Heinrich Karl Jaup

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Heinrich Karl Jaup

Heinrich Karl Jaup (* 27. September 1781 in Gießen; † 5. September 1860 in Darmstadt) war ein großherzoglich-hessischer Beamter und Politiker. 1848 bis 1850 war er hessischer Ministerpräsident.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn des Staatsrechts-Professors Helwig Bernhard Jaup[1] studierte von 1798 bis 1803 an der Universität Gießen und der Universität Göttingen Rechtswissenschaften. 1803 promovierte er in Gießen und arbeitete bis 1804 als Privatdozent. 1804 wurde er außerordentlicher, 1806 als Nachfolger auf dem Lehrstuhl seines Vaters ordentlicher Professor der Rechte in Gießen und war dabei an der Einführung des Code Napoléon beteiligt, unter anderem als hessischer Delegierter auf der Gießener Konferenz 1808. Ab 1808 war Jaup publizistisch für staatsrechtliche Zeitschriften tätig und unter anderem Herausgeber von Germanien, Zeitschrift für Staatsrecht, Politik und Statistik und Germanien und Europa.

1813 wurde er kommissarischer Regierungsrat, 1815 gab er seine Professur auf und wurde Geheimer Referendar im großherzoglich-hessischen Staatsministerium in Darmstadt. 1820 wurde er zum Geheimen Staatsrat im Staatsministerium ernannt, 1821 wechselte er in das Ministerialdepartement der auswärtigen Angelegenheiten. Von 1824 bis 1828 leitete er die Gesetzgebungskommission des Großherzogtums, anschließend wurde er Präsident des Kassations- und Revisionshofs für die Provinz Rheinhessen. 1833 wurde er aus politischen Gründen in den Ruhestand versetzt, da er 1832 als oppositioneller Abgeordneter für Friedberg in die Landstände gewählt worden war. Mittels Urlaubsverweigerung wurde er nach Auflösung des Landtags an der Wahrnehmung seines neuen Mandates gehindert. Jaup arbeitete in dieser Zeit an der ersten und zweiten Auflage des Staatslexikons von Rotteck und Welcker mit und war Mitarbeiter sowie Mitglied des Ehrenrats der Deutschen Zeitung. Von 1831 bis 1848 war er Abgeordneter im Gemeinderat von Darmstadt, 1846 und 1847 nahm er an den Germanistentagen in Frankfurt am Main und Lübeck teil.

Nach Ausbruch der Märzrevolution 1848 wurde er in das hessische Märzministerium berufen, von März bis Juni als Präsident des Staatsrats, ab dem 16. Juli als Innenminister und Vorsitzender des Gesamtministeriums (Ministerpräsident).

Ebenfalls im März 1848 wurde Jaup als Vertrauensmann für die 16. Kuriatsstimme (Liechtenstein, Hohenzollern, Reuß, Lippe und Waldeck) Mitglied des Siebzehnerausschusses, der im Auftrag des Deutschen Bundes eine neue Verfassung für Deutschland entwerfen sollte. Ende März war er Teilnehmer am Vorparlament und gründete kurz darauf den Vaterländischen Verein in Darmstadt.

Vom 18. Mai 1848 bis zum 18. August 1848 vertrat er als Abgeordneter den 2. hessischen Wahlkreis in Umstadt in der Frankfurter Nationalversammlung, wo er dem Casino angehörte.

Von 1849 bis 1850 gehörte er sowohl der ersten, wie auch der zweiten Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen an, musste allerdings am 28. Juni 1850 auf Druck der Reaktion aus dem Staatsrat ausscheiden.

Anschließend arbeitete er bis 1860 als Präsident des Oberkonsistoriums und publizierte parallel politische und juristische Schriften.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nach Best/Weege, S. 191. Jaup, Heinrich Karl. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 9, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 176. Gemäß Meyers Konversationslexikon ist der Name Helferich Bernhard Jaup. In der ADB ist der Vater unter Helwig selbst verzeichnet. Albert TeichmannJaup, Helwig Bernhard. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 13, Duncker & Humblot, Leipzig 1881, S. 736 f. Im Eintrag zu Heinrich Karl Jaup wird er wiederum Helferich genannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]