Johann Christoph Wiegleb

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Johann Christoph Wiegleb (* 19. März 1690 in Heldritt; † 15. November 1749 in Steppach) war ein deutscher Orgelbauer des Barock.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiegleb war der zweitälteste Sohn des Orgelbauers Johann Hieronymus Wiegleb (* 20. Juli 1664; † um 1723). Dieser stammte aus Pferdingsleben bei Gotha und war mit der einzigen Tochter des damaligen Herren von Heldritt verheiratet. Nach der Lehrzeit bei seinem Vater bildete sich Johann Christoph bei dem Saalfelder Orgelbauer Johann Georg Fincke weiter. Außerdem lernte er bei Adam Ernst Reichard in Wilhermsdorf. Dort eröffnete er 1711 seine eigene Werkstatt. Nachdem er bereits zum Orgelbauer des Grafen von Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst geworden war, konnte er 1739 den Titel „Hof- und Landorgelmacher“ für Ansbach erlangen. Mit seinem Sohn Johann Friedrich floss seine Kunst in die Werkstatt des Orgelbauers Johann Friedrich Müller in Heidelberg ein. Wiegleb hatte einige Schüler, die seinen Stil fortführten. Nach Wieglebs Tod übernahm sein Geselle Caspar Moritz Nößler (1720–1777) die Werkstatt.

Werkliste (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Ort Kirche Bild Manuale Register Bemerkungen
1711 Wilhermsdorf Hauptkirche II/P 16 mit Hinterwerk; Mitarbeit beim Neubau von Adam Ernst Reichard; Prospekt von Karl Matter erhalten[1]
1719 Langenzenn Stadtkirche
Langenzenn Stadtkirche 024.jpg
II/P 25 Prospekt erhalten[2]
um 1720 Erlangen Altstädter Kirche Prospekt erhalten
1721 Bad Windsheim Spitalkirche
um 1725 Küps Ev.-luth. Pfarrkirche St. Jakob Küps, Evang.-Luth. Stadtpfarrkirche St. Jakob-016.jpg II/P 15 Prospekt erhalten
1730 Roßtal St. Laurentius I/P 12
1731 Herrnberchtheim Ev.-luth. Pfarrkirche I/P 8
1732 Öhringen Stiftskirche Öhringen II/P 26 nicht erhalten
1733–1736 Bad Windsheim St. Kilian
Bad Windsheim, St. Kilian, Interior-006.jpg
II/P 25 Prospekt von Johann Friedrich Maucher erhalten[3]
1736–1738 Ansbach St. Gumbertus
Ansbach 2011 090.JPG
III/P 46 Prospekt erhalten; 2004–2007 Rekonstruktion durch Orgelmakerij Reil[4]
1738 Wassermungenau St. Andreas
1749 Mühlhausen bei Erlangen II/P 24 angefangenes Werk
1748–1750 Schornweisach St. Roswinda Uehlfeld, Schornweisach, Evang.-Luth. Pfarrkirche St. Roswinda-20160730-007.jpg I/P 11 Neubau begonnen, mit Holzpfeifen im Prospekt

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Fischer, Theodor Wohnhaas: Der Hof- und Landorgelmacher Johann Christoph Wiegleb. In: 95. Jahrbuch des Historischen Vereins für Mittelfranken. Ansbach 1991, S. 262–281.
  • Paul Günther: Die Heldritter Wiegleb-Orgel von 1668/69, ihr Erbauer Johann Wiegleb und seine Kinder. Richtigstellung zahlreicher vermeidbarer Fehler in der Wiegleb-Forschung. Rodacher Rückert-Kreis, Bad Rodach 2007.
  • Egert Pöhlmann: Ein fränkischer Silbermann. Der Orgelbauer Johann Christoph Wiegleb (1690–1749). In: Organ – Journal für die Orgel. Bd. 8, Nr. 1, 2005, S. 40–48.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wiegleb organs – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Orgel in Wilhermsdorf, abgerufen am 17. April 2018.
  2. Orgel in Langenzenn, abgerufen am 17. April 2018.
  3. Orgel in Bad Windsheim, St. Kilian, abgerufen am 17. April 2018.
  4. Orgel in Ansbach, abgerufen am 17. April 2018 (PDF-Datei).