Joachim Wuermeling

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Joachim Wuermeling (* 19. Juli 1960 in Münster) ist ein deutscher ehemaliger Politiker (CSU) und seit 2016 Mitglied im Vorstand der Deutschen Bundesbank. Vor seinem Amtsantritt war der Staatssekretär a. D. und ehemalige Europapolitiker der CSU in verschiedenen leitenden Funktionen in der Finanz- und Versicherungswirtschaft sowie in der Politik tätig, zuletzt als Vorstand beim Verband der Sparda-Banken.

Er ist Mitgründer der Gruppe Europa-Professionell und derzeit ehrenamtlicher Schatzmeister der überparteilichen Europa-Union Deutschland.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur an der Tilemannschule in Limburg (1979) studierte Wuermeling Rechtswissenschaften. 1985 legte er in Bayreuth sein Erstes Juristisches Staatsexamen ab. Abschließend promovierte er bei Peter Häberle in Bayreuth (1987). Hieran schloss sich das Referendariat mit dem Zweiten Juristisches Staatsexamen (1989) an. Wuermeling erwarb 1990 am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz einen Master of Comparative, European and International Law.

Nach der akademischen Ausbildung wirkte Wuermeling zunächst von 1989 bis 1993 als Europareferent in der Bayerischen Vertretung Bonn. Er war anschließend (1993–1995) Mitarbeiter im Kabinett des Kommissars Schmidhuber in der Europäischen Kommission in Brüssel und (1993–1999) Referatsleiter in der Europaabteilung in der Bayerischen Staatskanzlei in München.

Zwischen 1999 und 2005 war Wuermeling Mitglied des Europäischen Parlaments in der Europäischen Volkspartei (EVP). Er war u. a. Mitglied im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz und außerdem stellvertretender Koordinator der EVP im Ausschuss für konstitutionelle Fragen (2002–2004).

Wuermeling war stellvertretendes Mitglied der EP-Delegation im Europäischen Konvent, der den europäischen Verfassungsentwurf erarbeitet hat (2002–2003).

Von Dezember 2005 bis Januar 2008 war Wuermeling beamteter Europastaatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und in dieser Funktion Koordinator der Europapolitik.

Von 2008 bis 2011 verantwortete Wuermeling als Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft die Ressorts Europa und internationale Angelegenheiten.[1][2]

Zwischen 2011 und 2016 war Wuermeling Vorsitzender des Vorstandes des Verbands der Sparda-Banken.

Zum 1. November 2016 trat Wuermeling sein Amt als Mitglied des Vorstands der Bundesbank an.

Ehrenamtlich wirkt Wuermeling als Schatzmeister im Präsidium der überparteilichen Europa-Union Deutschland mit. Von 2009 bis 2011 war er außerdem mit der Bundesbeamtin Silke Kaul Sprecher der Europa-Union Hauptstadtgruppe Europa-Professionell. Die Gruppe bildete ein Netzwerk von Europaexperten in Berlin und will die Europäisierung der deutschen Bundespolitik vorantreiben. Hierbei wird sein langjähriges Brüsseler und Berliner EU-Insiderwissen der Bürgerinitiative nutzbar gemacht.[3]

2010 bis 2012 war er Mitglied im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss, einem Nebenorgan der Europäischen Union.[4]

2011 wurde Wuermeling zum Honorarprofessor an der Universität Potsdam berufen.[5] Seit 1998 war Wuermeling als Lehrbeauftragter dort und an der Universität Bayreuth tätig.

Joachim Wuermeling ist verheiratet und hat fünf Töchter. Er ist einer der Söhne von Georg Wuermeling, dem früheren Landrat des Landkreises Limburg-Weilburg, und Enkel des ersten Bundesfamilienministers Franz-Josef Wuermeling (Kabinett Adenauer II, III, IV).

Mitgliedschaften und Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pressedienst der Versicherungswirtschaft vom 23. Juni 2008: Joachim Wuermeling verantwortet Europaarbeit im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft.
  2. Meldung der Financial Times Deutschland vom 23. Juni 2008 (Memento vom 30. März 2009 im Internet Archive) - vgl. offizielle Präsentation gdv
  3. vgl. Blick zurück ohne Zorn Frankenpost 25. Juli 2009 und DIE ZEIT 26. Juli 2009
  4. 2012/1/EU: Beschluss des Rates vom 19. Dezember 2011 zur Ernennung eines deutschen Mitglieds des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses In: Amtsblatt der Europäischen Union. vom 5. Januar 2012
  5. https://puls.uni-potsdam.de/QIS/VVZ/20111/VVZ_26101.pdf (S. 672)