10. Panzerdivision (Bundeswehr)

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10. Panzerdivision
— 10. PzDiv —
XX
Verbandsabzeichen

Verbandsabzeichen Staufischer Löwe
Aufstellung 1. Oktober 1959
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Teilstreitkraft Logo Heer
Typ mechanisierte Division
Unterstellte
Truppenteile

PzBrig 12 (V1).jpgPanzerbrigade 12
Aermelabzeichen GebJgBrig23.jpgGebirgsjägerbrigade 23
Panzergrenadierbrigade 37 (Bundeswehr).svgPzGrenBrig 37
internes Verbandsabzeichen Artilleriebataillon 131
Internes Verbandsabzeichen Artillerielehrbat. 345
Internes Verbandsabzeichen Sicherungsbataillon 12
PiBtl 905.gif Pionierbataillon 905

Stärke 18.000
Unterstellung Verbandsabzeichen KdoH Kommando Heer
Sitz des Stabes Veitshöchheim
Spitzname Löwendivision, Die Zehnte
Motto zuverlässig – beweglich – schnell
Marsch Fridericus-Rex-Grenadiermarsch
Kommandeur
Kommandeur Generalmajor Bernd Schütt
Stellvertretender Kommandeur Brigadegeneral Andreas Hannemann

Die 10. Panzerdivision (Abkürzung: 10. PzDiv) ist ein Großverband des Heeres der Bundeswehr. Sie führt den staufischen Löwen in ihrem Verbandsabzeichen und wird auch als die Löwendivision bezeichnet. Ihr Stab befindet sich in der Balthasar Neumann-Kaserne in Veitshöchheim. Sie untersteht truppendienstlich dem Kommando Heer. Die 10. Panzerdivision entstand Ende 2014 aus der Division Süd. Die Division steht aber in einer Traditionslinie mit der zeitgleich aufgelösten „alten“ 10. Panzerdivision.[1]

Auftrag[Bearbeiten]

Der Stab der Division führt truppendienstlich die ihr unterstellten Verbände und übernimmt die Planungs- und Durchführungsverantwortung für die Einsätze im Jahr 2015. Hinzu kommt die Gestellung der Heeresanteile für die NATO Response Force (NRF) für 2015.

Verbandsabzeichen und Motto[Bearbeiten]

Kampfpanzer Leopard 2

Das Verbandsabzeichen zeigt seit 1962 einen schwarzen Löwen (staufischer Löwe auf gelben Grund). Der „Löwe“ ist ein Symbolbild der Kraft, Ausdauer und Heimatverbundenheit der 10. Panzerdivision, die seit 2001 die einzige mechanisierte Heeresdivision in Bayern und Baden-Württemberg ist. Der Löwe mit seinen roten Krallen wird so ähnlich auch im Wappen Baden-Württembergs abgebildet. Außerdem wird das Edelweiß oft im Zusammenhang mit dieser Division gezeigt, da dies das Traditionszeichen der deutschen Gebirgstruppe seit dem Jahre 1915 ist, die sich in Teilen in der 10. Panzerdivision seit der Auflösung der 1. Gebirgsdivision wiederfindet. Die Soldaten der Division tragen daher teilweise auch die traditionelle Bergmütze der Gebirgsjäger anstatt des Baretts. Der Wahlspruch stammt vom ehemaligen Divisionskommandeur, General Johann Adolf Graf von Kielmansegg, und lautet: „zuverlässig – beweglich – schnell“.

Gliederung[Bearbeiten]

  • Internes Verbandsabzeichen Stabs-/Fernmeldekompanie (St/FmKp) 10. Panzerdivision, Veitshöchheim
Divisionstruppen 10. Panzerdivision
  •       Unterstützungsbataillon 10, Veitshöchtheim (nicht aktiv)
  • Internes Verbandsabzeichen Artillerielehrbataillon 345, Idar-Oberstein
  • Internes Verbandsabzeichen Sicherungsbataillon 12, Hardheim
  • Internes Verbandsabzeichen Artilleriebataillon 131, Weiden in der Oberpfalz[2] (bis 2013 Beobachtungspanzerartilleriebataillon 131)
  • PiBtl 905.jpg Pionierbataillon 905, Ingolstadt (Couleur: Gebirgspionierbataillon 8. Nicht aktiv. Kein eigenes Großgerät vorhanden bzw. langzeitlagernd.)
Panzerbrigade 12
Verbandsabzeichen Panzerbrigade 12

Hinweis: Die Panzerbrigade führt den Beinamen „Oberpfalz“

Gliederung

Gebirgsjägerbrigade 23
Verbandsabzeichen Gebirgsjägerbrigade 23

Hinweis: Die Gebirgsjägerbrigade 23 führt den Beinamen „Bayern“

Gliederung

Panzergrenadierbrigade 37
Verbandsabzeichen Panzergrenadierbrigade 37

Hinweis: Die Panzergrenadierbrigade 37 führt den Beinamen „Freistaat Sachsen“

Gliederung

Geschichte[Bearbeiten]

Die Division im Kalten Krieg[Bearbeiten]

Die Division wurde am 1. Oktober 1959 offiziell in Sigmaringen, Nonnenhof, als 10. Panzergrenadierdivision in Dienst gestellt. Die gerade einmal 80 bis 115 Soldaten gehörten ursprünglich dem II. Korps in Ulm an. Zunächst wurden der Division die Panzergrenadierbrigade 29 (Pfullendorf) und Panzerbrigade 30 (Ellwangen) unterstellt.

1960 wurden das neu aufgestellten Artillerieregiment 10 (Pfullendorf) der Division eingegliedert. 1962 wurde die Division der NATO assigniert (in die NATO-Kommandostruktur als einsatzfähiger Verband eingebunden). Die Panzerbrigade 28 wurde 1964 in Neuburg an der Donau neu aufgestellt und der Division unterstellt. Die Brigade wurde später nach Donauwörth verlegt, 1970 zum Heimatschutzkommando 18 umgegliedert und schied aus der Division aus. Die Division selbst wurde in 10. Panzerdivision umbenannt. 1975 wurde das Panzerregiment 200 (bisher II. Korps) in die neu aufgestellte Panzerbrigade 28 umgegliedert und der Division unterstellt. 1981 wurde die Panzerbrigade 30 zur Panzergrenadierbrigade 30 umgegliedert. Die Division war zu dieser Zeit die panzerstärkste Division der Bundeswehr. Sie gliederte sich damit wie folgt:

  • Logo Panzerbrigade 28 (Dornstadt)
  • Logo Panzerbrigade 29 (Sigmaringen)
  • Logo Panzergrenadierbrigade 30 (Ellwangen)
    • Panzerbataillon 304 (Heidenheim am Hahnenkamm)
  • Logo Artillerieregiment 10 (Pfullendorf)
    • Logo Feldartilleriebataillon 101 (Pfullendorf)
    • Logo Raketenartilleriebataillon 102 (Pfullendorf)
    • Logo Beobachtungsbataillon 103 (Pfullendorf)
    • Begleitbatterie 10
  • LogoFlugabwehrregiment 10 (Sigmaringen / Stetten am kalten Markt)
  • LogoPanzeraufklärungsbataillon 10 (Ingolstadt)
  • Pionierbataillon 10 (Ingolstadt)
  • LogoFernmeldebataillon 10 (Sigmaringen)
  • Instandsetzungsbataillon 10 (Sigmaringen)
    • 3./Instandsetzungsbataillon 10. PzDiv (Heidenheim am Hahnenkamm)
  • LogoTransportbataillon 10 (Ellwangen)
  • LogoSanitätsbataillon 10 (Esslingen)
  • Logo Feldersatzbataillon 101 (nicht aktiv) (Sigmaringen / Stetten)
  • Logo Feldersatzbataillon 102 (nicht aktiv)
  • Feldersatzbataillon 103 (nicht aktiv)
  • LogoFeldersatzbataillon 104 (nicht aktiv)
  • Feldersatzbataillon 105 (nicht aktiv)
  • Logo Jägerbataillon 106 (nicht aktiv) (Amstetten)
  • Jägerbataillon 107 (nicht aktiv) (Münchsmünster)
  • Logo Sicherungsbataillon 108 (nicht aktiv) (Pfullendorf)
  • Heeresfliegerstaffel 10 (Neuhausen ob Eck)
  • LogoHeeresmusikkorps 10 (Ulm)

Die Division nach 1990[Bearbeiten]

1992 wurde die Division als ein Verband der Krisenreaktionskräfte kategorisiert und in das Eurokorps in Straßburg eingebunden. 1993 wurden die Panzerbrigaden 28 und 29 sowie ein Großteil der Divisionstruppen aufgelöst. Dafür wurden jedoch im selben Jahr die Divisionstruppen anderer Divisionen unterstellt und die Pionierbrigade 50 Bogen neu aufgestellt. Das Artillerieregiment 12 Tauberbischofsheim kam von der 12. Panzerdivision, das gemischte Flugabwehrregiment 2 in Fuldatal von der 2. Panzergrenadierdivision. Das Führungsunterstützungsregiment 50 Sigmaringen wurde u. a. aus Teilen der bisherigen Stabskompanie 10. Panzerdivision, dem Fernmeldebataillon 10 der Division und den Heeresmusikkorps 9 (Stuttgart), 10 (Ulm) und 12 (Tauberbischofsheim) neu gebildet. 1994 fusionierte die Division mit dem bisherigen Wehrbereichskommando V zum WBK V/10. PzDiv. Die Panzerbrigade 12 (Amberg), bisher Teil der 4. Panzergrenadierdivision in Regensburg, wurde ihr unterstellt. 1997 stellte die Division Kräfte für die Einsätze auf dem Balkan. Die 10. Panzerdivision stellte auch 1992/1993 (und auch 2005) als Leitdivision die Masse der Soldaten für die Auslandseinsätze auf dem Balkan und in Afghanistan. 2001 wurden die 10. Panzerdivision und das Wehrbereichskommando V wieder defusioniert (die ehemaligen Wehrbereichskommandos V und VI wurden das neue Wehrbereichskommando IV (München)). Die Panzerbrigade 12 wechselte zur 13. Panzergrenadierdivision (Leipzig). 2001 wurde die Division zunächst durch die Übernahme von Verbänden der ehemaligen 1. Gebirgsdivision (außer Dienst gestellt am 30. Juni 2001), darunter auch die Gebirgsjägerbrigade 23 auf circa 32.000 Soldaten vergrößert (damals die größte Division der Bundeswehr) und erreichte erst 2004 die Zielpersonalstärke von rund 13.000 Soldaten. 2002 wurde die Pionierbrigade 50 in Bogen zum Sanitätskommando IV umgegliedert, dem Sanitätsführungskommando unterstellt und verließ damit die Division. 2004 wurden die 1. bis 3. Kompanie des Führungsunterstützungsregiments 50 in Sigmaringen und Pfullendorf außer Dienst gestellt, aus Teilen der 1. Kompanie die Stabskompanie 10. Panzerdivision wieder neu aufgestellt. Ebenfalls wurde der Division das Fernmeldebataillon 10 wieder direkt unterstellt. 2006 wurde der deutsche Anteil der Deutsch-Französischen Brigade truppendienstlich dem Heeresführungskommando direkt unterstellt. Bisher war dies Aufgabe der 10. Panzerdivision. 2006 wechselte die Panzerbrigade 12 aus Amberg wieder zur 10. Panzerdivision. Am 1. Oktober 2007 wurde das Fernmeldebataillon 10 erneut aufgelöst. Die Panzergrenadierbrigade 30 wurde zum 31. März 2008 aufgelöst.

Am 16. Mai 2009 wurde in Sigmaringen das 50-jährige Bestehen der 10. Panzerdivision im Beisein von Wolfgang Schneiderhan und weiteren nationalen und internationalen Ehrengästen gefeiert. Das Jubiläums-Biwak mit Waffenschau endete mit einem Großen Zapfenstreich, gestaltet vom Heeresmusikkorps 10 aus Ulm.[3]

Anlässlich der Kommandoübergabe von Markus Bentler an Erhard Bühler am 29. Juli 2009 verlieh der Befehlshaber des Heeresführungskommandos, Generalleutnant Carl-Hubertus von Butler, der Division als einem der ersten Verbände über der Bataillonsebene eine eigene Truppenfahne.[4][5]

Neuausrichtung der Bundeswehr[Bearbeiten]

Gliederung der alten „10. Panzerdivision“ vor der Neuausrichtung der Bundeswehr

Die Neuausrichtung der Bundeswehr, die im Jahr 2010 eingeleitet wurde, führte zu grundlegenden Veränderungen der 10. Panzerdivision. Am Standort Veitshöchheim wurde zum 1. Oktober 2013 ein Stab für eine neu ausgeplante Division Süd ausgeplant. Die Division Süd übernahm bis Ende 2014 Teile der aufzulösenden Division Luftbewegliche Operationen und fast alle Truppenteile der 10. Panzerdivision.[1]. Ende 2014 wurde die nur noch aus ihrem Stab bestehende 10. Panzerdivision außer Dienst gestellt. Damit war die „alte“ 10. Panzerdivision in Sigmaringen Ende 2014 aufgelöst. Im Gegenzug wurde die Division Süd in Veitshöchheim im Dezember 2014 in 10. Panzerdivision umbenannt. Diese „neue“ 10. Panzerdivision ist die Nachfolgerin und Traditionsträgerin der „alten“ 10. Panzerdivision in Sigmaringen. Sie übernimmt unter anderem deren Verbandsabzeichen. Zum 1. Januar 2015 wurde das nicht aktive Unterstützungsbataillon 10 in Veitshöchheim neu aufgestellt.

Siehe: Gliederung des Heeres (Bundeswehr, HEER2011)

Liste der bisherigen Divisionskommandeure[Bearbeiten]

Nr. Name Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
22 Generalmajor Bernd Schütt Dezember 2014
21 Brigadegeneral Johann Langenegger 4. Juni 2013 28. Mai 2014
20 Generalmajor Erhard Bühler 29. Juli 2009 4. Juni 2013
19 Generalmajor Markus Bentler 9. Mai 2006 29. Juli 2009
18 Generalmajor Manfred Engelhardt 31. März 2004 9. Mai 2006
17 Generalmajor Jan Oerding 9. März 2001 31. März 2004
16 Generalmajor Karl-Heinz Lather 20. März 1998 9. März 2001
15 Generalmajor Rüdiger Drews 27. September 1994 20. März 1998
14 Generalmajor Joachim Spiering 19. März 1993 27. September 1994
13 Generalmajor Manfred Gerber 26. März 1990 19. März 1993
12 Generalmajor Hannsjörn Boes 25. März 1988 26. März 1990
11 Generalmajor Horst Albrecht 27. September 1983 25. März 1988
10 Generalmajor Werner Lange 1. Oktober 1980 27. September 1983
9 Generalmajor Eberhard Hackensellner 29. September 1977 1. Oktober 1980
8 Generalmajor Günter Kießling 13. Januar 1976 29. September 1977
7 Generalmajor Jürgen Brandt 24. Juni 1974 13. Januar 1976
6 Generalmajor Rudolf Reichenberger 1. April 1971 24. Juni 1974
5 Generalmajor Siegfried Schulz 1. Oktober 1968 1. April 1971
4 Generalmajor Kurt Gerber 1. Januar 1965 1. Oktober 1968
3 Generalmajor Josef Moll 11. Juli 1963 1. Januar 1965
2 Generalmajor Johann Adolf Graf von Kielmansegg 21. Oktober 1960 11. Juli 1963
1 Generalmajor Leo Hepp 8. Dezember 1959 21. Oktober 1960

Verbandsabzeichen und interne Verbandsabzeichen der Dienststellen[Bearbeiten]

Partnerschaft[Bearbeiten]

Es bestand eine langjährige Partnerschaft der 10. Panzerdivision mit dem Landkreis Sigmaringen. Diese bedurfte der Genehmigung des Verteidigungsministeriums. Am 29. April 2014 wurde sie mit einer Serenade auf dem Marktplatz in Bad Saulgau aufgelöst.

Literatur[Bearbeiten]

  • Freundeskreis 10. Panzerdivision, Hrsg., Im Süden verwurzelt – in die Welt gewachsen 50 Jahre 10. Panzerdivision, Sigmaringen 2009
  • 10. Panzerdivision, Hrsg., 10. Panzerdivision, Sigmaringen, 2002
  • 10. Panzerdivision, Hrsg., Treu zu dienen – 10.Panzerdivision, Sigmaringen, 1989
  • 10. Panzerdivision, Hrsg., Treu zu dienen – 25 Jahre 10.Panzerdivision, Sigmaringen, 1984
  • 10. Panzerdivision, Hrsg., 25 Jahre 10.Panzerdivision 1959–1984, Mönch-Verlag Koblenz, 1984
  • Karsten Dyba, Markus Bentler: 50 Jahre 10. Panzerdivision – Im Süden verwurzelt - in die Welt gewachsen. Hrsg.: Freundeskreis der 10. Panzerdivision e.V., Sigmaringen. Fölbach Medienservice, München, Sigmaringen : Freundeskreis der 10. Panzerdivision, 2009. (ohne ISBN)(Im Bestand der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Simon Hofmann: Eine Erfolgsgeschichte endet – eine andere wird fortgesetzt. Bundesministerium der Verteidigung, Presse- und Informationsstab, 26. Juni 2014, abgerufen am 27. Juni 2014.
  2. 1. August 2014 - Albert Rupprecht zu Besuch beim Artilleriebataillon 131
  3. Karlheinz Fahlbusch: Von der Donau bis an den Hindukusch. 10. Panzerdivision feiert in Sigmaringen 50-jähriges Bestehen mit Ausstellung und Großen Zapfenstreich. In: Südkurier vom 16. Mai 2009
  4. Bentler geht – Bühler kommt (Suedkurrier.de vom 30. Juli 2009)
  5. Karl-Heinz Fahlbusch: Der Löwe mit dem Edelweiß. In: Südkurier. Südkurier GmbH Medienhaus, 30. Juli 2009, abgerufen am 17. Februar 2013.

49.8274779.901707Koordinaten: 49° 49′ 38,9″ N, 9° 54′ 6,1″ O