Menso Folkerts

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Menso Folkerts (* 22. Juni 1943 in Eschwege) ist ein deutscher Wissenschafts- und Mathematikhistoriker.

Menso Folkerts studierte von 1962 bis 1967 klassische Philologie und Mathematik an der Universität Göttingen, wo er 1967 promoviert wurde (Boethius“ Geometrie II, ein mathematisches Lehrbuch des Mittelalters, Franz Steiner, Wiesbaden 1970). 1968 legte er das Staatsexamen in Göttingen ab und wurde dann 1969 wissenschaftlicher Assistent am Institut für Geschichte der exakten Wissenschaften und Technik an der TU Berlin, wo er sich 1973 habilitierte. Ab 1976 war er Professor an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und ab 1980 Professor für Geschichte der Naturwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2008 ging er in den Ruhestand.

Folkerts beschäftigte sich u. a. mit lateinischen Euklidausgaben des Mittelalters, frühen mittelalterliche Mathematik-Aufgabensammlungen, mittelalterlichen Texten, die das Rechnen im indisch-arabischen Dezimalsystem aufgriffen, und mit Regiomontanus. Zudem ist er Mitherausgeber von Teilen der Nicolaus Copernicus Gesamtausgabe.

Seit 1985 ist er Kuratoriumsmitglied im Deutschen Museum und seit 1986 Mitglied der „Académie Internationale d'Histoire des Sciences“ (seit 1981 korrespondierendes Mitglied). Von 1985 bis 1988 war er Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik. Seit 1989 ist er Mitglied der Leopoldina.[1] Seit 1998 ist er korrespondierendes Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften (wo er seit 2007 Vorsitzender der Kommission für Wissenschaftsgeschichte ist), seit 1999 Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und seit 2008 korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. 2013 erhielt er den Kenneth-O.-May-Preis.

Im Rahmen seiner Gauß-Forschungen entwickelte Menso Folkerts eine Briefdatenbank, die alle Briefe von und an Gauß enthält. Auf der Grundlage dieser Datenbank wird seit 2016 im Auftrag der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen die Gauß-Briefdatenbank aufgebaut, die online zur Verfügung steht.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitgliedseintrag von Prof. Dr. Menso Folkerts (mit Bild) bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 6. Juli 2016.