Volker Wissing

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Volker Wissing (2020)

Volker Wissing (* 22. April 1970 in Landau in der Pfalz) ist ein deutscher Jurist und Politiker (FDP). Seit 2011 ist er Landesvorsitzender der FDP Rheinland-Pfalz, seit dem 18. Mai 2016 rheinland-pfälzischer Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau sowie erster stellvertretender Ministerpräsident und seit dem 19. September 2020 Generalsekretär der FDP,[1][2][3] zuvor amtierte er ab 2013 als Beisitzer im Präsidium der Bundespartei.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 1989 am Staatlichen Gymnasium Bad Bergzabern absolvierte Wissing ein Studium der Rechtswissenschaft an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken und an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau, welches er 1994 mit dem ersten juristischen Staatsexamen beendete. Nach Ableistung des Referendariats bestand er 1996 auch das zweite Staatsexamen und war anschließend Leiter der Widerspruchsstelle der Sonderabfallmanagement Gesellschaft (SAM) GmbH in Mainz. 1997 erfolgte seine Promotion zum Dr. jur. an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster mit der Arbeit „Überlassungspflichten begründende Gemeinwohlinteressen im System des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes. 1997 trat er als Richter beim Landgericht Zweibrücken in den Justizdienst des Landes Rheinland-Pfalz ein. Noch im Juli 1997 wechselte er als Staatsanwalt an das Landgericht Landau. Anschließend war er von März bis Dezember 1999 Richter am Amtsgericht Landau in der Pfalz. Von 2000 bis 2004 war Wissing als Persönlicher Referent des Justizministers von Rheinland-Pfalz, Herbert Mertin (FDP), abgeordnet. 2001 wurde er zum Richter am Landgericht ernannt. Am 27. Dezember 2013 berichtete die Online-Tageszeitung Pfalz-Express, dass Wissing zum neuen Generalsekretär des Senate of Economy International, der internationalen Dachorganisation des „Senates der Wirtschaft“ ernannt wurde.[4] Nach dem Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag gründete Wissing die auf Wirtschaftsrecht, Wirtschaftsstrafrecht, Erbrecht und Vermögensnachfolge ausgerichtete Kanzlei „Wissing Rechtsanwälte“. Zugleich erwarb er die Erbrechtskanzlei Dr. Kerscher und Kollegen und integrierte sie in seine Neugründung.

Volker Wissing ist evangelisch, verheiratet und Vater einer Tochter.[5]

Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1998 ist er Mitglied der FDP und seit 2001 Kreisvorsitzender der FDP Landau/Südliche Weinstraße. Wissing gehört außerdem seit 2000 dem Bezirksvorstand der FDP Pfalz und seit 2004 dem FDP-Landesvorstand Rheinland-Pfalz an. Seit 2007 ist er stellvertretender Landesvorsitzender der FDP Rheinland-Pfalz und Mitglied des FDP Bundesvorstandes. Er ist Vorsitzender des FDP-Bundesfachausschusses Finanzen- und Steuerpolitik. Wissing ist Mitglied im Schaumburger Kreis, einem Zusammenschluss des liberal-konservativen Wirtschaftsflügels in der FDP.

Am 7. Mai 2011 wurde Volker Wissing zum Landesvorsitzenden der FDP in Rheinland-Pfalz gewählt.

Am 7. Dezember 2013 wurde Wissing auf dem außerordentlichen FDP-Bundesparteitag zum Beisitzer des Präsidiums der FDP-Bundespartei gewählt.[6] Auf dem Bundesparteitag in Berlin am 15. Mai 2015 wurde er mit 80,9 % der Stimmen in diesem Amt bestätigt.[7] Auf dem Bundesparteitag 2017 wurde er wiederum in das Präsidium als Beisitzer gewählt. Am 17. August 2020 wurde Wissing als Nachfolger von Linda Teuteberg als Generalsekretär der FDP nominiert. Auf dem FDP-Bundesparteitag am 19. September 2020[8] wurde Volker Wissing mit 528 der 638 abgegebenen gültigen Stimmen zum Generalsekretär der FDP gewählt.[1][2][3]

Abgeordneter und Minister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 23. Januar 2004 rückte er für die verstorbene Abgeordnete Marita Sehn in den Bundestag nach. Hier war er bis 2009 Obmann der FDP im Finanzausschuss des Deutschen Bundestages und Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion für Weinbaupolitik. Am 12. November 2009 wurde Volker Wissing für die 17. Legislaturperiode zum Vorsitzenden des Finanzausschusses ernannt. Im März 2010 wurde er auch finanzpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion und wurde am 10. Mai 2011 zusätzlich zum stellvertretenden Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion gewählt.

Wissing ist stets über die Landesliste Rheinland-Pfalz in den Bundestag eingezogen.

Durch das Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl 2013 schied Wissing mit der Konstituierung des 18. Deutschen Bundestages aus dem Parlament aus.

Bei der Landtagswahl 2016 trat er als Spitzenkandidat der FDP an und führte sie zurück in die parlamentarische Verantwortung. Er wurde über die Landesliste in den 17. Landtag von Rheinland-Pfalz gewählt. Am 14. März 2016 wurde er zum Vorsitzenden der FDP-Fraktion gewählt. Nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen mit SPD und Bündnis 90/Die Grünen wurde die erste Ampelkoalition in Rheinland-Pfalz gebildet.

Volker Wissing mit der Deutschen Weinkönigin Lena Endesfelder (2016)

Im zweiten Kabinett Dreyer, das am 18. Mai 2016 vom rheinland-pfälzischen Landtag bestätigt wurde, ist Wissing Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau und erster stellvertretender Ministerpräsident. Er gab den Fraktionsvorsitz an Thomas Roth ab.

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wissing war Mitglied der Europa-Union Parlamentariergruppe Deutscher Bundestag.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Volker Wissing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Volker Wissing zum neuen FDP-Generalsekretär gewählt. Allgemeine Zeitung, abgerufen am 19. September 2020.
  2. a b FDP wählt Volker Wissing zum Generalsekretär. Spiegel Online, abgerufen am 19. September 2020.
  3. a b Volker Wissing ist neuer FDP-Generalsekretär. Deutschlandfunk, abgerufen am 19. September 2020.
  4. Volker Wissing zukünftig Generalsekretär beim Senat der Wirtschaft. Pfalz-Express, 27. Dezember 2013, abgerufen am 5. September 2017.
  5. Person – Dr. Volker Wissing, MdB. (Nicht mehr online verfügbar.) Website Volker Wissings, archiviert vom Original am 3. Januar 2013; abgerufen am 5. September 2017.
  6. Reinhard Breidenbach: FDP-Parteitag: Rainer Brüderle räumt Fehler ein – Wissing im Präsidium. Allgemeine Zeitung, 7. Dezember 2013, abgerufen am 5. September 2017.
  7. Bundesparteitag 2015. (Nicht mehr online verfügbar.) Website der Freien Demokraten (FDP), archiviert vom Original am 19. Mai 2015; abgerufen am 5. September 2017.
  8. WELT: Parteichef Lindner will Teuteberg durch Volker Wissing ersetzen. In: DIE WELT. 17. August 2020 (welt.de [abgerufen am 17. August 2020]).