Jürgen Koppelin

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Jürgen Koppelin im Plenum des Deutschen Bundestages

Jürgen Koppelin (* 14. September 1945 in Wesselburen) ist ein deutscher Politiker (FDP).

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Nach der Mittleren Reife absolvierte Koppelin zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann und war anschließend von 1965 bis 1969 Soldat auf Zeit beim Aufklärungsgeschwader 52 der Luftwaffe. Danach arbeitete er bis 1972 für den FDP-Bundestagsabgeordneten Walter Peters. Von 1972 bis 1981 war er als Vertriebs- und Promotionmanager bei Philips/PolyGram in Zürich und Hamburg tätig. 1981 wechselte er als Leitender Redakteur zum Norddeutschen Rundfunk nach Kiel. Hier moderierte er unter anderem die samstägliche Sendung Notenlotto.

Von 1994 bis Januar 2014 war er Mitglied im Aufsichtsrat der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), die ab 1. Januar 2011 in Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) umbenannt wurde, und ist seit 2006 im Verwaltungsrat der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Darüber hinaus engagiert er sich als Kuratoriumsmitglied von Aktion Deutschland Hilft e.V., dem Bündnis der Hilfsorganisationen, sowie als Beirat in der Deutsch-Vietnamesischen Gesellschaft.

Seit 2013 ist Koppelin ehrenamtlicher Vorsitzender des Beirates der Treuhänderischen Stiftung zur Unterstützung besonderer Härtefälle in der Bundeswehr und der ehemaligen NVA (Härtefall-Stiftung), die auf seine Initiative hin gegründet wurde.

Jürgen Koppelin ist evangelisch, verheiratet und Vater von zwei Töchtern[1]. Koppelin wohnt in Bad Bramstedt und in Sankt Peter-Ording

Partei[Bearbeiten]

Koppelin ist seit 1962 Mitglied der FDP. Er war von 1979 bis 1983 und von 1993 bis 2007 Mitglied des FDP-Bundesvorstands. Von 2003 bis 2005 gehörte er außerdem dem Präsidium der FDP an, verzichtete nach zwei Jahren aber auf eine Wiederwahl und schlug Philipp Rösler als seinen Nachfolger vor, der daraufhin auf dem 56. Parteitag der FDP in das Präsidium der FDP gewählt wurde. Nach dem Rücktritt von Wolfgang Kubicki wurde Koppelin 1993 zum Landesvorsitzenden der FDP Schleswig-Holstein gewählt. Dieses Amt übte er bis November 2011 aus. In dieser Funktion führte er für die FDP im Oktober 2009 mit dem CDU-Vorsitzenden Peter Harry Carstensen die Verhandlungen zur Bildung einer schwarz-gelben Koalition in Schleswig-Holstein. Seit November 2011 ist er Ehrenvorsitzender der FDP in Schleswig-Holstein.

Abgeordneter[Bearbeiten]

Von 1990 bis 2013 war Koppelin Mitglied des Deutschen Bundestages und dort von 1998 bis 2009 Parlamentarischer Geschäftsführer und haushaltspolitischer Sprecher seiner Partei als Nachfolger von Günter Rexrodt. In dieser Zeit sorgte er dafür, dass die FDP-Fraktion als einzige einen Sozialplan für ihre Mitarbeiter entwickelte, der dann 2013 nach dem Scheitern der Partei an der Fünfprozenthürde umgesetzt wurde. Von 2009 bis 2013 war Koppelin Obmann der FDP im Haushaltsausschuss. Von 1991 bis 2013 war er Stellvertretender Vorsitzender der Deutsch-ASEAN-Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag und von 2002 bis 2013 Vizepräsident der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft. Er war von 1998 bis 2009 Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion und anschließend bis 2011 stellvertretender Fraktionsvorsitzender.

Jürgen Koppelin ist stets über die Landesliste Schleswig-Holstein in den Bundestag eingezogen.

Als einer von nur drei FDP-Abgeordneten stimmte Jürgen Koppelin am 28. Oktober 2010 gegen die Verlängerung der AKW-Laufzeiten.[2] Ebenso stimmten Koppelin und drei weitere FDP-Bundestagsabgeordnete am 1. März 2013 gegen das Leistungsschutzgesetz (Urheberrechtsgesetzt).[3]

Am 10. Mai 2011 kandidierte Koppelin erneut als stellvertretender FDP-Bundestagsfraktionsvorsitzender und unterlag bei der Abstimmung seinem Gegenkandidaten Volker Wissing. Zuvor hatte er in einem Papier indirekt den Rücktritt der Fraktionsvorsitzenden Birgit Homburger gefordert.

Koppelin trat bei der Bundestagswahl 2013 nach 23 Jahren im Bundestag nicht mehr an.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Im Februar 2009 erhielt Koppelin die Ehrendoktorwürde der Hanoi National Economics University (Vietnam).[5] Für sein Engagement zur Förderung des Jüdischen Museums in Berlin erhielt er durch W. Michael Blumenthal eine lebenslang gültige Eintrittskarte für das Museum. Koppelin wurde im Mai 2014 von der Mitgliederversammlung der Deutsche Parlamentarische Gesellschaft einstimmig zum Ehrenmitglied gewählt.

Sonstiges[Bearbeiten]

Einigen ist Koppelin weniger durch seine politische Arbeit bekannt als vielmehr durch die ironische Verwendung seines Namens in der Comedy-Serie „Stenkelfeld“ des NDR-Hörfunks, in der die fiktive Jürgen-Koppelin-Bildungsstätte eine wichtige Rolle spielt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.juergen-koppelin.de/Persoenlich/1386b82/index.html
  2. Endgültiges Ergebnis der Namentlichen Abstimmung Nr. 25
  3. bundestag.de
  4. http://www.fdp-sh.de/Juergen-Koppelin-Keine-erneute-Kandidatur/36052c64874i1p551/index.html
  5. FDP-Schleswig-Holstein: Koppelin erhält Ehrendoktorwürde, abgerufen am 7. März 2009

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jürgen Koppelin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien