Châtenois-les-Forges

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Châtenois-les-Forges
Wappen von Châtenois-les-Forges
Châtenois-les-Forges (Frankreich)
Châtenois-les-Forges
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Territoire de Belfort
Arrondissement Belfort
Kanton Châtenois-les-Forges (Hauptort)
Gemeindeverband Grand Belfort
Koordinaten 47° 34′ N, 6° 51′ OKoordinaten: 47° 34′ N, 6° 51′ O
Höhe 328–415 m
Fläche 8,67 km2
Einwohner 2.757 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 318 Einw./km2
Postleitzahl 90700
INSEE-Code

Mairie Châtenois-les-Forges

Châtenois-les-Forges (deutsch früher Kestenholz) ist eine Gemeinde im französischen Département Territoire de Belfort in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Es ist Hauptort des Kantons Châtenois-les-Forges im Arrondissement Belfort.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Châtenois-les-Forges liegt auf 335 m Meereshöhe, etwa auf halbem Weg zwischen den Städten Belfort und Montbéliard, neun Kilometer südlich von Belfort (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich im nördlichen Abschnitt des Beckens von Montbéliard, am Westrand der breiten Talebene der Savoureuse gegenüber von Trévenans, am Ostfuß der Anhöhen des Bois de Châtenois.

Die Fläche des 8,67 km² großen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt der leicht gewellten Landschaft im Bereich der Burgundischen Pforte (Trouée de Belfort). Die östliche Grenze verläuft entlang der Savoureuse, die mit mehreren Windungen durch eine rund ein Kilometer breite Talebene nach Süden fließt und für die Entwässerung zum Allan sorgt. Vom Flusslauf erstreckt sich das Gemeindeareal westwärts auf das Plateau von Châtenois, das durchschnittlich auf 370 m liegt und überwiegend von Acker- und Wiesland bestanden ist. Es steigt gegen Norden zur Höhe des Bois d'Oye an, in dem mit 415 m die höchste Erhebung von Châtenois erreicht wird. Im Westen wird das Plateau durch ein in Nord-Süd-Richtung verlaufendes Trockental begrenzt. Weiter nach Westen reicht der Gemeindeboden in die ausgedehnte Waldung des Bois de Châtenois, die durch verschiedene Mulden und Kuppen (bis 405 m) untergliedert ist.

Nachbargemeinden von Châtenois-les-Forges sind Bermont im Norden, Trévenans im Osten, Nommay und Grand-Charmont im Süden sowie Bethoncourt und Brevilliers im Westen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wird Châtenois im Jahr 1147 unter dem latinisierten Namen Casteneyaco. Zu dieser Zeit bestand hier ein Priorat der Augustiner, das dem Priorat von Lanthenans unterstand und 1435 in Abhängigkeit vom Kapitel Montbéliard geriet. Zunächst im Einflussbereich der Herren von Montbéliard stehend, gelangte Châtenois Mitte des 14. Jahrhunderts unter die Oberhoheit der Habsburger. Es bildete den Mittelpunkt einer Meierei. Ende des 16. Jahrhunderts wurde das Priorat aufgegeben. Zusammen mit dem Sundgau kam Châtenois mit dem Westfälischen Frieden 1648 an die französische Krone.

Seit 1793 gehörte das Dorf zum Département Haut-Rhin, verblieb jedoch 1871 als Teil des Territoire de Belfort im Gegensatz zum restlichen Elsass bei Frankreich. Im Lauf des 18. Jahrhunderts entwickelte sich die eisenverarbeitende Industrie mit mehreren Hochöfen, in denen das Eisenerz aus der Umgebung veredelt wurde. Besitzer der Werke waren die Mazarins von Belfort. Mit der Eröffnung der Trambahn von Montbéliard nach Belfort wurde Châtenois 1913 an das Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen. Der Betrieb auf der Strecke wurde 1940 jedoch wieder aufgegeben. Um eine Verwechslung mit anderen gleichnamigen Gemeinden zu vermeiden, wurde Châtenois 1933 offiziell in Châtenois-les-Forges umbenannt. Seit 2005 war Châtenois-les-Forges zunächst Teil des Gemeindeverbandes Communauté d'Agglomération Belfortaine, der 2017 in der Communauté d’agglomération Grand Belfort aufging.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Saint-Étienne

Die Kirche Saint-Étienne mit der für die Franche-Comté typischen Turmhaube wurde im 18. Jahrhundert neu erbaut und im Juni 1745 geweiht. Sie besitzt eine reiche Ausstattung.

Im Dorf befinden sich mehrere neoklassizistische Brunnen.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit 2757 Einwohnern (1. Januar 2015) gehört Châtenois-les-Forges zu den mittelgroßen Gemeinden des Département Territoire de Belfort. Nachdem die Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stets im Bereich zwischen 1800 und 2200 Personen gelegen hatte, wurde von 1950 bis 1970 ein deutliches Bevölkerungswachstum verzeichnet. Mit ungefähr 2700 Einwohnern wurde Ende der 1970er Jahre der vorläufige Höchststand erreicht. Die Wirtschaftskrise und die Restrukturation der Industrie im Pays de Montbéliard in der Zeit von 1985 bis 1990 führten dazu, dass viele Arbeiter und Familien wegzogen. Demzufolge wurde bis 1990 ein Bevölkerungsrückgang von 7 % verzeichnet. Seither erfolgte erneut eine Bevölkerungszunahme. Heute ist das Siedlungsgebiet von Châtenois-les-Forges mit demjenigen von Trévenans beinahe lückenlos zusammengewachsen.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1901 1954 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2009
Einwohner 1606 2167 2540 2468 2704 2691 2517 2680 2731

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Châtenois-les-Forges zu einer industriell geprägten Gemeinde. Heute sind in der Gemeinde zahlreiche Betriebe des Klein- und Mittelgewerbes ansässig, wobei metallverarbeitende Industrie, Automobilindustrie und eine Druckerei die bedeutendsten Branchen bilden. Ferner gibt es verschiedene Geschäfte des Einzelhandels für den täglichen Bedarf. Viele Erwerbstätige sind auch Wegpendler, die in den anderen Gemeinden der Agglomerationen Belfort und Montbéliard ihrer Arbeit nachgehen.

Die Ortschaft ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Sie liegt an der Hauptstraße, die von Belfort nach Montbéliard führt. Der nächste Anschluss an die Autobahn A36 befindet sich in einer Entfernung von ungefähr vier Kilometern. Mit den Städten Belfort und Montbéliard ist Châtenois-les-Forges durch Buslinien verbunden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Châtenois-les-Forges – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien