Kärlingerhaus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kärlingerhaus
DAV-Hütte Kategorie I
Kärlingerhaus mit Funtensee
Kärlingerhaus mit Funtensee
Lage nordwestlich des Funtensees im Berchtesgadener Land; Bayern, Deutschland; Talort: Schönau am Königssee
Gebirgsgruppe Berchtesgadener Alpen
Geographische Lage: 47° 29′ 44″ N, 12° 56′ 14″ OKoordinaten: 47° 29′ 44″ N, 12° 56′ 14″ O
Höhenlage 1638 m ü. NN
Kärlingerhaus (Bayern)
Kärlingerhaus
Besitzer DAV-Sektion Berchtesgaden
Bautyp Hütte
Übliche Öffnungszeiten Ende Mai bis Mitte Oktober, 2 Wochen um Ostern
Beherbergung 40 Betten, 178 Lager
Winterraum 20 Lager
Weblink Website der Hütte
Hüttenverzeichnis ÖAV DAV

Das Kärlingerhaus ist eine Alpenvereinshütte (oft auch Funtenseehaus genannt) der Sektion Berchtesgaden des Deutschen Alpenvereins. Es befindet sich rund 100 m nordwestlich des Funtensees in den Berchtesgadener Alpen im Berchtesgadener Land. Die Hütte liegt am Nordrand der als Steinernes Meer bezeichneten Karsthochfläche im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Österreich in der Kernzone des Nationalparks Berchtesgaden. Zur Höhenlage gibt es unterschiedliche Angaben von 1630 m[1], 1631 m[2][3] oder 1638 m[4]. Am 24. Dezember 2001 wurde unterhalb des Kärlingerhauses mit −45,9 Grad Celsius die bisher tiefste Temperatur in Deutschland gemessen.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im Jahre 1879 hatte man wenige Meter oberhalb der heutigen Stelle eine Funtensee-Hütte errichtet, die am 14. August 1879 in den Besitz der 1875 gegründeten Sektion Berchtesgaden kam, bereits in den Monaten zuvor von etwa 70 Touristen genutzt worden war[5] und die in der Folge Bergsteigerstützpunkt wurde.

1889 wurde, bei über 400 Übernachtungen, die Hütte zu klein, und man beschloss, den bestehenden Bau etwas unterhalb des Standplatzes wiederzuerrichten und zu erweitern. Nach Fertigstellung 1890 durfte das Haus in den Jahren 1891 sowie 1893 unter anderem Prinzregent Luitpold von Bayern (1821–1912) als hohen Gast begrüßen.

Ab 1901 war die Enge des Hauses erneut Anlass, einen Neubau aufzuführen. Dieser wurde anstelle einer früheren Forstamtshütte ab 1903 erbaut, und Ende November 1904 stand das zweistöckige Schlafhaus äußerlich vollkommen fertig da. 1910 wurde das Funtenseehaus nach dem Sektionsvorsitzenden Kajetan Kärlinger in Kärlingerhaus umbenannt.

Im Jahr 2004 feierte man das 125-Jahr-Jubiläum des Hauses.

Zugänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Talorte sind Schönau am Königssee (mit dem nächstgelegenen Bahnhof in Berchtesgaden), Ramsau, oder Maria Alm. Die Boote über den Königssee verkehren zur Saison alle 20 bis 30 Minuten, Tagesgäste sollten sich unbedingt über die Rückfahrt des letzten Bootes informieren.

Übergänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gipfelbesteigungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Feldkogel (1886 m), leicht, Gehzeit: 1 Stunde
  • Funtenseetauern (2579 m), Kletterei im Schwierigkeitsgrad II auf der UIAA-Skala, nicht gesichert, Gehzeit: 3½ Stunden
  • Schönfeldspitze (2654 m) über Buchauerscharte, Schwierigkeitsgrad II, gesichert, Gehzeit: 4 Stunden
  • Schottmalhorn (2232 m) über verschiedene Kletterrouten, Schwierigkeitsgrad II und höher
  • Viehkogel (2158 m) über Viehkogeltal, Südwestflanke, leicht, Gehzeit: 2 Stunden
  • Großer Hundstod (2593 m) über Ingolstädter Haus, mittel, Gehzeit: 4½ Stunden

Skitouren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kärlingerhaus ist auch im Winter ein bedeutender Stützpunkt. Bekannte Skitouren, beispielsweise die Große Reib’n führen hier vorbei. Diese beginnt am Stahlhaus und führt durch das Hagengebirge, die Wasseralm und den Funtenseetauern am ersten Tag bis zum Kärlingerhaus. Hier können im Winterraum bis zu 20 Personen übernachten. Am zweiten Tag geht es weiter zum Ingolstädter Haus und über die Hochwies zur Wimbachscharte. Die Abfahrt erfolgt durch den Loferer Seilergraben ins Wimbachgries und hinaus bis nach Ramsau bei Berchtesgaden. Viele weitere Skitouren führen auf umliegende Gipfel und ins Steinerne Meer.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kärlingerhaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Vermessung und Geoinformation, München: Alpenvereinskarte Bayerische Alpen, Blatt BY21, Nationalpark Berchtesgaden, Watzmann, Maßstab 1:25 000, herausgegeben vom Deutschen Alpenverein, 1. Ausgabe 2010, ISBN 978-3-937530-46-8.
  2. Kärlingerhaus, 1631 m – Berchtesgadener Alpen. Hütten-Suche des Deutschen Alpenvereins. Deutscher Alpenverein (DAV); abgerufen am 14. Februar 2012.
  3. Kärlingerhaus, 1.631 m Kategorie I DAV Sektion Berchtesgaden. Hüttenfinder. Oesterreichischer Alpenverein (OEAV); abgerufen am 14. Februar 2012. oder 1638 m
  4. a b Kärlingerhaus am Funtensee. Die Hütte. Abgerufen am 9. Februar 2015.
  5. Vereinshütten und Unterkunftshäuser. Frequenz im Jahre 1879. In: Th(eodor) Trautwein (Red.): Mittheilungen des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins. Band VI (Jahrgang 1880). Verlag des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins in Wien, Wien 1880, S. 51 f.