Josef H. Neumann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Josef H. Neumann (* 27. Mai 1953 in Rheine) ist ein deutscher Fotograf, Foto- u. Mediendesigner, Fotokünstler, Fotofachjournalist und Kunsthistoriker.

Neumann ist zudem der Erfinder des Chemogramms.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1967 bis 1970 absolvierte Josef H. Neumann zunächst eine Fotografenlehre bei Gustav Wenning in seinem westfälischen Geburtsort Rheine. Von 1974 bis 1986 studierte er visuelle Kommunikation an der Fachhochschule Dortmund und ergänzte dies ab 1979 mit einem Studium der Publizistik, Philosophie und Kunstgeschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neumann lehrte ab 1979 in Abständen an der Fachhochschule Dortmund in den Fachbereichen Fotodesign und Sozialarbeit. Der Fachbereich Informatik der Fachhochschule Dortmund betraut ihn seit 20 Jahren mit dem Lehrauftrag „Gestaltung mit elektronischen Medien“.

Ab 1986 fotografierte Neumann für verschiedene Verlage in Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz. Vor allem für den C. J. Bucher Verlag (München) arbeitete Neumann häufig mit der russischen Panoramakamera Horizont. So erschienen eine Anzahl von Panoramabildbänden, u.a. Paris, Wien, Schweiz, München, Deutschland, Toskana und Sizilien.

Sein Bildband „Deutschland“ wurde zweifach – in den Jahren 1987 und 1990 – mit dem Kodak-Fotobuchpreis ausgezeichnet. Zudem wurde dieser mit einem Vorwort des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker versehen und in einer Auflage von über 40.000 Exemplaren von der Bundesregierung über mehrere Jahre als Gastgeschenk weltweit verbreitet.

Mit professorablen Status an der Fachhochschule Dortmund im Fachbereich Design von 1986 bis 1987 verfasste Neumann zusammen mit Harald Mante in den Jahren 1986 und 1988 zwei Standardwerke zu den Themen Filme kreativ nutzen und Objektive kreativ nutzen im Verlag Photographie (Schaffhausen).

1993 lehrte Neumann an der Fachhochschule Köln im Fachbereich Fotoingenieurwesen.

Auf Basis intensiver und kreativer Untersuchungen der damals neuen Kamerageneration Zoom-Kompakte erschien 1994 sein Buch Zoomkompakte kreativ anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des japanischen Kamerakonzerns Asahi Optical Joint Stock Co. alias Pentax im Verlag Photographie (Schaffhausen).

In seinem Wohnort Dortmund fotografierte Neumann in Zusammenarbeit mit seinem Kollegen Gerhard P. Müller für zwei umfangreiche Bildbände zu Dortmunder Kirchenschätzen, die im Verlag Fr.- W. Ruhfus in den Jahren 1987 und 1999 veröffentlicht wurden.

Neumanns Bildarchiv wird seit August 2003 vertreten durch Deutschlands erste Volldigital-Bildagentur bildkontor.com mit Sitz in Hamburg verwaltet.

Unter Verwendung von Neumanns Fotoarbeiten erfolgte im Juni des Jahres 2004 die Freischaltung des Postkartenportals zur Versendung realer Postkarten via Internetbestellung in Kooperation mit dem Unternehmen postalo.de in Hamburg.

Seit 2003 ist Neumann immer wieder frei künstlerisch in Portugal (Algarve) im Bereich Foto und Video tätig.

Im Januar 2012 eröffnete er im Dortmunder Unionviertel zusammen mit der argentinischen Künstlerin Virginia Novarin das Atelier INICIO.de.

Neumann arbeitet heute u.a. als freischaffender Fotodesigner mit Produktionen im Bereich Image- und Produktwerbung mit Print- und BewegtBildmedien. Zudem arbeitet Neumann regelmäßig als Dozent im Bereich Fotodidaktik neben staatlichen Institutionen auch für privatwirtschaftliche Unternehmen.

Josef H. Neumann ist seit 1986 Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh).

Neumann veröffentlichte in allen großen deutschen Fotozeitschriften wie Color Foto, Foto, Fotoheft, Fotomagazin, Minolta Mirror, Nikon News, Photo, Photographie, Photo Revue, Professional Camera, ProfiFoto und ist Autor zahlreicher Fotobeiträge in deutschen und europäischen Publikationen.

Redaktionelle Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1981 bis 1996 war Neumann Mitglied der Redaktion Photographie in den Städten Düsseldorf und Zürich.

Als Chefredakteur leitete Neumann von 1990 bis 1992 zeitgleich die Redaktion der Zeitschrift Fotoheft.[1]

Forschungsarbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Artikel oder Abschnitt besteht hauptsächlich aus Listen, an deren Stelle besser Fließtext stehen sollte. Bitte hilf Wikipedia, das zu verbessern. Mehr zum Thema ist hier zu finden.
DIPO Digital Postcard (1993)
Chemogramm: Gustav I (1976)

1974 Experimentelle Weiterentwicklung von Chemigrammen zu Chemogrammen, bei denen während des Arbeitsprozesses zuerst optische Motive kurzzeitig auf das Fotopapier einbelichtet werden, das Fotopapier aber erst anschließend zusätzlich mit Chemikalien bearbeitet wird[2][3][4]

1976 Erste erfolgreiche Testversuche zur Erstellung „essbarer Fotodrucke“ mittels Siebdruck in Vierfarbauszügen und Prägung des Begriffs

1992 Firmengründung FOTOMeDIA und Forschungsarbeit mit Schwerpunkt in elektronischer Bildbearbeitung für Multimedia-Projekte

1992–1996 DIPO DIGITAL POSTCARD® Entwicklung, Markeneintragung beim DPMA 1996 und Vermarktung der ersten digitalen Postkarten auf Diskette[5]

1998 Vollendung der 1976 begonnenen Forschungsarbeit zur Erstellung „essbarer Fotodrucke“ durch die Verwendung der Piezodrucktechnik und Lebensmittelfarben.[6][7]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildbände (Auswahl)

Lehrbücher

Einzelausstellungen (Auswahl)

  • 1989 Paris - Panorama Galerie Nikkor Club, Gladbeck
  • 1989 „Blow Up,“ Farblaserkopien, Cafe Einstein, Dortmund
  • 1979 „Landschaft und Figur“ Galerie Studio Freund/Sommer, Iserlohn
  • 1978 Chemogramme Galerie Keller-Holtz, Rheda Wiedenbrück
  • 1978 Chemogramme Galerie Stiegemann/Patzelt, Siegburg
  • 1977 Chemogramme Galerie Wendland. Jun., Schüttorf
  • 1976 Chemogramme und Fotoobjekte, Stadtsparkasse Rheine
  • 1976 Chemogramme Fotografik-Studio-Galerie Professor Pan Walther, Münster

Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)

  • 2017 Einblicke Torhaus Rombergpark, Dortmund
  • 2016 Einblicke Torhaus Rombergpark, Dortmund
  • 2015 Grafik aus Dortmund Berswordthalle, Dortmund
  • 2012 „Atelier Inicio“ Dortmund, mit Virginia Novarin, Zeichnungen und Chemogramme, Dortmund
  • 1986 Stadtmuseum München
  • 1985 Kurhaus Füssen Kunstausstellung Amnesty International
  • 1978 Landesbildstelle Bremen, Harald Mante und Studenten
  • 1978 Bildstelle des Landes Baden-Württemberg, Stuttgart
  • 1978 Höhere Graphische Lehr-und Versuchsanstalt Wien
  • 1978 Photo-Expo-Metro, Exhibition, Paris
  • 1978 Folkwang Museum Essen, Otto Steinert Preis "Figur und Landschaft"
  • 1978 Photokina Köln in: Deutsche Gesellschaft für Photographie

Preise und Auszeichnungen

  • 2016 Kunstankauf Stadt Dortmund (Chemogramm, Druck, Alentejo, Portugal)
  • 2015 Kunstankauf Stadt Dortmund (Chemogramme, Druck Phoenix I und Phoenix II)
  • 1990 Kodak Fotobuchpreis für den Titel Deutschland.
  • 1988 Kodak Fotobuchpreis für den Titel Filme kreativ nutzen. (Co-Autor Harald Mante)
  • 1987 Kodak Fotobuchpreis für den Titel Deutschland.
  • 1981/82 NIKON-Contest International 2. Preis, Düsseldorf
  • 1979 Newcomer-Award PROFESSIONAL CAMERA 2. Preis, München
  • 1978 Otto Steinert Preis Honorable Mention "Figur und Landschaft", Folkwang Museum Essen
  • 1978 Photo-Expo-Metro Concurso Honorable Mention Paris
  • 1978 Photokina Köln in: Deutsche Gesellschaft für Photographie
  • 1977/78 NIKON-Contest International 3. Preis, Düsseldorf

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Josef H. Neumann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Beitrag des ZDF über die Photokina in Köln (1990). Abgerufen am 16. März 2016.
  2. Hannes Schmidt: Bemerkungen zu den Chemogrammen von Josef Neumann. Ausstellung in der Fotografik Studio Galerie von Prof. Pan Walther. in: Photo-Presse. Heft 22, 1976, S. 6.
  3. Gabriele Richter: Joseph H. Neumann. Chemogramme. in: Color Foto. Heft 12, 1976, S. 24.
  4. Thema 3 - Die Hochglanzwelt des Josef H. Neumann im Stadtjournal by WDR. Abgerufen am 16. März 2016.
  5. Beitrag vom Radiosender 91,2 Dortmund (13.12.1994). Abgerufen am 16. Oktober 2016.
  6. Aktuelle Stunde des WDR (1998). Abgerufen am 3. März 2016.
  7. WDR Interview mit Matthias Bongard vom 25.11.1998. Abgerufen am 16. Oktober 2016.