Jaqueline Schellin

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Jaqueline Saskia Schellin (* 6. März 1990 in Mühlacker) ist eine deutsche Ringerin.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jaqueline Schellin begann als Jugendliche im Jahre 2001 mit dem Ringen. Sie trat dazu dem TV Mühlacker bei und wird bzw. wurde seither von Bernd Bobrich, Rainer Kamm, Frank Heinzelbecker, Jürgen Scheibe und Jörg Helmdach trainiert. Die 1,62 Meter große Athletin ringt als Erwachsene in der Gewichtsklasse bis 48 kg Körpergewicht. Sie erlernte den Beruf einer Bankkauffrau, ist aber seit einiger Zeit Angehörige einer Sportfördergruppe der Bundeswehr.

Mit 13 Jahren nahm sie 2003 bereits an der deutschen Jugendmeisterschaft teil, musste sich aber in der Gewichtsklasse bis 43 kg noch mit dem 10. Platz begnügen. In den folgenden Jahren ging es steil aufwärts. 2004 belegte sie bei dieser Meisterschaft bereits den 3. Platz, 2005 den 2. Platz, und 2006 und 2007 wurde sie deutsche Jugendmeisterin. Sie startete in diesen Jahren jeweils in der Gewichtsklasse bis 46 kg. Bei den Erwachsenen holte sie sich im Jahre 2008 erstmals den deutschen Meistertitel in der Gewichtsklasse bis 48 kg. 2009 belegte sie hinter Sigrun Dobner vom SRC Obernburg und Annika Hofmann vom RSV Frankfurt (Oder) den 3. Platz, 2010 wurde sie zum zweiten Mal deutsche Meisterin, 2011 jedoch musste sie sich hinter Nina Hemmer vom AC Ückerath, Jasmin Sefidroudi vom TV Aachen-Walheim und Annika Hofmann mit dem 4. Platz begnügen. Dieser Platz verbaute ihr im Jahre 2011 die Möglichkeit bei der Europameisterschaft in Dortmund an den Start gehen zu können.

Die internationale Karriere von Jaqueline Schellin begann bei der Junioren-Europameisterschaft (Cadets) 2006 in Istanbul. Sie belegte dort in der Gewichtsklasse bis 46 kg gleich einen guten 5. Platz. Bereits ein Jahr später gewann sie bei der Junioren-Europameisterschaft (Cadets) in Warschau in der gleichen Gewichtsklasse eine Bronzemedaille. Im Jahre 2008 schnitt sie nicht so gut ab, denn sowohl bei der Junioren-Europameisterschaft (Juniors) in Kosice als auch bei der Junioren-Weltmeisterschaft (Juniors) in Istanbul kam sie in der Gewichtsklasse bis 48 kg jeweils nur auf den 9. Platz. Im Jahre 2009 kam sie in die Erfolgsspur zurück und gewann bei der Junioren-Europameisterschaft (Juniors) in Tiflis hinter der Russin Lubow Salnikowa und der Französin Melanie Lesaffre wieder die Bronzemedaille. Auch der 5. Platz, den sie in diesem Jahr bei der Junioren-Weltmeisterschaft (Juniors) in Ankara in der gleichen Gewichtsklasse erkämpfte, ist aller Ehren wert. Bei der Weltmeisterschaft in Herning (Dänemark) wurde sie erstmals bei den Erwachsenen bei einer internationalen Meisterschaft eingesetzt. Sie kam dort zu einem Sieg über Sümeye Sezer, Türkei, verlor aber gegen Ljudmilla Baluschka aus der Ukraine und kam auf den 12. Platz.

Im Jahre 2010 gelang Jaqueline Schellin dann bei der Junioren-Europameisterschaft (Juniors) in Samokow (Bulgarien) der größte Erfolg in ihrer Laufbahn. Sie wurde dort in der Gewichtskl. bis 48 kg vor Jessica Blaszka aus den Niederlanden und Lenka Matejowa, Slowakei, Europameisterin. Auch bei der Junioren-Weltmeisterschaft dieses Jahres in Budapest schnitt sie hervorragend ab und erkämpfte sich nach Siegen über Kebic Burcu, Türkei, Kristina Daranusa, Ukraine, einer Niederlage gegen Victoria Anthony aus den Vereinigten Staaten und einem Sieg über Lenka Matejowa eine WM-Bronzemedaille. Wenig später gewann sie mit dem 3. Platz auch bei der Militär-Weltmeisterschaft in Lahti hinter Iwona Matkowska aus Polen und Liao Rong aus China eine Medaille. Bei der Weltmeisterschaft dieses Jahres in Moskau kam sie nicht zurecht und verlor gegen Kim Hyung-joo aus Südkorea klar nach Punkten, womit sie dort nur auf dem 25. Platz einkam.

Im Jahre 2011 kam sie bisher zu keinem Einsatz bei einer internationalen Meisterschaft. Bei einem internationalen Turnier im März 2011 in Tourcoing gelang ihr aber ein Sieg über ihre Nachfolgerin als deutsche Meisterin Meisterin Nina Hemmer. Im März 2012 war sie bei der Europameisterschaft in Belgrad am Start und konnte mit drei Siegen eine Bronzemedaille gewinnen. Im entscheidenden Kampf um diese Medaille besiegte sie Mercedes Denes aus Ungarn. Bei den Olympischen Spielen in London wurde sie nicht eingesetzt, der Deutsche Ringerbund gab hier der erfahreneren Alexandra Engelhardt den Vorzug. Jaqueline Schellin ließ sich dadurch nicht beeindrucken und erkämpfte bei den Ringer-Weltmeisterschaften 2012 im kanadischen Sherwood Park mit einem Sieg in der ersten Runde über die Mongolin Bajarmagnaigiin Dawaasüren, einer Niederlage gegen Eri Tosaka aus Japan und zwei weiteren Siegen die Bronzemedaille, die einzige Medaille für das deutsche Team.

Internationale Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse Ergebnis
2006 1. Intern. Junioren-Turnier in Wiesental bis 46 kg vor Melanie Rieser, Deutschland u. Tamara Wittenwiler, Schweiz
2006 5. Junioren-EM (Cadets) in Istanbul bis 46 kg Siegerin: Lisa Mattsson, Schweden vor Alina Anisimowa, Russland
2007 3. Junioren-EM (Cadets) in Warschau bis 46 kg nach einer Niederlage im Halbfinale gegen Marjana Besruka, Ukraine, mit einem Sieg über Sümeya Sezer, Türkei
2008 7. Austrian-Lady-Open in Götzis bis 48 kg Siegerin: Anna Lukasiak, Polen vor Alexandra Engelhardt, Deutschland
2008 7. Großer Preis von Deutschland in Dormagen bis 48 kg Siegerin: Sofia Mattsson, Schweden vor Lubow Salnikowa, Russland
2008 9. Junioren-EM (Juniors) in Kosice bis 48 kg Siegerin: Maria Stadnik, Aserbaidschan vor Marjana Besruka
2008 9. Junioren-WM (juniors) in Istanbul bis 48 kg Siegerin: Fuyuko Minura, Japan vor Jildis Eschimowa, Kasachstan
2009 3. Großer Preis von Deutschland in Dormagen bis 48 kg hinter Lubow Salnikowa u. Lindsay Rushton Prickett, Kanada
2009 11. Austrian-Lady-Open in Götzis bis 48 kg Siegerin: Makiko Sakamoto vor Ayano Suzuki, bde. Japan
2009 3. Junioren-EM (Juniors) in Tiflis bis 48 kg hinter Lubow Salnikowa u. Melanie Lesaffre, Frankreich
2009 5. Junioren-WM (Juniors) in Ankara bis 48 kg nach einer Niederlage gegen Lubow Salnikowa, einem Sieg über Walja Trandejewa Tichmirowa, Bulgarien u. einer Niederlage gegen Naziha Hamza, Tunesien
2009 12. WM in Herning (Dänemark) bis 48 kg nach einem Sieg über Sümeye Sezer u. einer Niederlage gegen Ljudmila Baluschka, Ukraine
2010 1. Junioren-EM (Juniors) in Samokow (Bulgarien) bis 48 kg vor Jessica Blaszka, Niederlande, Lenka Matejowa, Slowakei u. Vanessa Kaladschinskaja, Weißrussland
2010 8. Austrian-Lady-Open in Götzis bis 48 kg Siegerin: Iwona Matkowska, Polen vor Lenka Matejowa
2010 3. Junioren-WM (Juniors) in Budapest bis 48 kg nach Siegen über Kebic Burcu, Türkei u. Kristina Daranusa, Ukraine, einer Niederlage gegen Victoria Anthony, USA u. einem Sieg über Lenka Matejowa
2010 3. Militär-WM in Lahti bis 48 kg hinter Iwona Matkowska u. Liao Rong, China
2010 25. WM in Moskau bis 48 kg nach einer Niederlage gegen Kim Hyung-soo, Südkorea
2011 8. Intern. Turnier in Tourcoing bis 48 kg nach Siegen über Nina Hemmer, Deutschland u. Henriette Slattum, Norwegen u. einer Niederlage gegen Cristina Croitoru, Rumänien
2011 2. Intern. Turnier in Posen bis 48 kg nach Siegen über Sara Sanchez, Spanien, Julia Omilusik, Polen u. Vanessa Boubryemm Frankreich u. einer Niederlage gegen Clarissa Chun, USA
2012 3. EM in Belgrad bis 48 kg nach Siegen über Liliana Costa dos Santos, Portugal und Anna Lukasik, Polen, einer Niederlage gegen Ludmilla Baluschka, Ukraine und einem Sieg über Mercedes Denes, Ungarn
2012 3. WM in Strathcoona County bis 48 kg nach einem Sieg über Bajarmagnaigiin Dawaasüren, Mongolei, einer Niederlage gegen Eri Tosaka, Japan und Siegen über Lenka Matejova, Slowakei und Patimat Bagomedowa, Aserbaidschan
2013 3. EM in Tiflis bis 48 kg nach einem Sieg über Nekane Cepas Garcia, Spanien, einer Niederlage gegen Walerija Tschepsarakowa, Russland und Siegen über Alina Rishour, Weißrussland und Sumeyya Sezer, Türkei

Deutsche Meisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(nur Seniorenbereich)

Jahr Platz Gewichtsklasse Ergebnis
2008 1. bis 48 kg vor Christine Kupfernagel, SV Heldrungen u. Deborah Wahl, KG Baienfurt
2009 3. bis 48 kg hinter Sigrun Dobner, SRC Obernburg u. Annika Hofmann, RSV Frankfurt (Oder)
2010 1. bis 48 kg vor Bettina Krupke, TuS Jena u. Annika Hofmann
2011 4. bis 48 kg hinter Nina Hemmer, AC Ückerath, Jasmin Sefidroudi, TV Aachen-Walheim u. Annika Hofmann

Erläuterungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • alle Wettkämpfe im freien Stil
  • WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fachzeitschrift Der Ringer
  • Datenbank des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaften der Universität Leipzig
  • Website des Deutschen Ringerbundes

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]