Joachim Spiering
Joachim Friedrich Spiering (* 7. Oktober 1940 in Braunschweig; † 22. Januar 2023 in Hamburg) war ein deutscher General des Heeres der Bundeswehr und von 1998 bis 2001 Oberbefehlshaber der Allied Forces Northern Europe der NATO.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Spiering absolvierte das Abitur und eine landwirtschaftliche Berufsausbildung. Er trat 1962 als Offizieranwärter in den Dienst der Bundeswehr. Er wurde bis 1964 bei der Panzeraufklärungstruppe ausgebildet und war danach bis 1971 als Zugführer und Kompaniechef im Panzeraufklärungsbataillon 3 in Lüneburg eingesetzt.
Von 1972 bis 1974 absolvierte Spiering den 35. Generalstabslehrgang Heer an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, wo er zum Offizier im Generalstabsdienst ausgebildet wurde, und anschließend im Jahre 1975 das Staff College der British Army in Camberley im Vereinigten Königreich. Anschließend diente er von 1976 bis 1980 als Generalstabsoffizier für Planung, Ausbildung und Organisation (G 3) im Hauptquartier der Northern Army Group der NATO und im Hauptquartier der Allied Command Europe Mobile Forces (Land). Von 1980 bis 1982 war er Bataillonskommandeur des Panzeraufklärungsbataillons 3, von 1982 bis 1984 Referent für Militärpolitik im Führungsstab der Streitkräfte III 1 im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn. Von 1984 bis 1987 wurde er als Heeresattaché in Washington, D.C. eingesetzt.
Von 1987 bis 1990 war Spiering Brigadekommandeur der Panzerlehrbrigade 9 in Munster. Danach wurde er in das Bundesministerium der Verteidigung in Bonn versetzt und diente dort bis 1993 als Stabsabteilungsleiter IV im Führungsstab des Heeres. Am 19. März 1993 wurde er Divisionskommandeur der 10. Panzerdivision in Sigmaringen bis zum 27. September 1994. Während dieser Verwendung wurde er zum Generalmajor ernannt. Ab 1. Oktober 1994 führte Spiering, zum Generalleutnant ernannt, das IV. Korps in Potsdam. Nach dieser Verwendung wurde er zum 1. April 1998 zum General befördert und übernahm in Brunssum in den Niederlanden von Dieter Stöckmann das Kommando über die Allied Forces Central Europe, die während seiner Amtszeit am 3. März 2000 in Allied Forces Northern Europe umbenannt wurden. Diesen Dienstposten übergab er an Jack Deverell und wurde mit Ablauf des März 2001 in den Ruhestand versetzt.
Nach seiner Pensionierung war Spiering an der Baltischen Verteidigungsakademie in Tartu in Estland als Dozent für NATO, Truppenentwicklung und Führung tätig.[1]
Spiering hatte drei Kinder, war verheiratet und Rechtsritter des Johanniterordens. Er starb am 22. Januar 2023 im Alter von 82 Jahren in Hamburg.[2]
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Legion of Merit (Degree of Officer)[3]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Manfred Sadlowski (Hrsg.): Handbuch der Bundeswehr und der Verteidigungsindustrie Jubiläumsausgabe 1999. 12. Auflage. Bernard & Graefe, Bonn 1999, ISBN 3-7637-5991-3, S. 137.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ BALTDEFCOL auf bdcol.ee
- ↑ Traueranzeige Joachim Spiering. In: lebenswege.faz.net. 4. Februar 2023, abgerufen am 4. Februar 2023.
- ↑ Headquarters Department of the Army (Hrsg.): General Orders No. 43: Military Awards. Washington, D.C. 7. Oktober 1988, S. 2 (PDF).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Spiering, Joachim |
| ALTERNATIVNAMEN | Spiering, Joachim Friedrich |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher General des Heeres der Bundeswehr |
| GEBURTSDATUM | 7. Oktober 1940 |
| GEBURTSORT | Braunschweig |
| STERBEDATUM | 22. Januar 2023 |
| STERBEORT | Hamburg |
- General (Heer der Bundeswehr)
- Militärattaché in den Vereinigten Staaten
- Oberbefehlshaber des Allied Joint Force Command Brunssum
- Kommandierender General des IV. Korps (Heer der Bundeswehr)
- Kommandeur der 10. Panzerdivision (Heer der Bundeswehr)
- Kommandeur der Panzerlehrbrigade 9 (Heer der Bundeswehr)
- Absolvent der Führungsakademie der Bundeswehr
- Träger des Ordens Legion of Merit (Offizier)
- Militärperson (Braunschweig)
- Rechtsritter (Johanniterorden)
- Deutscher
- Geboren 1940
- Gestorben 2023
- Mann