Jens Geier

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Jens Geier 2019

Jens Geier[1] (* 22. Juni 1961 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Politiker (SPD). Er ist seit 2009 Mitglied des Europäischen Parlaments und seit 2017 Vorsitzender der SPD-Gruppe in der S&D-Fraktion.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geier wurde 1961 in Frankfurt am Main geboren. Er wuchs in Essen auf, ging dort zur Schule und machte 1980 Abitur am Helmholtz-Gymnasium.[3] Danach leistete Geier seinen Zivildienst bei der Arbeiterwohlfahrt ab und begann 1982 ein Studium der Geschichte, Literaturwissenschaft und Politikwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum, das er 1989 mit dem Magister Artium abschloss.[4] Nach dem Abschluss seines Studiums arbeitete Geier bis 1992 als wissenschaftlicher Mitarbeiter des SPD-Europaabgeordneten Detlev Samland. Von 1992 bis 1999 war er beim SPD-Parteivorstand tätig: zunächst als Referent des Parteivorsitzenden Björn Engholm, anschließend bei der stellvertretenden Parteivorsitzenden Heidemarie Wieczorek-Zeul. Von 1999 bis 2001 arbeitete Geier als Referent für Öffentlichkeitsarbeit beim Vorstand der SPD Nordrhein-Westfalen. Von 2001 bis 2006 war er als Projektmanager und Pressesprecher bei der Projekt Ruhr GmbH tätig. Von 2006 bis zu seinem Einzug in das Europäische Parlament arbeitete Geier bei Deloitte im Bereich Immobilienprobleme des öffentlichen Sektors. Er ist verheiratet und hat einen Sohn aus erster Ehe.

Politischer Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geier trat 1977 in die SPD ein. Als Vertreter des undogmatisch-reformsozialistischen Flügels war er von 1989 bis 1992 stellvertretender Bundesvorsitzender der Jusos und dort verantwortlich für die Themen internationale Politik, Entwicklungszusammenarbeit, Europa und die Bekämpfung des Rechtsextremismus. Geier bereitete die Gründung der European Community Organisation of Socialist Youth (ECOSY) als Zusammenschluss der sozialistischen und sozialdemokratischen Jugendorganisationen in der Europäischen Union mit vor und gehörte 1992 zu den Gründungsmitgliedern.

Er ist Mitglied der Arbeiterwohlfahrt, der Gewerkschaft IG-Metall & ver.di, der Europa-Union Deutschland, Verein für Kinder- und Jugendarbeit in sozialen Brennpunkten e.V. sowie im Verein der Freunde und Förderer der Stiftung Zollverein.

Nach zwei vergeblichen Anläufen bei den Wahlen 1999 und 2004 schaffte Geier 2009 den Sprung in das Europäische Parlament. 2014 und 2019 wurde er wiedergewählt.

Als EU-Parlamentarier ist Geier vollwertiges Mitglied im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie sowie stellvertretendes Mitglied des Haushaltsausschusses. Außerdem ist er Mitglied der Delegation für die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten und zu Japan.[5]

Seit Anfang 2017 ist Jens Geier Vorsitzender der EuropaSPD, also der 16 SPD-Abgeordneten im Europäischen Parlament und in dieser Funktion ständiger Gast im Vorstand und im Präsidium der SPD.

Am 30. Juni 2021 übernahm er die Patenschaft für Dsjanis Urad, Soldat und politischer Gefangener aus Belarus.[6][7]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Jens Geier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Abgeordnete für Nordrhein-Westfalen. In: Das Europäische Parlament. Abgerufen am 11. August 2022.
  2. Neuer Vorsitzender der SPD im EU-Parlament: Jens Geier | Netzwerk EBD. Abgerufen am 10. Februar 2017 (deutsch).
  3. Vera Eckardt: Helmholtz-Gymnasium feiert 150. Geburtstag. 28. Mai 2014, abgerufen am 24. Mai 2020 (deutsch).
  4. Jens Geier (Memento des Originals vom 17. Mai 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/spe.e-fork.net, spe.e-fork.net, abgerufen am 17. Mai 2019
  5. Home | Jens GEIER | Abgeordnete | Europäisches Parlament. Abgerufen am 1. Mai 2019.
  6. Irish and German MPs adopt three political prisoners from Belarus. Libereco — Partnership for Human Rights, 30. Juni 2021, archiviert vom Original am 5. Juli 2021; abgerufen am 5. Juli 2021 (englisch).
  7. У Леаніда Судаленкі, Дзяніса Івашына, Дзяніса Урада і яшчэ 6 палітвязняў з'явіліся "хросныя". Wjasna, 30. Juni 2021, archiviert vom Original am 10. Juli 2021; abgerufen am 10. September 2021 (belarussisch).