Reinhard Eigenbrodt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Reinhard Carl Theodor Eigenbrodt (* 20. März 1799 in Gesmold; † 7. Juli 1866 in Darmstadt) war hessischer Politiker und Innenminister in der Märzregierung des Großherzogtums Hessen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reinhard Eigenbrodt, der evangelischer Konfession war, war der Sohn des hessischen Landtagspräsidenten Karl Christian Eigenbrodt (1769–1839) und dessen erster Frau Marianne (Friederike Jacobina), geborene Langsdorff (1771–1808). Er heiratete Pauline Sofie Franziska Ferdinande geborene du Hall (* 28. März 1804 in Alsfeld, † 2. April 1871 in Darmstadt), die Tochter des Darmstädter Stadtkommandanten Andreas du Hall.

Er studierte Rechtswissenschaften in Gießen, ab 1818 in Heidelberg und dann in Jena. Während seines Studiums wurde er 1815 Mitglied des Gießener Germanenbundes[1], 1816 der Ehrenspiegelburschenschaft[2] und der Alten Heidelberger Burschenschaft; 1818/19 wurde er Mitglied der Urburschenschaft in Jena.[3] Er war auch Mitglied der Alten Göttinger Burschenschaft. 1820 wurde er Hofgerichtsakzessist am Hofgericht Darmstadt. Ab dem 21. Januar 1822 war er dort Hofgerichtsadvokat und ab dem 5. Juli 1824 ständiger Substitut des Kammeradvokaten in der Provinz Starkenburg. Am 3. November 1843 wurde er zum Justizrat ernannt und juristisches Mitglied der Eisenbahndirektion. Am 15. März 1844 wurde er Kammeranwalt der Provinz Starkenburg.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1847 bis 1848 wurde er für den Wahlkreis Starkenburg 10/Odenwald-Breuberg in die zweite Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen gewählt. Nach seiner Ernennung zum Minister schied er aus dem Landtag aus und Ernst Elwert wurde sein Nachfolger. 1849–1850 war er gewähltes Mitglied der 1. Kammer des Hessischen Landtags. 1850 wurde er erneut (und nun für den Wahlbezirk Starkenburg 18/Groß-Gerau) in die zweite Kammer gewählt und schied mit der Auflösung des Landtags im gleichen Jahr aus.

Am 2. Juni 1848 wurde er als Nachfolger für Heinrich von Gagern Vorstand im Ministerium des Innern, also Innenminister. Bereits am 1. September 1848 wurde er auf eigenen Wunsch aus dem Ministerium entlassen. Er wurde stattdessen bis 1849 Bevollmächtigter bei der provisorischen Reichszentralgewalt.

Am 30. August 1849 wurde er Mitglied des provisorischen Schiedsgerichts des Norddeutschen Bundes und am 6. Juni 1860 ständiger Referent im Staatsrat. Dem Staatsrat gehörte er ab dem 20. Mai 1863 an. Am 10. Februar 1865 wurde er zum Geheimrat ernannt und ging am 4. Mai 1866 in den Ruhestand.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 26. Dezember 1846 erhielt er das Ritterkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen. Am 16. Juli 1848 wurde er mit dem Kommandeurkreuz II. Klasse des Ludwigsordens geehrt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I: Politiker. Teilband 1: A–E. Winter, Heidelberg 1996, ISBN 3-8253-0339-X, S. 244–245.
  • Eckhart G. Franz: Hessen-Darmstadt 1820–1935. In: Klaus Schwabe (Hrsg.): Die Regierungen der deutschen Mittel- und Kleinstaaten. 1815–1933 (= Deutsche Führungsschichten in der Neuzeit. Bd. 14 = Büdinger Forschungen zur Sozialgeschichte. Bd. 18). Boldt, Boppard am Rhein 1983, ISBN 3-7646-1830-2, S. 297.
  • Hans Georg Ruppel, Birgit Groß: Hessische Abgeordnete 1820–1930. Darmstadt 1980, ISBN 3-922316-14-X, S. 94.
  • Hans Georg Ruppel, Birgit Groß: Hessische Abgeordnete 1820–1933. Biographische Nachweise für die Landstände des Großherzogtums Hessen (2. Kammer) und den Landtag des Volksstaates Hessen (= Darmstädter Archivschriften. Bd. 5). Verlag des Historischen Vereins für Hessen, Darmstadt 1980, ISBN 3-922316-14-X, S. 94.
  • Klaus-Dieter Rack, Bernd Vielsmeier: Hessische Abgeordnete 1820–1933. Biografische Nachweise für die Erste und Zweite Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen 1820–1918 und den Landtag des Volksstaats Hessen 1919–1933 (= Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen. Bd. 19 = Arbeiten der Hessischen Historischen Kommission. NF Bd. 29). Hessische Historische Kommission, Darmstadt 2008, ISBN 978-3-88443-052-1, S. 1020.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paul Wentzcke: Burschenschafterlisten. Zweiter Band: Hans Schneider und Georg Lehnert: Gießen – Die Gießener Burschenschaft 1814 bis 1936. Görlitz 1942, B. Germania oder Germanenbund. Nr. 8.
  2. Paul Wentzcke: Burschenschafterlisten. Zweiter Band: Hans Schneider und Georg Lehnert: Gießen – Die Gießener Burschenschaft 1814 bis 1936. Görlitz 1942, C. Christlich-teutsche Burschenschaft sogen. Ehrenspiegelburschenschaft. Nr. 11.
  3. Peter Kaupp (Bearb.): Stamm-Buch der Jenaischen Burschenschaft. Die Mitglieder der Urburschenschaft 1815–1819 (= Abhandlungen zum Studenten- und Hochschulwesen. Bd. 14). SH-Verlag, Köln 2005, ISBN 3-89498-156-3, S. 157.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]