Joncherey

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Joncherey
Wappen von Joncherey
Joncherey (Frankreich)
Joncherey
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Territoire de Belfort
Arrondissement Belfort
Kanton Delle
Gemeindeverband Sud Territoire
Koordinaten 47° 32′ N, 7° 0′ OKoordinaten: 47° 32′ N, 7° 0′ O
Höhe 349–401 m
Fläche 5,18 km2
Einwohner 1.305 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 252 Einw./km2
Postleitzahl 90100
INSEE-Code
Website http://www.joncherey.fr/

Rathaus

Joncherey (deutsch früher Guntscherach) ist eine Gemeinde im französischen Département Territoire de Belfort in der Region Bourgogne-Franche-Comté.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joncherey liegt auf 357 m über dem Meer, zwei Kilometer nördlich von Delle und etwa 16 Kilometer südöstlich der Stadt Belfort (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich am östlichen Talrand der Allaine, im Flachland der Burgundischen Pforte, nahe der Grenze zur Schweiz.

Die Fläche des 5,18 km² großen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt der leicht gewellten Landschaft im Bereich der Burgundischen Pforte (Trouée de Belfort). Begrenzt wird das Gebiet im Westen durch die Allaine, die hier mit zahlreichen Windungen durch einen rund 1 km breiten Talboden (355 m) nach Nordwesten fließt. Die südliche Grenze verläuft entlang der Coeuvatte, die nahe beim Dorf in die Allaine mündet. Vom Flusslauf erstreckt sich das Gemeindeareal nach Nordosten über die flache Talaue und den anschließenden sanft ansteigenden Hang von Joncherey bis auf das Plateau der Burgundischen Pforte, das durchschnittlich auf 390 m liegt. Es ist teils mit Acker- und Wiesland, teils mit Wald bedeckt und wird durch zwei Talmulden, die sich gegen die Allaine hin öffnen, untergliedert. In Mulden- und Tallagen im Bereich des Bois du Procès und des Bois du Magny befinden sich mehrere Weiher, die für die Fischzucht angelegt wurden. Mit 401 m wird im Bois du Procès die höchste Erhebung von Joncherey erreicht.

Zu Joncherey gehört die Siedlung Les Roselets (370 m) am nördlichen Ortsrand. Nachbargemeinden von Joncherey sind Grandvillars und Boron im Norden, Faverois im Osten, Delle im Süden sowie Thiancourt im Westen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch eine Schenkung des Grafen Eberhard von Elsass kam das Gebiet um Delle im Jahr 728 an das Kloster Murbach. Erstmals urkundlich erwähnt wird Joncherey im Jahr 1290 unter dem Namen Juncherye. In der Folgezeit wurde zwischen Grand-Joncherey und Petit-Joncherey unterschieden. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts gelangte das Dorf unter die Oberhoheit der Habsburger und gehörte zur Herrschaft Delle. Zusammen mit dem Sundgau kam es mit dem Westfälischen Frieden 1648 an die französische Krone.

Seit 1793 gehörte Joncherey zum Département Haut-Rhin, verblieb jedoch 1871 als Teil des Territoire de Belfort im Gegensatz zum restlichen Elsass bei Frankreich. Der Grund hierfür war die Teilung der Region im Jahre 1871 weitgehend entlang der Deutsch-Französischen Sprachgrenze. Jonchery war französischsprachig und blieb deshalb bei Frankreich. Am 2. August 1914 wurde der Korporal Peugeot in Joncherey von einem deutschen Soldaten, des Jäger-Regiments zu Pferde Nr. 5 getötet, das im damals deutschen Mülhausen stationiert war. Peugeot gilt als erste Tote der französischen Streitkräfte des Ersten Weltkrieges. Im gleichen Gefecht fiel Albert Mayer, der als der erste deutsche Tote des Krieges gilt.

Zusammen mit Lebetain wurde Joncherey im Jahr 1972 mit Delle fusioniert, erhielt aber 1982 seine Selbständigkeit wieder zurück.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dorfkirche von Joncherey wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten zählen die Kapelle Sainte-Véronique aus dem 19. Jahrhundert und die Gedenkstätte für Korporal Jules-André Peugeot.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1962 783
1968 981
1975 1100
1982 1263
1990 1300
1999 1314

Mit 1305 Einwohnern (1. Januar 2015) gehört Joncherey zu den kleineren Gemeinden des Département Territoire de Belfort. Nachdem die Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stets im Bereich zwischen 410 und 520 Personen gelegen hatte, wurde vor allem von 1950 bis 1990 ein deutliches Bevölkerungswachstum verzeichnet. Seither verblieb die Einwohnerzahl auf nahezu konstantem Niveau.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joncherey war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ein vorwiegend durch die Landwirtschaft (Ackerbau, Obstbau und Viehzucht), die Fischzucht und die Forstwirtschaft geprägtes Dorf. Daneben gibt es heute verschiedene Betriebe des lokalen Kleingewerbes. Mittlerweile hat sich das Dorf zu einer Wohngemeinde gewandelt. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die in Delle und in den Agglomerationen Belfort und Montbéliard ihrer Arbeit nachgehen.

Die Ortschaft ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Sie liegt an der Hauptstraße, die von Belfort nach Delle führt. Mit der Eröffnung der Schnellstraße N19, welche die Autobahn A36 mit der im Bau befindlichen schweizerischen A16 verbinden soll, wurde Joncherey vom Durchgangsverkehr entlastet. Durch das Gemeindegebiet führte die Eisenbahnlinie von Belfort via Porrentruy nach Delémont. Die mittlerweile stillgelegte Strecke soll mit der Eröffnung der TGV-Linie Rhin-Rhône reaktiviert werden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Joncherey – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien