John Erpenbeck

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John Erpenbeck, 2007

John Erpenbeck (* 29. April 1942 in Ufa, Sowjetunion) ist ein deutscher Wissenschaftler und Buchautor.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erpenbeck ist Sohn des Schriftstellerehepaars Fritz Erpenbeck und Hedda Zinner.[1] Nach dem Abitur studierte er Physik mit Spezialisierung auf Biophysik. 1965 erhielt er das Diplom.[2]

1968 erfolgte die Promotion zum Dr. rer. nat. mit einer Arbeit zum Thema Gegenstromdiffusion in flüssiger Phase mit anschließender Zirkulationsvervielfachung. Anschließend war er als Experimentalphysiker am Institut für Biophysik der Akademie der Wissenschaften (AdW) zu Berlin tätig[3]. Von 1971 bis 1973 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Kernforschung/Kosmosforschung des Ministeriums für Wissenschaft und Technik[4]. Anschließend folgte (bis 1990) eine wissenschaftliche Tätigkeit am Zentralinstitut für Philosophie der AdW, Bereich Philosophische Fragen der Wissenschaftsentwicklung, wo er sich mit philosophischen, historischen und wissenschaftstheoretischen Problemen der Psychologie kognitiver, emotional-motivationaler und volitiver Prozesse beschäftigte[5].

Mit der Arbeit Erkenntnistheorie und Psychophysik kognitiver Prozesse habilitierte er sich 1978. 1984 wurde er zum Professor der AdW ernannt[6]. Im selben Jahr wurde er Honorary Fellow in Writing der Universität von Iowa (USA). 1982 wurde er mit dem Heinrich-Heine-Preis ausgezeichnet. 1993/94 erhielt er die Ernennung zum Fellow des Center for Philosophy of Science, Pittsburgh. Von 1991 bis 1995 forschte er mit Schwerpunkt Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftstheorie der Förderungsgesellschaft wissenschaftliche Neuvorhaben mbH (Max-Planck-Gesellschaft)[7].

In der Zeit von 1993 bis 1994 war er als Forscher am Center for Philosophy of Science, Pittsburgh tätig, danach bis 1998 als Professor an der Universität Potsdam, Arbeitsgruppe Wissenschaftskommunikation. Ab 1998 Senior Consultant, ab 2000 Bereichsleiter im Projekt Lernkultur Kompetenzentwicklung (ABWF/QUEM). Seit Mai 2007 ist er Professor an der School of International Business and Entrepreneurship (SIBE)[8] in Herrenberg. Er begleitet das MBA Projekt-Kompetenzstudium durch Kompetenzmessung und -zertifizierung sowie Forschungsarbeiten zur Kompetenzentwicklung und Kompetenzmanagement.

Erpenbeck ist Mitglied des Verbandes der Schriftsteller der Bundesrepublik Deutschland, der Arbeitsgemeinschaft berufliche Weiterbildungsforschung[9] und der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin sowie des Forschungsinstituts berufliche Weiterbildung.

Erpenbeck war mit der Arabisch-Übersetzerin Doris Erpenbeck verheiratet und hat mit ihr eine Tochter, die Schriftstellerin Jenny Erpenbeck. Er ist als Wissenschaftler in den Bereichen Kompetenzbilanzierung, -diagnostik, -entwicklung[10] tätig und ist auch an der privaten Steinbeis-Hochschule Berlin tätig. Er lebt in Berlin.

Kompetenzbilanzierung, Kompetenzdiagnostik, Kompetenzentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1996 bis 1998 entwickelte Erpenbeck zusammen mit Volker Heyse und Horst Max mehrere Kompetenzmessinstrumente:

  • KODE[11] ist ein Verfahren, welches die Kompetenzen messen kann. KODE ist die Abkürzung für Kompetenzdiagnostik und -entwicklung und wird im Rahmen der Personal- und Teamentwicklung eingesetzt.
  • Personale Kompetenz (P), Aktivitäts- und Handlungskompetenz (A), Fachlich-Methodische Kompetenz (F) und Sozial-Kommunikative Kompetenz (S)[12][13] bewertet.
  • Anfang 2008 wurde ein weiteres Verfahren namens KODES publiziert, welches auf die Erkennung und Entwicklung von Kompetenzen von Schülern und Auszubildenden ausgerichtet sein soll.
  • KODEX[14], der Kompetenzexplorer, dient der Erkundung von unternehmensstrategischen Kompetenzanforderungsprofilen, von anforderungs- bzw. aufgabenspezifischen Kompetenz-Sollprofilen sowie von Kompetenzpotenzialen der Mitarbeiter und Führungskräfte.
  • KODEW[15] ist ein von Erpenbeck gemeinsam mit Werner Sauter entwickeltes Verfahren zur Messung von Werten auf Ebene von Individuen, Teams und Unternehmen.
  • WERDE ist die Abkürzung für Wertediagnostik und -entwicklung. Es analysiert sogenannte Unternehmerwerte, also das Wertegerüst eines Unternehmers bzw. einer Unternehmerfamilie und soll quantitative und qualitative Aussagen über die vier Dimensionen Genuss-, Nutzen, ethische und politische Werte ermöglichen.[16]

Literarische Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Traum ist Schaum, Libretto (1959)
  • Formel Phantasie, Gedichte .Mitteldeutscher Verlag , Halle - Leipzig (1972)
  • Alleingang, Roman. Mitteldeutscher Verlag , Halle - Leipzig (1973)
  • Analyse einer Schuld, Roman . Mitteldeutscher Verlag , Halle - Leipzig (1977)
  • Arten der Liebe, Gedichte. Mitteldeutscher Verlag , Halle - Leipzig (1978)
  • Der blaue Turm, Roman. Mitteldeutscher Verlag , Halle - Leipzig (1980)
  • Heillose Flucht, Erzählung (1984)
  • Gruppentherapie, Roman (1989)
  • Aufschwung, Roman (1996), Taschenbuch (2000)
  • Hermann Glöckner. Ein Patriarch der Moderne, (1983)
  • Windvogelviereck. Schriftsteller über Wissenschaftler und Wissenschaften (1987)

Wissenschaftliche Buchpublikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Trennverfahren nach Fritz Lange (1974)
  • Philosophie contra Naturwissenschaft? (zus. mit Herbert Hörz, 1977)
  • Was kann Kunst ? Gedanken zu einem Sündenfall, Essay. Mitteldeutscher Verlag , Halle - Leipzig (1979)
  • Psychologie und Erkenntnistheorie (1980)
  • Motivation – ihre Psychologie und Philosophie (1984)
  • Das Ganze denken. Zur Dialektik menschlicher Bewußtseinsstrukturen und -prozesse (1986)
  • Entgrenztes Denken. Überlegungen zum Verhältnis von Wissenschaft und Literatur (1990)
  • Wollen und Werden. Ein psychologisch-philosophischer Essay über Willensfreiheit, Freiheitswillen und Selbstorganisation (1993)
  • Menschenbild und Menschenbildung (zus. mit J.Weinberg, 1993)
  • Management und Wertewandel im Übergang. Voraussetzungen, Chancen und Grenzen betrieblicher Weiterbildung im Transformationsprozeß (zus. mit Volker Heyse 1994)
  • Berufliche Weiterbildung und berufliche Kompetenzentwicklung (zus. mit Volker Heyse 1996)
  • Der Sprung über die Kompetenzbarriere (zus. mit Volker Heyse 1997)
  • Die Kompetenzbiographie. Strategien der Kompetenzentwicklung durch selbstorganisiertes Lernen und multimediale Kommunikation (zus. mit Volker Heyse 1999, 2. Auflage 2007)
  • Kompetenzbiographie-Kompetenzmileu-Kompetenztransfer (zus. mit Volker Heyse 2000)
  • Kompetenzprofiling (zus. mit Volker Heyse und Lutz Michel, 2001)
  • Handbuch Kompetenzmessung (zus. mit Lutz von Rosenstiel 2003, 2. Auflage 2007)
  • Kompetenztraining (mit Volker Heyse, 2004)
  • Kompetenzen erkennen, bilanzieren und entwickeln (Hrsg. zus. mit Volker Heyse, Horst Max, 2004)
  • Kompetenzkapital. Verbindungen zwischen Kompetenzbilanzen und Humankapital (Hrsg. zus. mit J. Hasebrook, Olaf Zawacki-Richter, 2004)
  • Kompetenzkapital heute. Wege zum Integrierten Kompetenzmanagement. (Hrsg. zus. mit Erich Barthel, J. Hasebrook, Olaf Zawacki-Richter, 2007)
  • KompetenzManagement. Methoden, Vorgehen, KODE, KODEX im Praxistest. (Hrsg. zus. mit Volker Heyse, Horst Max, 2007)
  • Kompetenzentwicklung im Netz. New Blended Learning mit Web 2.0 (zus. mit Werner Sauter, 2007, 2014)
  • Kompetenztraining – 64 Modulare Informations- und Trainingsprogramme (zus. mit Volker Heyse, 2009)
  • Grundstrukturen menschlicher Kompetenzen (Hrsg. zus. mit Volker Heyse und Stefan Ortmann, 2010)
  • Der Königsweg zur Kompetenz. Grundlagen qualitativ-quantitativer Kompetenzerfassung. (Hrsg., 2011)
  • Konfliktkompetenz (zus. mit Karl Kreuser, Thomas Robrecht, 2012)
  • Kompetenzmodelle von Unternehmen: Mit praktischen Hinweisen für ein erfolgreiches Management von Kompetenzen. (Hrsg. zus. mit Lutz von Rosenstiel und Sven Grothe, 2013)
  • Bildung.Komptenzen.Werte. Stuttgart (Hrg. zus. mit Werner Faix, Michael Auer 2013)
  • Kompetenz ist viel mehr. Erfassung und Entwicklung von fachlichen und überfachlichen Kompetenzen in der Praxis (Hrsg. zus. mit Volker Heyse und Stefan Ortmann, 2015)
  • Kompetenzentwicklung mit humanoiden Computern. Die Revolution des Lernens via Cloud Computing und semantischen Netzen. (zus. mit Werner Sauter, 2015)
  • Wissen, Werte und Kompetenzen in der Mitarbeiterentwicklung - Ohne Gefühl geht in der Bildung gar nichts. (zus. mit Werner Sauter, 2015)
  • E-Learning und Blended Learning - Selbstgesteuerte Lernprozesse zum Wissensaufbau und zur Qualifizierung. (zus. mit Werner Sauter, Simon Sauter, 2015)
  • Handbuch Kompetenzmessung. Erkennen, verstehen und bewerten von Kompetenzen in der betrieblichen, pädagogischen und psychologischen Praxis. (zus. mit Werner Sauter, Sven Grote; Lutz von Rosenstiel, 3. Auflage 2016)
  • Intelligente Integration von Flüchtlingen und Migranten: Aktuelle Erfahrungen, Konzepte und kritische Anregungen (Hrsg. zus. mit Volker Heyse und Stefan Ortmann, 2016)
  • Social Workplace Learning. Kompetenzentwicklung im Arbeitsprozess und im Netz in der Enterprise 2.0. (zus. mit Werner Sauter, Simon Sauter, 2016)
  • Stoppt die Kompetenzkatastrophe! – Wege in eine neue Bildungswelt. (zus. mit Werner Sauter, 2016, 2. Auflage 2019)
  • Handbuch Kompetenzentwicklung im Netz - Bausteine einer neuen Lernwelt. (Hrsg. zus. mit Werner Sauter, 2017)
  • Wertungen, Werte. Das Fieldbook für ein erfolgreiches Wertemanagement. (zus. mit Werner Sauter, 2017)
  • Mittelstand 4.0 – eine digitale Herausforderung. (Hrsg. zus. mit Volker Heyse, Stefan Ortmann, Stephan Coester, 2018)
  • Wertungen, Werte - das Buch der gezielten Werteentwicklung von Persönlichkeiten. (zus. mit Werner Sauter, 2019)
  • Kompetenzmanagement mit System: Theorie und Anwendung der international bewährten KODE-Verfahren (zus. mit weiteren Autoren wie Volker Heyse und Stephan Coester, 2019)
  • Werteerfassung und Wertemanagement - Gezielte Werteentwicklung von Persönlichkeiten, Teams und Organisationen. (zus. mit Werner Sauter, R. Sauter, 2020)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Offizielle Homepage von John Erpenbeck. Abgerufen am 24. Juni 2017.
  2. Offizielle Homepage von John Erpenbeck. Abgerufen am 24. Juni 2017.
  3. Offizielle Homepage von John Erpenbeck. Abgerufen am 24. Juni 2017.
  4. Peer Pasternack: Wissenschafts-und-Hochschulgeschichte. (PDF) In: Wissenschafts- und Hochschulgeschichte der SBZ, DDR und Ostdeutschlands 1945-2000. Institut für Hochschulforschung, 2006, abgerufen am 6. Juni 2017.
  5. Offizielle Homepage von John Erpenbeck. Abgerufen am 24. Juni 2017.
  6. Offizielle Homepage von John Erpenbeck. Abgerufen am 24. Juni 2017.
  7. Offizielle Homepage von John Erpenbeck. Abgerufen am 24. Juni 2017.
  8. Team: School of International Business and Entrepreneurship, SIBE: School of International Business and Entrepreneurship, SIBE. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 13. Juli 2017; abgerufen am 6. Juni 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sibe-edu.com
  9. Erpenbeck, John, Heyse, Volker: Berufliche Weiterbildung und berufliche Kompetenzentwicklung : Gutachten für die Arbeitsgemeinschaft betriebliche Weiterbildungsforschung. 1996 (uni-potsdam.de [abgerufen am 6. Juni 2017]).
  10. Werner G. Faix: Kompetenz. Festschrift Prof. Dr. John Erpenbeck zum 70. Geburtstag. Hrsg.: Werner G. Faix. 1. Auflage. Band 4. Steinbeis-Edition, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-943356-07-6, S. 212.
  11. Deutsches Patent- und Markenamt. Abgerufen am 24. Juni 2017.
  12. Waxmann Reihe Kompetenzmanagement in der Praxis. Abgerufen am 24. Juni 2017.
  13. Kompetenzbilanz-Verfahren: Kode Kompetenz-Diagnostik und Entwicklung, Weiterbildungsguide auf test.de vom Februar 2017, abgerufen am 15. März 2017
  14. Deutsches Patent- und Markenamt. Abgerufen am 24. Juni 2017.
  15. Verfahren KODEW. Abgerufen am 12. Februar 2021 (deutsch).
  16. WERDE & Werte. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 27. September 2017; abgerufen am 24. Juni 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kompetenzmanagement.rub.de

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brigitte Böttcher (Hrsg.): Bestandsaufnahme. Literarische Steckbriefe. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 1976, John Erpenbeck, S. 28 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]