Jon Flemming Olsen

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Jon Flemming Olsen im März 2014

Jon Flemming Olsen (* 14. Dezember 1964 in Düsseldorf) ist ein deutscher Musiker, Grafikdesigner, Autor, Schauspieler und Fernsehmoderator. Mit der von ihm gegründeten[1] Country-Gruppe Texas Lightning vertrat er Deutschland beim Eurovision Song Contest 2006 mit dem Song No No Never. Der deutsche Beitrag belegte Platz 15 im Wettbewerb, erlangte in Deutschland mit über 450.000 verkauften Einheiten Gold- und Platinstatus und verblieb insgesamt 38 Wochen lang in den deutschen Media Control Single Charts. Das bereits 2005 veröffentlichte Texas Lightning-Album Meanwhile, Back at the Ranch … erreichte im Zuge dessen mit fast 200.000 verkauften Einheiten ebenfalls beinahe Platin. Olsen spielte bis zu seinem Ausstieg 2009 Gitarre und sang.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine musikalische Ausbildung begann 1969 mit Musikalischer Früherziehung an der Musikschule in Hamburg. Es folgten Flöten- und Geigenunterricht. Sein Hauptinstrument, die Gitarre, erlernte er zwischen 1977 und 1982. Olsen nahm 1986 Gesangsunterricht. Es folgte der Popkurs, ein Kontaktstudiengang der Populärmusik in Hamburg im Jahr 1987.

Nach diversen Schüler- und Jugendbands gründete Olsen als Sänger und Songschreiber 1989 die Band Welcome Home (bis 1993), mit Christian Neander an der Gitarre und Leo Schmidthals (beide später bei Selig) am Bass. In Olli Dittrichs Bandprojekt Tim spielte Olsen 1989 Akustikgitarre. Ebenfalls 1989 stieß er zu Die Sirenen (bis 1994), einem A cappella-Oktett, das als Hausband der im NDR-Fernsehen übertragenen Mitternachtsshow im Schmidt Theater auftrat. Und bei Die Bietels (1992–1996) mit Olli Dittrich (Kinderschlagzeug, Gesang) und Stephan Zacharias (Bass, Gesang) war er E-Gitarrist und Sänger.

Ab 1993 gestaltete Olsen als autodidaktischer Grafikdesigner vorwiegend CD-Cover, unter anderem für Udo Lindenberg, Phillip Boa, Selig, Echt, Palast Orchester mit seinem Sänger Max Raabe, Stefan Gwildis und Annett Louisan. Für einige dieser Arbeiten im Bereich Cover-Design wurde Olsen mit Gold- und Platinauszeichnungen ausgezeichnet.

Im Jahr 2000 spielte Olsen neben weiteren kleinen Rollen erstmals Ingo, den Imbisswirt, als der er eine Perücke trägt.[2] Olli Dittrichs Solo-TV-Format Olli, Tiere, Sensationen enthielt die improvisierten Dittsche-Parts bereits in jeweils zweiminütiger Kurzform.[3] Nach einer zweiten Staffel im Jahr 2001 wurde das Programm abgesetzt.

Seit Februar 2004 wird Dittsche – das wirklich wahre Leben als 30-minütiges, eigenständiges Format vom WDR ausgestrahlt. Die Imbiss-Comedy wurde mit dem Grimme-Preis in Gold und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet.

Im Jahr 2009 reiste Olsen einen Monat durch Deutschland, um in 16 Imbissbuden in 16 Bundesländern die deutsche Imbiss-Wirklichkeit zu „erforschen“. Am 15. März 2010 erschien sein Buch Der Fritten-Humboldt: Meine Reise ins Herz der Imbissbude.[3][4] Im November 2011 gründete er eine neue Band namens Jon Flemming Olsen Acoustic Trio. Dort sang Olsen und spielte Western-Gitarre und Mandoline. Im März 2012 erschien sein Buch Der Fritten-Humboldt: Meine Reise ins Herz der Imbissbude als Taschenbuchausgabe unter dem neuen Titel In 16 Tagen um die Wurst. Im Frühjahr 2012 moderierte Olsen insgesamt 40 Folgen der Quizsendung Kneipenquiz, die der Fernsehsender ZDFneo wochentags im Vorabend ausstrahlte.

Im Sommer 2012 begann Olsen mit der Arbeit an seinem ersten Solo-Album, das ausschließlich deutschsprachige Songs enthalten sollte. Das Immer wieder weiter betitelte Album erschien im Januar 2014 auf dem Hamburger Label 105music. Im Mai 2017 veröffentlichte Olsen sein Von ganz allein betiteltes zweites Solo-Album auf dem Hamburger Label Superlaut. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger schrieb Olsen für dieses Album alle Songs und Texte selbst, die Produktion wurde im Vorfeld überwiegend durch ein Crowdfunding finanziert.

2017 war Olsen als Gast auf dem Album "Wüste Lieder" der Band The Twang bei einer Country-Version von "Augenbling" dabei. Der Song erschien auch als Single.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jon Flemming Olsen: Der Fritten-Humboldt: Meine Reise ins Herz der Imbissbude. Goldmann Verlag, 2010, ISBN 978-3-442-31219-1.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben (Solo)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[5]
DE
2014 Immer wieder weiter
2017 Von ganz allein

Studioalben (mit Texas Lightning)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[6]
DE AT CH
2005 Meanwhile, Back at the Ranch … 3
(32 Wo.)
13
(15 Wo.)
28
(19 Wo.)
2006 Meanwhile, Back at the Golden Ranch … 31
(10 Wo.)
2009 Western Bound

Singles (mit Texas Lightning)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[6]
DE AT CH
2005 Like a Virgin
Meanwhile, Back at the Ranch …
91
(1 Wo.)
2006 No No Never
Meanwhile, Back at the Ranch …
1
(38 Wo.)
4
(34 Wo.)
6
(34 Wo.)
I Promise
Meanwhile, Back at the Golden Ranch …
51
(9 Wo.)
61
(3 Wo.)
87
(2 Wo.)
2009 Seven Ways to Heaven
Western Bound
80
(1 Wo.)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jon Flemming Olsen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Norman Raap: Jon Flemming Olsen hat Texas Lightning erfunden. In: Hamburger Abendblatt. vom 17. Mai 2006. Abgerufen am 24. Juni 2011.
  2. INTERVIEW: Jon Flemming Olsen. In: Hamburger Morgenpost. vom 24. Juli 2007. Abgerufen am 24. Juni 2011.
  3. a b Julia Jüttner: Interview mit Jon Flemming Olsen: Der Fritten-Humboldt. In: Spiegel Online, 27. Februar 2009. Abgerufen am 24. Juni 2011.
  4. Imbissstuben Essen wie im wahren Leben. faz.net, 19. März 2010. Abgerufen am 24. Juni 2011.
  5. Chartquellen: DE
  6. a b Chartquellen: DE AT CH