Julio Terrazas Sandoval

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Erzbischof Julio Kardinal Terrazas Sandoval (2006)
Wappen von Julio Kardinal Terrazas Sandoval

Julio Kardinal Terrazas Sandoval CSsR (* 7. März 1936 in Vallegrande, Bolivien; † 9. Dezember 2015 in Santa Cruz de la Sierra[1]) war Erzbischof von Santa Cruz de la Sierra.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Julio Terrazas Sandoval trat nach seiner Schulzeit in den Redemptoristenorden ein und empfing nach theologischen, philosophischen und sozialpädagogischen Studien in Córdoba und in Lille am 29. Juli 1962 das Sakrament der Priesterweihe. Er wirkte als Superior der Redemptoristengemeinschaft in Vallegrande, bis ihn Papst Paul VI. am 15. April 1978 zum Weihbischof in La Paz und zum Titularbischof von Apisa Maius ernannte. Die Bischofsweihe empfing er am 8. Juni desselben Jahres durch den Erzbischof von Sucre, Josef Clemens Kardinal Maurer. Mitkonsekratoren waren der Apostolische Nuntius in Bolivien, Giuseppe Laigueglia, und der Erzbischof von La Paz, Jorge Manrique Hurtado.

1982 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Oruro, 1991 dann zum Erzbischof von Santa Cruz de la Sierra. Am 21. Februar 2001 wurde Julio Terrazas Sandoval als Kardinalpriester mit der Titelkirche San Giovanni Battista de Rossi in das Kardinalskollegium aufgenommen und war damit der erste Kardinal, der in Bolivien geboren wurde. 2004 nahm er als päpstlicher Vertreter am zehnten Eucharistischen Kongress von Argentinien teil.[2] Er nahm nach dem Tod Johannes Pauls II. am Konklave 2005 teil. 2006 wurde er Präsident der Bolivianischen Bischofskonferenz.

Am 12. November 2010 verlieh ihm die Theologische Fakultät Trier die Ehrendoktorwürde.[3]

Kardinal Terrazas Sandoval war Mitglied des Päpstlichen Rates für die Laien[4] und der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika[5][6]. Nach dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. nahm er am Konklave 2013 teil.

Zudem war er Träger der Collane des Ordens von Jesus Christus und der Hl. Maria.

Am 25. Mai 2013 nahm Papst Franziskus das von Julio Terrazas Sandoval aus Altersgründen vorgebrachte Rücktrittsgesuch an.[7]

Julio Terrazas starb am 9. Dezember 2015 nach langer, schwerer Krankheit. Zwei Tage später wurde er unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in Santa Cruz beigesetzt. In seiner Traueransprache würdigte Erzbischof Sergio Alfredo Gualberti den Verstorbenen als einen „Anwalt der Armen“, der für Gerechtigkeit und für die Würde eines jeden Menschen eingetreten sei und sich gegen Korruption und Drogenhandel wie auch gegen eine gesellschaftliche Entwicklung mit autoritären Strukturen gewandt habe. Im Weiteren erwähnte Gualberti die Partnerschaft der Kirche in Bolivien mit den Diözesen Hildesheim und Trier, die durch Julio Terrazas weiterentwickelt worden sei.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kardinal Terrazas und Bischof Stephan Ackermann 2009 anlässlich der Feier „50 Jahre Bolivienpartnerschaft“ in Trier

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ángel Guarachi: El cardenal Julio Terrazas muere a los 79 años. La Razón Digital, 9. Dezember 2015; abgerufen am 12. Dezember 2015 (spanisch).
  2. Nomina dell’Inviato Speciale alla Celebrazione del X Congresso Eucaristico Nazionale Argentino (Corrientes, 2-5 Settembre 2004). In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 3. Juli 2004; abgerufen am 12. Dezember 2015 (italienisch).
  3. Katholische Fakultät Trier verleiht Ehrendoktorwürde an Kardinal Terrazas. Pressedienst des Bistums Trier, 12. November 2010; abgerufen am 12. Dezember 2015.
  4. Nomina di Cardinali Membri dei Dicasteri della Curia Romana. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 18. Mai 2001; abgerufen am 12. Dezember 2015 (italienisch).
  5. Nomina di Consigliere della Pontificia Commissione per l’America latina. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 19. Juli 2011; abgerufen am 12. Dezember 2015 (italienisch).
  6. Conferme e Nomina nella Pontificia Commissione per l’America latina. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 15. Januar 2014; abgerufen am 12. Dezember 2015 (italienisch).
  7. Rinuncia e successione dell’ arcivescovo di Santa Cruz de la Sierra (Bolivia). In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 25. Mai 2013; abgerufen am 12. Dezember 2015 (italienisch).
  8. „Paulinus“, Wochenzeitung im Bistum Trier, Nr. 51/52 vom 20./27. Dezember 2015, S. 20.
VorgängerAmtNachfolger
Luis Aníbal Rodríguez PardoErzbischof von Santa Cruz de la Sierra
1991–2013
Sergio Alfredo Gualberti
René Fernández ApazaBischof von Oruro
1982–1991
Braulio Sáez Garcia OCD