Jörg Schönenborn

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Jörg Schönenborn, 2015
Jörg Schönenborn (2014)

Jörg Schönenborn (* 5. September 1964 in Solingen) ist ein deutscher Journalist, Fernsehmoderator, Fernsehdirektor des Westdeutschen Rundfunks (WDR) und ein Mitglied der Atlantik-Brücke.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Sohn eines Werkzeugmachers und einer Groß- und Außenhandelskauffrau wuchs Jörg Schönenborn mit seinem jüngeren Bruder in Solingen auf, legte dort am Humboldtgymnasium sein Abitur ab und absolvierte von 1983 bis 1988 in den Bereichen Journalistik und Politikwissenschaft sein Studium an der damaligen Universität Dortmund. Dort lernte er auch seine Ehefrau Jona Teichmann kennen, die er im Jahre 1990 heiratete und die derzeit in der WDR Hörfunksparte die Programmgruppe Regionales leitet. Das Paar wohnt in Hilden.[1][2]

Berufliche Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Volontariat beim WDR arbeitete Schönenborn von 1986 bis 1990 als freier Journalist für Hörfunk und Fernsehen und war anschließend für zwei Jahre Hörfunkredakteur im WDR-Studio Wuppertal. In den Jahren von 1992 bis 1997 arbeitete er als ARD-Nachrichtenkorrespondent in Nordrhein-Westfalen. Ferner war Schönenborn in dieser Zeit als Redakteur in der WDR-Fernsehredaktionsgruppe Zeitgeschehen Aktuell tätig, deren Leitung er 1997 übernahm.

1999 löste er Ulrich Deppendorf als Wahlmoderator der ARD ab und wurde im Januar 2002 Chefredakteur des WDR Fernsehens. Zudem moderiert er den Presseclub und ist bei gelegentlichen, vom WDR produzierten Sondersendungen zu sehen, wie beispielsweise im ARD-Brennpunkt. Am 22. November 2013 wurde Schönenborn vom Rundfunkrat des WDR zum neuen Fernsehdirektor gewählt[3] und trat am 1. Mai 2014 seinen neuen Posten an.

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schönenborn und Putin in Moskau (2013)
  • Im Dezember 2012 bezeichnete er den Rundfunkbeitrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens als „Demokratie-Abgabe“ und löste damit bundesweit eine heftige Debatte aus.[4]
  • Im April 2013 führte Schönenborn ein Fernsehinterview mit Wladimir Putin. Im Anschluss wurde in Blogs und sozialen Netzwerken kritisiert, er habe die Gesprächsführung an Putin verloren und sei nicht hinreichend gut auf das Gespräch vorbereitet gewesen.[5][6][7]
  • Im August 2015 wurde die WDR-Sendung Hart aber fair: Nieder mit den Ampelmännchen vom 2. März 2015 aufgrund von Beschwerden von Lobbygruppen aus der Mediathek gelöscht.[8] Schönenborn verteidigte dies am 24. August 2015 als „souveräne Entscheidung der Programmverantwortlichen“.[9] Nach Protesten gegen diese Entscheidung und Zensurvorwürfen[10] musste Schönenborn diese Entscheidung am 31. August 2015 als „nicht richtig“ zurücknehmen und die Sendung wieder in die Mediathek stellen.[11]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jörg Schönenborn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jörg Schönenborn auf munzinger.de
  2. Uli Schmidt: Wahlabende als Nervenkitzel. In: Rheinische Post, 31. Mai 2012.
  3. WDR-Rundfunkrat // Jörg Schönenborn zum WDR-Fernsehdirektor gewählt. In: presseportal.de, 22. November 2013.
  4. Thomas Pany: Keine Zwangsabgabe, sondern gesellschaftliche Solidarität und "Demokratie-Abgabe"? In: heise online, 30. Dezember 2012.
  5. Der russische „Fuchs“ lässt Schönenborn zittern. In: Focus, 9. April 2013.
  6. Jakob Schulz: "Wie heißen Sie übrigens?" In: Süddeutsche Zeitung, 7. April 2013.
  7. Putin knackt WDR-Mann im TV-Interview. In: B.Z., 7. April 2013.
  8. Inge von Bönninghausen, Karin Junker: Ohrfeige für Plasberg: Ampelmännchen muss in Giftschrank. In: frauenrat.de, 20. August 2015.
  9. Diskussion um "Hart aber Fair"-Sendung. In: WDR, 24. August 2015.
  10. Michael Hanfeld: Der WDR setzt auf Zensur. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. August 2015.
  11. „Hart aber fair“-Sendung wieder in der Mediathek. In: WDR, 31. August 2015.
  12. atlantik-bruecke.org, abgerufen am 7. April 2013.
  13. welt.de: Jörg Schönenborn erhält Eselorden