Kabinett Adenauer IV

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Kabinett Adenauer IV
4. Kabinett der Bundesrepublik Deutschland
Konrad Adenauer
Bundeskanzler Konrad Adenauer
Legislaturperiode 4.
Ernannt durch Bundespräsident Heinrich Lübke
Bildung 14. November 1961
Ende 13. Dezember 1962
Dauer 1 Jahr und 29 Tage
Vorgänger Kabinett Adenauer III
Nachfolger Kabinett Adenauer V
Zusammensetzung
Partei(en) CDU, CSU, FDP
Repräsentation
Deutscher Bundestag
318/521
Oppositionsführer Erich Ollenhauer (SPD)

Das Kabinett Adenauer IV war die vom 14. November 1961 bis zum 13. Dezember 1962 amtierende deutsche Bundesregierung in der vierten Legislaturperiode.

Minister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kabinett Adenauer IV – 14. November 1961 bis 13. Dezember 1962
Amt Foto Name Partei
Bundeskanzler
Bundesarchiv B 145 Bild-F078072-0004, Konrad Adenauer.jpg
Konrad Adenauer
(1876–1967)
CDU
Stellvertreter des Bundeskanzlers
Bundesarchiv B 145 Bild-F022484-0016, Landtagswahlkampfreise Bundeskanzler Erhard.jpg
Ludwig Erhard
(1897–1977)
parteilos[1]
Auswärtiges
Bundesarchiv B 145 Bild-F008145-0002, Gerhard Schröder.jpg
Gerhard Schröder
(1910–1989)
CDU
Inneres
Bundesarchiv Bild 183-92106-0011, Hermann Höcherl.jpg
Hermann Höcherl
(1912–1989)
CSU
Justiz Wolfgang Stammberger
(1920–1982)
bis 19. November 1962
FDP
Finanzen Heinz Starke
(1911–2001)
bis 19. November 1962
FDP
Wirtschaft
Bundesarchiv B 145 Bild-F022484-0016, Landtagswahlkampfreise Bundeskanzler Erhard.jpg
Ludwig Erhard parteilos
Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Werner Schwarz
(1900–1982)
CDU
Arbeit und Sozialordnung
Bundeswehr-Foto BVM001 Theodor Blank.jpg
Theodor Blank
(1905–1972)
CDU
Verteidigung
Verteidigungsminister Franz Josef Strauß (4909816836).jpg
Franz Josef Strauß
(1915–1988)
bis 11. Dezember 1962
danach mit der Wahrnehmung beauftragt
CSU
Verkehr Hans-Christoph Seebohm
(1903–1967)
CDU
Post- und Fernmeldewesen Richard Stücklen
(1916–2002)
CSU
Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung
Bundesarchiv B 145 Bild-F013272-0041, Bonn, BMWo, Konferenz von Wohnungsbauexperten.jpg
Paul Lücke
(1914–1976)
CDU
Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte
Bundesarchiv B 145 Bild-F049588-0009, Frankfurt, FDP-Bundesparteitag, Mischnick.jpg
Wolfgang Mischnick
(1921–2002)
bis 19. November 1962
FDP
Gesamtdeutsche Fragen
Bundesarchiv Bild 146-2007-0100, Ernst Lemmer.jpg
Ernst Lemmer
(1898–1970)
CDU
Angelegenheiten des Bundesrates
und der Länder
Hans-Joachim von Merkatz
(1905–1982)
CDU
Atomkernenergie
Rittner Dr Siegfried Balke 1969.jpg
Siegfried Balke
(1902–1984)
CSU
Familien- und Jugendfragen
Bundesarchiv Bild 146III-386, Franz-Josef Wuermeling.jpg
Franz-Josef Wuermeling
(1900–1986)
CDU
Schatz Hans Lenz
(1907–1968)
bis 19. November 1962
FDP
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Bundesarchiv Bild 146-1989-047-20, Walter Scheel.jpg
Walter Scheel
(1919–2016)
bis 19. November 1962
FDP
Gesundheitswesen Elisabeth Schwarzhaupt
(1901–1986)
CDU
Besondere Aufgaben Heinrich Krone
(1895–1989)
CDU

Probleme bei der Koalitionsbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Bundestagswahl am 17. September 1961 erhielt die CDU/CSU 251 Mandate, die SPD 203 und die FDP 67. Eine sozial-liberale und eine große Koalition waren möglich und wurden auch diskutiert. Die FDP (sie hatte schon im Kabinett Adenauer II mitregiert) entschied sich für Koalitionsverhandlungen mit der CDU/CSU. Dabei gab es Auseinandersetzungen um die Nachfolge Adenauers. Adenauer, damals 85 Jahre alt, galt als "Kanzler auf Abruf", konnte sich aber erneut durchsetzen, unter anderem auch, da keine etablierte Nachfolgeregelung vorhanden war.[2]

Ein Jahr nach der schwerfälligen Regierungsbildung traten fünf Minister der FDP und weitere der Union zurück, da Adenauer sich weigerte, die beiden Staatssekretäre Volkmar Hopf (CSU, Verteidigungsministerium) und Walter Strauß (CDU, Justizministerium) zu entlassen. Diese wurden von der FDP beschuldigt, eine polizeiliche Aktion gegen die Redaktion des Nachrichtenmagazins Der Spiegel eingefädelt zu haben, die sich später zur sogenannten Spiegel-Affäre entwickeln sollte. Schlussendlich entließ Adenauer die Staatssekretäre Hopf und Strauß, um weitere Rücktritte und eine Ausweitung der Affäre zu verhindern. Seine Position verstärkte sich ein letztes Mal in den eigenen Reihen; er hatte genügend Rückhalt, um Ende 1962 sein fünftes Kabinett aufzustellen. Voraussetzung hierfür war jedoch unter anderem, dass der in die Affäre verwickelte Verteidigungsminister Franz Josef Strauß (CSU) kein Ressort mehr übernahm.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Parteiloser Bundeskanzler auf Welt.de (abgerufen am 1. Januar 2010)
  2. a b Evelyn Schmidtke: Der Bundeskanzler im Spannungsfeld zwischen Kanzlerdemokratie und Parteiendemokratie. Ein Vergleich der Regierungsstile Konrad Adenauers und Helmut Kohls, S. 136ff. Tectum Verlag 2001, ISBN 978-3828882782; Dissertation (Technische Universität Chemnitz, 2000)