein Dorfjunge aus Holzhausen. Er wurde am 7. Juli 1932 in seinem Elternhaus erschossen. Am 27. März 1945 befreiten die Amerikaner den Ort.

1966 gewann Holzhausen den Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“. Dies wiederholte sich im Jahr 2002. 1968 wurde eine Umgehungsstraße gebaut. Am 1. Januar 1969 wurde das Amt Burbach aufgelöst und der Ort im Zuge der kommunalen Neugliederung in die neue Großgemeinde Burbach eingegliedert.[1] 2001 fand die 675-Jahr-Feier des Ortes statt.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerzahlen des Ortes:[2]

Jahr Einwohner
1818 773
1885[3] 883
1895[4] 809
1905 903
Jahr Einwohner
1910[5] 902
1925[6] 1001
1933[7] 1021
1939[7] 998
Jahr Einwohner
1950 1252
1961[8] 1392
1967 1737
1994[9] 2377

Ehemalige Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1956–1969: Erich Krumm († 3. August 2000)[10]

Infrastruktur und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Holzhausen liegt nordwestlich der Landstraße 730 und südlich der Bundesstraße 54.
  • Durch den Ort führt keine größere Straße. Am östlichen Ende zweigt von der L 730 die L 911 in Richtung Allendorf ab.
  • Die nächste Auffahrt zur A 45 ist „Haiger-Burbach“ und liegt 3 km nördlich vom Ort.

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holzhausen verfügt über einen Haltepunkt an der Hellertalbahn, hier verkehrt die Linie RB96 (Betzdorf(Sieg) – Herdorf – Neunkirchen – Haiger – Dillenburg) der Hessischen Landesbahn, Betriebsbereich Dreiländerbahn täglich im Stundentakt.

Industrieansiedlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein kleines Industriegebiet liegt am westlichen Ende des Ortes.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort verfügt über eine große Anzahl historischer Bauten. Besonders sehenswert ist die Holzhäuser Kirche, deren Baugeschichte bis ins 13. Jahrhundert zurückgeht. Im Glockenturm befinden sich noch zwei Glocken aus den Jahren 1450 und 1459. Des Weiteren sind das Fachwerkhaus mit dem Namen „Fiesterhannes“ (zu deutsch „Fensterhannes“) aus dem Jahre 1691 und der über 250 Jahre alte Backes sehenswert.

Schule und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1560 gab es die erste Lateinschule im Dorf, 21 Jahre später, 1581, wurde die reformierte Lehre eingeführt. 1998 wurde die „Alte Schule“ restauriert.

Zwischen 1877 und 1879 wurden verschiedene Vereine im Ort gegründet, 1919 kam ein politischer hinzu, der erste SPD-Ortsverein im Siegerland wurde gegründet. Neben den genannten gibt es einen Männergesangverein und eine Freiwillige Feuerwehr im Ort.

Im Süden des Ortes liegt der Sportplatz der Sportgemeinschaft Hickengrund e.V., die bereits 1919 gegründet wurde.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurt Becker: Unsere Väter – die Bergleute der Grube Bautenberg zwischen Gilsbach und Wilden, Dill und Westerwald, Dillbrecht 1994

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 69.
  2. Otto Schaefer: Der Kreis Siegen, Siegen 1968
  3. Westfälisches Gemeindelexikon 1887, S. 110 / 111
  4. Westfälisches Gemeindelexikon 1897, S. 112 / 113
  5. gemeindeverzeichnis.de: Landkreis Siegen
  6. genealogy.net: Amt Burbach
  7. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Stadt und Landkreis Siegen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  8. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 203.
  9. Rolf Betz: Burbach (Memento des Originals vom 25. November 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lwl.org (PDF; 7,4 MB), ca. 1995
  10. „Den Toten ein ehrendes Gedenken“, Siegerländer Heimatkalender 2001, S. 45, 76. Ausgabe, Hrsg. Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein e.V., Verlag für Heimatliteratur