Johannes Maria Verweyen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Johannes Verweyen)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Johannes Maria Verweyen (* 11. Mai 1883 in Bedburg-Hau; † 21. März 1945 im KZ Bergen-Belsen) war ein deutscher Philosoph, zeitweiliger Freimaurer und Theosoph.

Leben[Bearbeiten]

Verweyen, auf einem Bauernhof in Till aufgewachsen, besuchte die dortige Grundschule und anschließend das Königliche Gymnasium zu Kleve, dann einige Jahre das Collegium Augustinianum Gaesdonck bei Goch und zuletzt das Hohenzollern-Gymnasium in Düsseldorf, wo er 1902 sein Abitur ablegte. Danach folgten Studien an den Universitäten Freiburg im Breisgau, Leipzig, Berlin, Straßburg und Bonn.

1905 wurde Verweyen an der Universität Bonn in Philosophie promoviert, wo er sich 1908 habilitierte, als Privatdozent tätig war und 1918 zum außerordentlichen Professor ernannt wurde. 1934 wurde er von den Nationalsozialisten ohne Angabe von Gründen seines Amtes enthoben.

Verweyen war zeitweise ein Anhänger der Freimaurerei und des Monismus. 1927 wurde er Mitglied der Theosophischen Gesellschaft Adyar (Adyar-TG) und bereits 1928 Generalsekretär der Deutschen Sektion. Im selben Jahr weihte ihn James Ingall Wedgwood zum Priester der Liberalkatholischen Kirche (LKK). 1936 kehrte er in die Römisch-katholische Kirche zurück.

Im August 1941 wurde er von der Gestapo in Frankfurt am Main in sogenannte „Schutzhaft“ genommen, in das Berliner Polizeigefängnis Alex überführt und im Mai 1942, ohne je verhört worden zu sein, in das KZ Sachsenhausen eingeliefert. Am 4. Februar 1945 wurde er in das KZ Bergen-Belsen gebracht, wo er am 21. März 1945 an Fleckfieber verstarb.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Philosophie des Möglichen. Grundzüge einer Erkenntniskritik. Hirzel, Leipzig 1913
  • Naturphilosophie. Teubner, Leipzig 1915; Reprint: Nabu Press 2010, ISBN 1-174-92261-3
  • Vom Geist der deutschen Dichtung. Röhrscheid, Bonn 1917
  • Der Edelmensch und seine Werte. Eine Charakterlehre neuer Prägung. Reinhardt, München 1919
  • Neuere Hauptrichtungen der Philosophie. Velhagen & Klasing, Bielefeld 1920
  • Form als Wesenausdruck. Anthropos, Prien 1921
  • Die Philosophie des Mittelalters. Vereinigung wissenschaftlicher Verleger, Berlin 1921
  • Der religiöse Mensch und seine Probleme. Reinhardt, München 1922; Reprint: Kessinger 2010, ISBN 1-160-07107-1
  • Der soziale Mensch und seine Grundfragen. Reinhardt, München 1924
  • Deutschlands geistige Erneuerung. Quelle & Meyer, Leipzig 1924
  • Religion und Kultur. Quelle & Meyer, Leipzig 1925
  • Betrachtung über Mystik. Wolkenwanderer, Leipzig 1926
  • Meisterung des Lebens. Reissner, Dresden 1926
  • Wagner und Nietzsche. Strecker & Schröder, Stuttgart 1926
  • Die Probleme des Mediumismus. Enke, Stuttgart 1928
  • Der neue Mensch und seine Ziele. Menschheitsfragen der Gegenwart und Zukunft. Hädecke, Stuttgart 1930
  • Praktische Menschenkenntnis und richtige Menschenbehandlung. Süddeutsches Verlagshaus, Stuttgart 1934
  • Das Vaterunser. Betrachtungen und Gedanken. Franke, Breslau 1936
  • Welt und Welten. Grundlegung einer Weltanschauung. Franke, Breslau 1936
  • Zurück zu Christus. Ein Buch der Einkehr und Umkehr. Franke, Breslau 1937
  • Wesen und Sinn des Lebens. Widder, Leipzig 1939
  • Leben und Mysterien. Franke, Breslau 1939
  • Heimkehr, eine religiöse Entwicklung. Franke, Breslau 1941
  • Seelenstimmungen in Hymnen. Boss, Kleve 1950

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]