Icod de los Vinos

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Gemeinde Icod de los Vinos
Iglesia de San Marcos
Iglesia de San Marcos
Wappen Karte der Kanarischen Inseln
Wappen von Icod de los Vinos
Icod de los Vinos (Kanarische Inseln)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Kanarische Inseln
Provinz: Santa Cruz de Tenerife
Insel: Teneriffa
Koordinaten 28° 22′ N, 16° 43′ WKoordinaten: 28° 22′ N, 16° 43′ W
Höhe: 235 msnm
Fläche: 95,92 km²
Einwohner: 22.558 (1. Jan. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 235,18 Einw./km²
Postleitzahl: E–38430
Gemeindenummer (INE): 38022 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Bürgermeister: Juan José Dorta Alvarez (PSOE) (Stand 2005)
Adresse der Gemeindeverwaltung: Plaza Luis de Leon Huertas, 1
38430 Icod de los Vinos
Website: www.icoddelosvinos.es
Lage der Gemeinde
Tenerife municipio Icod de los Vinos.svg

Icod de los Vinos ist eine Gemeinde im Nordwesten der Kanareninsel Teneriffa mit 22.558 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Icod de los Vinos liegt 56 Kilometer westsüdwestlich von der Inselhauptstadt Santa Cruz de Tenerife. Nachbargemeinden sind La Guancha im Osten, La Orotava im Südosten, Santiago del Teide und Guía de Isora im Süden und Garachico im Westen.

Die Gemeinde Icod de los Vinos hat eine Fläche von 95,9 km² auf einer durchschnittlichen Höhe von 235 m über dem Meeresspiegel.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile von Icod de los Vinos

Die Gemeinde Icod de los Vinos besteht aus zwölf Ortsteilen:

  • Buen Paso (mit Hoya Ana Diaz)
  • Cueva del Viento (mit La Candelaria, La Patita, Lomo Las Lajas, Los Piquetes und Pedregal)
  • El Amparo
  • Fuente la Vega (mit Cruz del Camino und Las Abiertas)
  • La Florida
  • La Mancha
  • La Vega (mit El Molledo und Mirabal Alto)
  • Las Cañas
  • Icod de los Vinos
  • San Felipe
  • San Marcos
  • Santa Bárbara (mit Llanito Perera und Penichet)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Icod de los Vinos wurde 1496 von Konquistadoren gegründet, nachdem die gesamte Insel im Jahr zuvor vollständig von den Spaniern erobert worden war. Der Name leitet sich von Icod, einem ehemaligen Stammesgebiet der Guanchen auf dem Gebiet des heutigen Ortes ab. Der Zusatz „de los Vinos“, der ab dem sechzehnten Jahrhundert entstand und den Ort von Icod el Alto unterscheidet, kommt vom Weinanbau in der Gegend um Icod im Weinbaugebiet Ycoden-Daute-Isora, der bereits zur Gründungszeit des Ortes begann. Aufgrund der günstigen naturräumlichen Gegebenheiten wurde das Tal von Icod von Beginn an für die Landwirtschaft genutzt. Im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert wuchs der Ort und die wichtigsten Gebäude und Kirchen entstanden. 1676 zählte Icod de los Vinos 3000 Einwohner. 1812 wurde der Ort zum Hauptort des Bezirks Daute ernannt, was 1826 auch vom spanischen König Fernando VII. beschlossen und 1833 endgültig festgelegt wurde. Seit dem 20. Jahrhundert führt Icod de los Vinos den seit Gründung des Ortes wichtigen Wein sowie den bekannten Drachenbaum Drago Milenario im Wappen.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Icod de los Vinos steht der Drago Milenario, der bekannteste Drachenbaum, zumindest der Kanaren. Noch bis vor kurzem nahm man an, er sei rund 3000 Jahre alt, nach neueren Erkenntnissen wird sein Alter jedoch auf etwa 400 Jahre[3] geschätzt.

Drachenbaum Drago Milenario in Icod de los Vinos

Oberhalb der Parkanlage mit dem Drachenbaum steht die Iglesia de San Marcos, die im 16. Jahrhundert erbaut wurde.[4] Die mehrfach vergrößerte Kirche weist ein bemerkenswertes Renaissanceportal auf. Die Kirchendecke aus Tea, dem Kernholz der Kanarischen Kiefer wurde im 16. Jahrhundert eingezogen. Der Barockaltar ist mit silbernen Ornamenten geschmückt. Das filigrane Silberkreuz stammt aus Kuba.

Im Ortsteil Santa Bárbara befindet sich das Puppenmuseum ARTlandya[5] für Charakterpuppen 42 verschiedener international bekannter Puppenkünstler. Zusätzlich gibt es eine Teddyausstellung verschiedener Teddydesigner. Das Museum befindet sich in alten renovierten kanarischen Steinhäusern, auf einer Finca mit tropischem Garten.

Die Cueva del Viento ist die fünftlängste Lavahöhle der Welt.[6]

Im Ortsteil San Marcos befindet sich die Playa de San Marcos, ein Strand aus schwarzem Vulkansand.

Playa de San Marcos

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Icod de los Vinos ist mit Santa Cruz de Tenerife und Puerto de la Cruz über die ab Los Realejos als Nordautobahn ausgebaute Straße TF-5 verbunden. Die TF-5 führt in südlicher Richtung weiter nach El Tanque, über den Pass von Erjos kann man von El Tanque aus die Südautobahn TF-1 bei Santiago del Teide erreichen. In Icod befindet sich ein Busbahnhof (Estacion de guaguas de Icod de los Vinos).

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1860 5.414
1900 7.282
1930 12.124
1960 18.019
1970 24.949
1990 22.449
2000 19.977
2005 24.290
2010 24.231
2014 22.913
2016 22.606

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1979 wird die Gemeinde von demokratisch gewählten Bürgermeistern verwaltet.

Jahr Bürgermeister Partei
1979–1983 Carmelo Méndez Quintero Asamblea Icodense (AI)
1983–1991 Carmelo Méndez Quintero Partido Socialista Obrero Español (PSOE)
1991–2007 Juan José Dorta Álvarez Partido Socialista Obrero Español (PSOE)
2007–2011 Diego Afonso Guillermo Coalición Canaria (CC)
2011–2015 Juan José Dorta Álvarez Partido Socialista Obrero Español (PSOE)
2015–2017 Francisco Javier González Díaz Coalición Canaria (CC)
 seit 2017 José Ramón León Somos Icodenses (IC)

Im Jahr 2007 wurde der CC-Bürgermeister im Rahmen einer Vereinbarung mit der PP gewählt.

Ende 2016 wurde ehemalige Bürgermeister Juan José Dorta Álvarez (PSOE) wegen mehrfachen Amtsmissbrauchs von 2003 bis 2007 zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt, ebenso acht seiner damaligen Stadträte.[7]

Am 17. August 2017 wurde der Bürgermeister Francisco Javier González Díaz (CC) per Misstrauensantrag vom Gemeinderat abgewählt.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Icod de los Vinos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Historia, Ayuntamiento Icod de los Vinos, abgerufen am 2. April 2017.
  3. Schönfelder: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. Stuttgart 2002, ISBN 3-440-09361-1.
  4. Iglesia de San Marcos y bienes muebles vinculados. Gobierno de Canarias, abgerufen am 27. Januar 2018 (spanisch).
  5. ARTlandya
  6. Bob Gulden: Worlds longest lava tubes. 1. Januar 2015, abgerufen am 7. Januar 2016.
  7. Ex-Bürgermeister und Stadträte verurteilt (PDF) In: Kanarenexpress. 22. Dezember 2016.
  8. Icod de los Vinos: Bürgermeister gestürzt (PDF) In: Wochenblatt. 26. August 2017.