Königsgräber der Joseon-Dynastie

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Königsgräber der Joseon-Dynastie*
UNESCO-Welterbe
UNESCO-Welterbe-Emblem

Sejong tomb 1.jpg
Yeongneung, die Grabstätte des Königs Sejong
Staatsgebiet: Korea SudSüdkorea Südkorea
Typ: Kultur
Kriterien: (iii)(iv)(vi)
Referenz-Nr.: 1319
Region: ª Asien und Pazifik
Geschichte der Einschreibung
Einschreibung: 2009  (Sitzung 33)

* Der Name ist auf der Welterbe-Liste aufgeführt.
ª Die Region ist von der UNESCO klassifiziert.

Königsgräber der Joseon-Dynastie[1] ist eine von der UNESCO gelistete Stätte des Weltkulturerbes in dem ostasiatischen Staat Südkorea.[2] Die Welterbestätte umfasst 18 Areale mit insgesamt 40 Grabstätten für die Herrscher der koreanischen Staaten Joseon (1392 bis 1897) und Groß-Korea (1897 bis 1910) aus der Joseon-Dynastie und für und deren Angehörige.

Eintragung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Königsgräber der Joseon-Dynastie wurden 2009 aufgrund eines Beschlusses der 33. Sitzung des World Heritage Committee in die Liste des UNESCO-Welterbes eingetragen.[3] Bereits in früheren Jahren hat die UNESCO zwei Serien von Königsgräbern auf der Koreanischen Halbinsel zum Welterbe erklärt: im Jahr 2000 den Tumuli-Park in den Historischen Stätten von Gyeongju in Südkorea mit Gräbern der Herrscher von Silla (57 v. Chr. bis 935 n. Chr.) und im Jahr 2004 den Koguryŏ-Gräberkomplex in Nordkorea mit Gräbern der Herrscher von Goguryeo (37 v. Chr. bis 668 n. Chr.). 2015 folgten noch zwei Grabstättengruppen der Herrscher von Baekje (18 v. Chr. bis 660 n. Chr.) im Rahmen der Welterbestätte Historische Stätten von Baekje, wiederum in Südkorea.

In der Begründung für die Eintragung heißt es unter anderem:[2]

Die natürliche Umgebung der Königsgräber der Joseon-Dynastie, die durch die Prinzipien des Pungsu geprägt sind, schaffen eine feines Umfeld für die lebendige Tradition der Ahnenverehrung und die damit verbundenen Riten. Die königlichen Gräber mit ihrer hierarchischen Anordnung der Bereiche vom Profanen bis zum Heiligen und ihren charakteristischen Bauten und Objekten sind ein Ensemble, in dem die historische Vergangenheit der Joseon-Dynastie nachhallt.

Die Eintragung erfolgte aufgrund der Kriterien (iii), (iv) und (vi).[2]

(iii): Im Kontext konfuzianischer Kulturen hat der integrierte Ansatz der Königsgräber von Joseon mit der Natur und dem Universum zu einer unverwechselbaren und bedeutenden Bestattungstradition geführt. Durch die Anwendung der Pungsu-Prinzipien und die Beibehaltung der Naturlandschaft wurde für die Praxis der Ahnenrituale eine denkwürdige Art einer heiligen Stätte geschaffen.

(iv): Die Königsgräber von Joseon sind ein herausragendes Beispiel für einen Typ von architektonischem Ensemble mit Landschaft, der ein bedeutendes Stadium der Entwicklung von Grabhügeln im Zusammenhang mit koreanischen und ostasiatischen Gräbern darstellt. Mit ihrer Reaktion auf die Umgebung und ihrer einzigartigen und geregelten Gestaltung von Gebäuden, Aufbauten und verwandten Elementen manifestieren und verstärken die Königsgräber die jahrhundertealte Tradition und lebendige Praxis der Ahnenverehrung durch eine vorgeschriebene Reihe von Ritualen.

(vi): Die Königsgräber von Joseon sind direkt mit einer lebendigen Tradition der Ahnenverehrung durch das Durchführeng vorgeschriebener Riten verbunden. Während der Joseon-Periode wurden regelmäßig staatliche Ahnenriten abgehalten, und bis auf politische Unruhen im letzten Jahrhundert wurden sie jährlich von der Royal Family Organization und der Verehrungsgesellschaft jedes Königsgrabs durchgeführt.

Umfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnete Gebiet ist in 18 Cluster unterteilt.[4] Diese umfassen insgesamt einen Schutzbereich von 1891,2 ha und sind von einer Pufferzone mit einer Fläche von 4660,1 ha umgeben.[2]

Jedes Cluster umfasst eine oder mehrere Grabstätten, die jeweils ein oder mehrere Gräber enthalten. Zusammen sind es 40 Grabstätten, die durchnummeriert sind und insgesamt 119 Gräber von Mitgliedern königlicher Familien enthalten.

ID-Nr. Bezeichnung Lage Schutzbereich Pufferzone Grabstätten
1319-001 Donggureung-Cluster Inchang-dong
Guri-si
Gyeonggi-do
(Geokoordinaten)
196,6 ha 384,6 ha
  • 01: Geonwolleung (Lage), König Taejo (1408)
  • 05: Hyeolleung (Lage), König Munjong (1422) und seine Frau Hyeondeok (1420)
  • 19: Mongneung (Lage), König Seonjo (1608) und seine Frauen Uiin (1600) und Inmok (1632)
  • 21: Hwireung (Lage), Königin Jangnyeol (2. Frau König Injos, 1688)
  • 23: Sungneung (Lage), König Hyeonjong (1674) und seine Frau Myeongseong (1684)
  • 27: Hyereung (Lage), Königin Danui (1. Frau König Gyeongjongs, 1718)
  • 28: Wolleung (Lage), König Yeongjo (1776) und seine 2. Frau Jeongsun (1805)
  • 32: Gyeongneung (Lage) König Heonjong (1849) und seine Frauen Hyohyeon (1843) und Hyojeong (1904)
  • 40: Sureung (Lage), Prinz Munjo (Heonjongs Vater, postum König Ikjong genannt, 1855) und seine Frau Sinjeong
1319-002 Hongyureung-Cluster Geumgok-dong
Namyangju-si
Gyeonggi-do
(Geokoordinaten)
121,1 ha 360 ha
  • 34: Hongneung (Lage), Kaiser Gojong (1919) und seine Frau Myeongseong
  • 35: Yureung (Lage), Kaiser Sunjong (1926) und seine Frauen Sunmyeong (1926) und Sunjeong (1966)
1319-003 Sareung-Cluster Sareung-ri
Namyangju-si
Gyeonggi-do
(Geokoordinaten)
16 ha 197,3 ha
  • 07: Sareung (Lage), Königin Jeongsun (Frau König Danjongs, 1521)
1319-004 Gwangneung-Cluster Bupyeong-ri
Namyangju-si
Gyeonggi-do
(Geokoordinaten)
105,9 ha 318,6 ha
  • 08: Gwangneung (Lage),
1319-005 Yeongneung-Cluster Wangdae-ri
Yeoju-si
Gyeonggi-do
(Geokoordinaten)
200,8 ha 426,9 ha
  • 04: Yeongneung (Lage),
  • 22: Yeongneung (Lage),
1319-006 Jangneung-Cluster Yeongheung
Yeongwol-gun
Gangwon-do
(Geokoordinaten)
359,3 ha 595,1 ha
  • 06: Jangneung (Lage),
1319-007 Seolleung-Cluster Seoul
(Geokoordinaten)
24 ha 20,7 ha
  • 11: Seolleung (Lage),
  • 13: Jeongneung (Lage),
1319-008 Heolleung-Cluster Seoul
(Geokoordinaten)
63 ha 128.1 ha
  • 03: Heolleung (Lage),
  • 31: Illeung (Lage),
1319-009 Taereung-Cluster Seoul
(Geokoordinaten)
104,8 ha 121,8 ha
  • 16: Taereung (Lage),
  • 18: Gangneung (Lage),
1319-010 Jeongneung-Cluster Seoul
(Geokoordinaten)
29,7 ha 27,5 ha
  • 02: Jeongneung (Lage),
1319-011 Uireung-Cluster Seoul
(Geokoordinaten)
23 ha 52,9 ha
  • 26: Uireung (Lage),
1319-012 Seooreung-Cluster Gyeonggi-do
(Geokoordinaten)
183,3 ha 349,6 ha
  • 09: Changneung (Lage),
  • 24: Myeongneung (Lage),
  • 25: Ingneung (Lage),
  • 29: Hongneung (Lage),
  • 36: Gyeongneung (Lage),
1319-013 Seosamreung-Cluster Gyeonggi-do
(Geokoordinaten)
137,3 ha 411,5 ha
  • 15: Huireung (Lage),
  • 17: Hyoreung (Lage),
  • 33: Yereung (Lage),
1319-014 Olleung-Cluster Gyeonggi-do
(Geokoordinaten)
21,7 ha 188,4 ha
  • 14: Olleung (Lage),
1319-015 Pajusamreung-Cluster Gyeonggi-do
(Geokoordinaten)
140,8 ha 335,1 ha
  • 10: Gongneung (Lage),
  • 12: Sulleung (Lage),
  • 39: Yeongneung (Lage),
1319-016 Jangneung-Cluster Gyeonggi-do
(Geokoordinaten)
41,8 ha 232,5 ha
  • 20: Jangneung (Lage),
1319-017 Jangneung-Cluster Gyeonggi-do
(Geokoordinaten)
51,6 ha 251,9 ha
  • 37: Jangneung (Lage),
1319-018 Yungneung-Cluster Gyeonggi-do
(Geokoordinaten)
70,5 ha 257,6 ha
  • 38: Yungneung (Lage),
  • 30: Geolleung (Lage),

Grabstättentypen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gräber werden in zwei Typen eingeteilt: Gräber der Könige, Königinnen und von Personen, die diesen Titel postum erhielten, werden als Neung-Typ bezeichnet, die Gräber der Anwärter auf diesen Titel, ihrer Frauen und adligen Eltern, als Won-Typ. Insgesamt gibt es 53 Gräber, davon 40 Gräber vom Neung-Typ und 13 vom Won-Typ. Darunter befinden sich sowohl Einzel- als auch Familiengräber.

Die Grabstätten sind auf 18 Standorte verteilt, viele davon im Umkreis von rund 40 Kilometer um die koreanische Hauptstadt Seoul.

Man kann an diesen Gräbern gut die stilistische Entwicklung der Joseon-Grabmalarchitektur über einen Zeitraum von fünfhundert Jahren, von 1408 bis 1966, studieren. Die Lage und Gestalt der Grabmale folgt klassischen Texten des Konfuzianismus, wie beispielsweise dem Buch der Riten und den Riten der Zhou. Die Vorgaben zur Lage betreffen zum Beispiel die Entfernung von der Hauptstadt, den Abstand der Königsgräber untereinander und den Zugang zu ihnen. Von Bedeutung für die Standortwahl waren auch die traditionellen Regeln des pungsu, der koreanischen Form des Feng Shui. Einfluss auf die Bauweise übten auch die traditionellen koreanischen Bestattungsriten und die natürlichen Gegebenheiten des Standortes aus.

Typischerweise sind die Gräber nach Süden ausgerichtet, in Richtung von Wasserflächen und (im Idealfall) mit einer Aussicht auf Bergketten am Horizont. Die Rückseite der Gräber bildet meist ein schützender Hügel. Zu den Grabstätten gehört ein Grabhügel, der einen Zeremonienbereich und einen Ehrenzugang aufweist. Des Weiteren gehören zu einer Grabstätte T-förmige hölzerne Schreine, eine Hütte für Stelen, eine königliche Küche und ein Wächterhaus, ein rotes Tor und das Haus des Grabmalpflegers. Um eine Grabstätte finden sich häufig Tier- und Menschenfiguren aus Stein, die als Huldigung des Toten zu verstehen sind.

Grabstätten-Cluster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grabstätten-Cluster werden nach ihrer räumlichen Anordnung in drei Bereiche aufgeteilt: Die östliche Gruppe (Cluster 1 bis 6, sechzehn Grabstätten) in den Provinzen Gyeonggi-do und Gangwon-do, die mittlere Gruppe (Cluster 7 bis 11, acht Grabstätten) in Seoul und die westliche Gruppe (Cluster 12 bis 18, sechzehn Grabstätten) in der Provinz Gyeonggi-do.

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Beim Lesen dachte ich erst, es gebe nur diese vier Cluster. Der Artikel ist aber eine Übersetzung des englischen Artikels, als der noch im Aufbau war. Der ist jetzt vervollständigt, hier fehlen noch 14 der 18 Grabstätten-Cluster
Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst.

Donggureung-Cluster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Donggureung-Gruppe stellt die typischste Ausprägung der Gräber der Joseon-Dynastie dar. Sie besteht aus neun Gräbern vom Neung-Typ, in denen sieben Könige und zehn Königinnen begraben wurden. Besonders eindrucksvoll sind das Geonwolleung-Grab für König Taejo, den Begründer der Dynastie, und das Gyeongneung-Grab, in dem König Hyeonjong (Regierungszeit 1834 bis 1849) sowie seine Frauen Hyohyeon und Hyojeong, bestattet liegen.

Seosamneung-Cluster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Seosamneung-Gruppe (westliche Neung-Gruppe) befindet sich auf dem Gebiet der Stadt Goyang in der Provinz Gyeonggi-do, rund 20 Kilometer westlich von Seoul. Im Huineung-Grab liegt die Königin Janggyeong begraben, im Hyoreung-Grab die sterblichen Überreste von König Injong und seiner Frau Insong. Das Grab für König Cheoljong und seine Frau Cheolin heißt Yereung-Grab. In den rund fünfzig weiteren Gräbern haben Kronprinzen und -prinzessinnen sowie königliche Konkubinen ihre Ruhestätte. Außerdem befinden sich hier in verschieden gestalteten Monumenten königliche Plazentae und Nabelschnüre, taesil genannt, die ursprünglich an verschiedenen Orten in ganz Korea aufbewahrt und später hierher versetzt wurden.

Gwangneung-Cluster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Gwangneung-Grabstätte in der Stadt Namyangju (Provinz Gyeonggi-do) ist König Sejo und seine Frau Jeonghui bestattet. Die beiden Gräber der Grabstätte wurden 1468 bzw. 1483 errichtet. Die Gräber weichen markant von der zuvor üblichen Bauweise der Gräber der Joseon-Dynastie ab, da sie keine steinerne Umfassung aufweisen und statt eines Grabsteins Branntkalk verwendet wurde. Auch der sonst übliche Ehrenzugang fehlt und es gibt für beide Gräber nur einen gemeinsamen T-förmigen Schrein. Diese Abweichungen entsprangen dem letzten Wunsch des Königs. Der neue, bescheidenere Stil beeinflusste die Gestaltung späterer Grabmale.

Hongyureung-Cluster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gräber Hongneung und Yureung enthalten die Überreste der beiden letzten koreanischen Herrscher der Ära von Groß-Korea (1897 bis 1910), Gojong und sein Sohn Sunjong. Gojong rief das Groß-Korea als Kaiserreich aus, womit er sich zum Kaiser erhob. Entsprechend dem Status von Kaisern sind die Gräber aufwändiger gestaltet.

Im Zuge des Hegemonieinteresses des Japanischen Kaiserreiches bzgl. Korea wurde Korea am 22. August 1910 in dieses eingegliedert. Der Status der Kaiser wurde zu Königen revidiert und damit unter dem Tennō, damit das koreanische Herrscherhaus in das japanische integriert werden konnte. Nach der Unabhängigkeit Koreas von Japan (1945/48) wurde das koreanische Herrscherhaus als Staatsoberhauptfunktion nicht wieder eingesetzt.

Im Hongneung-Grab sind König Gojong und Königin Myeongseong (postum zu Kaiser bzw. Kaiserin erklärt) begraben, im Yureung-Grab ist Kaiser Sunjong, Kaiserin Sunmyeonghyo und Kaiserin Sunjeonghyo bestattet. Eine weitere bedeutende Grabstätte ist Yeongwon, das Grab der Kronprinzessinnen Yeongwang und Yi Bangja.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nomination of Royal Tombs of the Joseon Dynasty for Inscription on the World Heritage List. (online auf whc.unesco.org, pdf, 400 MB).
  • Royal Tombs of the Joseon Dynasty. In: Cultural Heritage Administration of South Korea (Hrsg.): World Heritage in Korea. 2011, S. 114–127 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Royal Tombs of the Joseon Dynasty – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. englisch Royal Tombs of the Joseon Dynasty, deutsche Übersetzung entsprechend Welterbeliste. In: Unesco.de. Abgerufen am 11. Februar 2017. mit Anpassung der Transkription
  2. a b c d UNESCO World Heritage Centre: Royal Tombs of the Joseon Dynasty. In: whc.unesco.org. Abgerufen am 6. Februar 2017 (englisch).
  3. UNESCO World Heritage Centre: Decision : 33 COM 8B.15. In: whc.unesco.org. Abgerufen am 8. Februar 2017 (englisch).
  4. UNESCO World Heritage Centre: Royal Tombs of the Joseon Dynasty. Maps. In: whc.unesco.org. Abgerufen am 16. Februar 2017 (englisch).