Jakob Finger

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Jakob Finger (* 13. Januar 1825 in Monsheim; † 30. Januar 1904 in Darmstadt) war Staatsminister des Großherzogtums Hessen.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jakob Finger studierte ab 1841 Rechtswissenschaft an den Universitäten Berlin, Heidelberg und Gießen. In Gießen war er 1843 Mitglied des Corps Rhenania und wurde 1844 Mitglied der Burschenschaft Allemannia Gießen. Nach Stationen beim Friedensgericht Oberingelheim (1850) und den Bezirksgerichten Alzey (1851) und Oppenheim (1854) ließ sich Finger 1855 als Rechtsanwalt in Alzey, später in Darmstadt nieder. 1872 trat er als Ministerialrat in das Ministerium für Inneres und Justiz ein.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1862 war Jakob Finger für den Wahlkreis Worms Mitglied der zweiten Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen für die Deutsche Fortschrittspartei. 1872 bis 1884 war er Ministerialrat beim hessischen Ministerium des Inneren und der Justiz. Von Mai 1884 wurde er Staatsminister des Großherzogtums Hessen, Minister des großherzoglichen Hauses, des Innern und der Justiz. 1898 trat er in den Ruhestand.

Am 4. Februar 1899 wurde er vom Großherzog zum lebenslangen Mitglied der ersten Kammer der Landstände ernannt. Am 5. November 1903 wurde sein Abschied aus dem Parlament bewilligt.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jakob Finger war Sohn des Landwirts und Müllers Daniel Finger (1800–1869) und von Marie Finger, geborene Möllinger. Am 25. November 1854 heiratete er in Alzey Marie Millet (1830–1914), die Tochter des hessischen Abgeordneten Jakob Millet. Aus dieser Verbindung ging u. a. der Sohn Hermann Finger (1864–1940), Professor für Chemie an der TH Darmstadt, hervor. Jakob Finger war Mennonit.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1895 wurde Jakob Finger von der Universität Gießen mit dem Dr. h. c. geehrt. im selben Jahr wurde er Ehrenbürger von Worms.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band 1: Politiker. Teilband 2: F–H. Winter, Heidelberg 1999, ISBN 3-8253-0809-X, S. 25.
  • Hannelore Götz, Klaus-Dieter Rack: Hessische Abgeordnete 1820–1933. Ergänzungsband: Biographische Nachweise für die Erste Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen. Ergänzungen und Berichtigungen für die Zweite Kammer und den Landtag des Volksstaats Hessen (= Darmstädter Archivschriften. Bd. 10 = Vorgeschichte und Geschichte des Parlamentarismus in Hessen. Bd. 12). Verlag des Historischen Vereins für Hessen, Darmstadt 1995, ISBN 3-922316-20-4, S. 58.
  • Hans Georg Ruppel, Birgit Groß: Hessische Abgeordnete 1820–1933. Biographische Nachweise für die Landstände des Großherzogtums Hessen (2. Kammer) und den Landtag des Volksstaates Hessen (= Darmstädter Archivschriften. Bd. 5). Verlag des Historischen Vereins für Hessen, Darmstadt 1980, ISBN 3-922316-14-X, S. 100.