Karl Rothe (Politiker, 1840)

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Grab von Carl Rothe auf dem Alten Friedhof in Darmstadt

Karl Friedrich Bernhard Rothe, auch Carl Friedrich Bernhard Rothe (* 2. Juli 1840 in Darmstadt; † 29. Januar 1906 ebenda) war ein deutscher Verwaltungsbeamter und Politiker im Großherzogtum Hessen und dort Staatsminister.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Rothe war der Sohn des Großherzoglich Hessischen Geheimen Finanzrates Heinrich Rothe (1794–1848) und dessen Frau Emma Zimmermann (1809–1887), der Tochter des Finanzministers Karl Wilhelm Zimmermann (1782–1856). Karl Rothe, der evangelischer Konfession war, heiratete am 8. Juli 1871 in Darmstadt Susanna Magdalene Marie Luise Merck (1849–1929), Tochter des Kaufmanns Carl Wilhelm Merck (1849–1929). Seine Schwester Johanna Rothe (1838–1919) heiratete den Großherzoglich Hessischen Geheimen Obersteuerrat in Darmstadt Johann August Friedrich von Hahn (1828–1892). Seine Tochter Marie Rothe heiratete Johannes (Hans) Emil Bendermann, später preußischer Generalleutnant.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Rothe besuchte das Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt, legte dort 1857 das Abitur ab und studierte ab 1858 Rechtswissenschaften an der Landesuniversität Gießen. 1859 studierte er zwei Semester an der Universität Heidelberg, beendete aber dann sein Studium 1860 und 1861 in Gießen mit sehr guten Bewertungen. 1862 und 1863 leistete er das Referendariat an verschiedenen Darmstädter Behörden und legte das Staatsexamen mit der Note 1 ab. Nach dem Studium war er Gerichtsakzessist in Heidelberg. 1867 wurde er Ministerialsekretär im Ministerium des Auswärtigen und des Großherzoglichen Hauses und wurde 1876 zum Legationsrat ernannt. Ab 1881 wirkte er als Regierungsrat der Provinzialdirektion Darmstadt. Vom 1. September 1881 bis 5. August 1884 war er Kreisrat im Landkreis Offenbach und ab 1884 Ministerialrat im Ministerium des Innern und der Justiz. Am 20. September 1888 wechselte er in den Vorstand des Kabinetts und am 17. Oktober 1891 als Provinzialdirektor in die Provinzialdirektion Mainz wo er 1892 zum Geheimrat ernannt wurde.

Am 2. Juli 1898 wurde er Staatsminister, also Kabinettschef und Minister des Großherzoglichen Hauses, Außenminister und Innenminister. Sein Tod 1906 beendete seine Karriere.

In der Regierungszeit Roths fallen eine Reihe von liberalen und sozialen Modernisierungen, darunter die Ablösung der Reallasten und Dienstbarkeiten mit Gesetz von 1899, das Feuerbestattungsgesetz (gegen das die Vorgängerregierung sich immer ausgesprochen hatte), das Wohnungsfürsorgegesetz und das erste Denkmalschutzgesetz Deutschlands.

Er sah sich in der Tradition der parteifernen Hessen-Darmstädter Beamtenregierungen. So sagte er auf der Landtagssitzung am 29. Juni 1904 "Die Regierung hat über den Parteien zu stehen, nicht Partei zu sein"[1].

Karl Rothe wurde auf dem Alten Friedhof in Darmstadt bestattet (Grabstelle: III Mauer 91).

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1889 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Mainz ernannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Max Rehm: Der hessische Staatsminister Karl Rothe. (1840–1906). In: Archiv für hessische Geschichte und Altertumskunde. NF 33. 1975, ISSN 0066-636X, S. 264–296.
  • Eckhart G. Franz: Hessen-Darmstadt 1820–1935. In: Klaus Schwabe (Hrsg.): Die Regierungen der deutschen Mittel- und Kleinstaaten. 1815–1933 (= Deutsche Führungsschichten in der Neuzeit. Bd. 14 = Büdinger Forschungen zur Sozialgeschichte. Bd. 18). Boldt, Boppard am Rhein 1983, ISBN 3-7646-1830-2, S. 302.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Max Rehm: Der hessische Staatsminister Karl Rothe. (1840–1906). In: Archiv für hessische Geschichte und Altertumskunde. NF 33. 1975, S. 264–296, hier S. 282.