KDStV Carolus Magnus Saarbrücken

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K.D.St.V. Carolus Magnus Saarbrücken

Wappen Zirkel
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Basisdaten
Hochschulort: Saarbrücken
Hochschule/n: Universität des Saarlandes
Gründung: 25. März 1953
Gründungsort: Saarbrücken
Korporationsverband: CV (1953)
Nummer im Verband: 98
Kürzel: CM!
Farbenstatus: farbentragend
Art des Bundes: Männerbund
Religion / Konfession: römisch katholisch
Stellung zur Mensur: nichtschlagend
Wahlspruch: Unitas, Libertas, Caritas!
Website: carolus-magnus-sb.de

Die Katholische Deutsche Studentenverbindung Carolus Magnus (Betonung: Cārolus Māgnus;[1] KDStV Carolus Magnus) Saarbrücken im CV ist eine 1953 gegründete, nichtschlagende, katholische Studentenverbindung. Sie war die einzig anerkannte Gründung einer Studentenverbindung im damals teilautonomen Saarland.[2][Anm. 1]

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg bemühte sich der CV–Gauverband „Saravia“[3] um eine Verbindungsneugründung an der gerade entstehenden Universität des Saarlandes. Eine Auflage war seinerzeit die Anerkennung der Präambel zur Verfassung des Saarlandes vom 15. Dezember 1947 im Sinne der Registrierungspflicht im Vereinsgesetz des Saarlandes bei Neugründungen.[4] Der „Saarstaat“ galt zwar formal als souverän, war aber wirtschaftlich der vormaligen Besatzungsmacht Frankreich angegliedert. Nicht zuletzt auch wegen starker politischer Einflussnahme des Nachbarn Frankreich auf Entscheidungen der Landesregierung musste zur Bundesrepublik Deutschland Neutralität und Distanz gewahrt bleiben, de facto war das Saarland ein „Protektorat“ Frankreichs. Dies zeigte sich auch im Bildungssektor. So wurde die Universität des Saarlandes als Ableger der Université de Nancy gegründet und wies eine starke europäische Ausrichtung auf, was sich an der Integration von deutschen und französischen Bildungstraditionen widerspiegelte.[5] Einen ausgeprägten Deutschlandbezug in der Außendarstellung konnte die Verbindung durch den neutral gehaltenen Namenszusatz „AV“ (Akademische Verbindung), die Anlehnung des Namens an den „Pater Europae“[6] sowie die offene Formulierung des „Patria-Prinzips[7] vermeiden. Dass dies geboten war, zeigte sich am Verbot der Burschenschaft Germania am selben Ort im Gründungsjahr 1951. So war es der neu gegründeten Carolus Magnus schon 1953 ohne besondere Auflagen gestattet, als „befreundete Verbindung“ aktiv an der CV-Woche in Trier teilzunehmen. Sowohl die öffentliche Fahnenweihe, als auch die Verbandsaufnahme verliefen ohne Repressionen.[8] Der Gründungsconvent der AV Carolus Magnus[1] fand am 25. März 1953, die Erstrezeption von Füxen am 10. Juni 1953 statt. Am 15. November 1953 wurde die „AV“ offiziell als KDStV Carolus Magnus in den Cartellverband aufgenommen.[2]

Die Jahre zwischen 1953 und 1955 waren erwartungsgemäß von der Frage des Saarstatuts geprägt, über das am 23. Oktober 1955 ein Plebiszit zu entscheiden hatte, um damit die zukünftige staatliche Zugehörigkeit oder auch weitere Selbstbestimmung des Landes zu regeln. Als Zäsur gilt die Stiftung der Schwesterverbindung KDStV Saarland (Saarbrücken) Jena am 18. Juni 1961, als Spätfolge der (verbindungsintern) über die „Saarfrage“ heftig und kontrovers geführten Debatten, welche die personelle Struktur von Aktivitas und Altherrenschaft vorübergehend schwächte. In der Regenerationsphase ab diesem Jahr existierten zwei CV-Verbindungen nebeneinander in Saarbrücken,[9] wobei die jüngere Verbindung einen marginal höheren Zulauf[Anm. 2] für sich verzeichnen konnte und erst 2006 an die Friedrich-Schiller-Universität in Jena dislozierte.

Carolus Magnus ist die älteste geduldete[Anm. 1] Gründung der heute am Ort verbliebenen beiden deutschen[Anm. 3] sowie beiden französischen[10] Studentenverbindungen in der Zeit des teilautonomen Saarstaats.

Bekannte Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard J. Deubig (1948–2018), deutscher Richter und Politiker (CDU), von 1999 bis 2007 Oberbürgermeister von Kaiserslautern
  • Heinrich Draeger (1907–1991), 1957 bis 1972 Abgeordneter des Deutschen Bundestages[11]
  • Werner Groß, Richter am Bundesgerichtshof
  • Heinz Klaus Mertes, deutscher Journalist, Fernsehmoderator und -produzent
  • Johann Wilhelm Römer, deutscher Jurist und Politiker (CDU), von 1990 bis 2001 war er Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes (DRK)
  • Ernst Schneider, deutscher Unternehmensberater, Verhaltenstrainer und Fachbuchautor
  • Heinz Schwärtzel, deutscher Mathematiker und Informatiker

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Neumann (Hrsg.): KDStV Carolus Magnus zu Saarbrücken im CV, 1953–2013, Zum 60. Stiftungsfest, Historisches zur Verbindung und Fuxenfibel. Norderstedt 2013, ISBN 978-3-7322-4860-5
  • Andreas Neumann (Hrsg.): KDStV Carolus Magnus zu Saarbrücken im CV: 1953–2015 (Cārolus Māgnus). [Kindle Edition], 2015 [Ed. 1]
  • Andreas Neumann (Hrsg.): KDStV Carolus Magnus zu Saarbrücken im CV: Fuxenfibel I (Cārolus Māgnus). [Kindle Edition], 2015 [Ed. 1]
  • Andreas Neumann (Hrsg.): KDStV Carolus Magnus zu Saarbrücken im CV: Fuxenfibel II (Cārolus Māgnus). [Kindle Edition], 2015 [Ed. 1]
  • KDStV Carolus Magnus zu Saarbrücken im CV: 50 Jahre Carolus-Magnus. In neccessariis unitas. In dubiis libertas. In omnibus caritas. 1953–2002. Saarbrücken 2003

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Homepage der KDStV Carolus Magnus im CV zu Saarbrücken

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Protokoll des Gründungs-Convents der A. V. Carolus Magnus, Saarbrücken am 25. März 1953 im Johannishof zu Saarbrücken; in: Festzeitschrift 50 Jahre Carolus Magnus 1953–2003, Saarbrücken 2003, S. 22; Online-Scan des Gründungsprotokolls, (eingesehen am 9. April 2013)
  2. a b Im Geist von CAROLUS MAGNUS. Die erste farbentragende Studentische Verbindung im Saarland. Festliche Weihe der neuen Fahne in St. Joseph zu St. Ingbert, in: Saarbrücker Zeitung, 17. November 1953
  3. Saravia, Abschnitt Geschichte, saravia.de (eingesehen am 27. Mai 2012)
  4. Herbert Elzer: Die deutsche Wiedervereinigung an der Saar: das Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen und das Netzwerk der prodeutschen Opposition 1949–1955; Sankt Ingbert 2007, S. 541 et passim
  5. Sprache, vgl. „Erinnern nach 50 Jahren – Podiumsgespräch mit Studenten der ersten Stunde“ in: CAMPUS Ausgabe 1/1999 zum 50-jährigen Universitätsjubiläum (zuletzt abgerufen am 11. Februar 2015), Bildungstradition ausgeführt im Artikel Eine deutsch-französische Uni-Gründung sowie allgemeine Bildungseinrichtung, Gründung Aus der Chronik der Universität des Saarlandes
  6. dt. Karl der Große, frz. Charlemagne, vgl. Neumann (Hrsg.): KDStV Carolus Magnus, S. 36–38.
  7. Neumann (Hrg.): KDStV 2013, „Aufgrund der politischen Verhältnisse mussten wir sehr vorsichtig taktieren, denn den damaligen Herren im Saarland, Franzosen und Johannes Hoffmann waren Studentenverbindungen suspekt. Deshalb mussten wir z.B. das Wort Patria überall durch ‚Heimat und Volk‘ ersetzen.“, S. 26.
  8. Neumann (Hrsg.): KDStV Carolus Magnus, S. 22, 27 f.
  9. Paulgerhard Gladen, Ulrich Becker: Gaudeamus igitur: die studentischen Verbindungen einst und jetzt, München (Hrsg. Ulrich Becker) 1986, S. 213
  10. Association Générale d'Amitié, in: Robert H. Schmidt: Saarpolitik 1945–1957, Bd. Politische Struktur, Berlin 1959, S. 361; Fraternité d'Etudiants de Saarlande, Rodena THV: Sammlungsübergabe an den Rodena Theologisch-Historischen Verein, nebst der UdN bekommt auch der Rodena THV eine Kopie der Sammlung 2013, S. 2 f., Online, (eingesehen am 31. März 2013)
  11. Angaben auf saravia.de, Bereich Altherrenzirkel „Fulcolingia“

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Gem. Abfrage Vereinsregisterarchiv Landeshauptstadt Saarbrücken, Stand 22. Mai 2015. Der Terminus ‚geduldet‘ ist im Sinne von ‚anerkannt‘ zu verstehen. Obwohl „die Jahre zwischen 1953 und 1955 durch Traditionspflege und die Befürwortung des Anschlusses an die BRD [...]“ geprägt waren, wurde die Anerkennung ausgesprochen [Zitat und vgl. Neumann: K.D.StV. Carolus Magnus, Norderstedt 2013. S. 18f.]. Dass die Anerkennung nicht eine reine Formalie war, zeigt das Beispiel auf S. 19 [ebd.]: „Die Gründung der Burschenschaft Germania am 23. November 1951 stellte eine rechtlich nicht anerkannte Gründung dar, da ihr die notwendige Lizenzierung durch die Protektoratsverwaltung und saarländische Regierung im Saarprotektorat verwehrt blieb.“. Der Terminus ‚Duldung‘ findet sich explizit in der Ausführung Dr. Otmar Schönebergers zur Geschichte der Carolus Magnus in der Festzeitschrift zum 40. Stiftungsfest, Saarbrücken 1993.
  2. Bis zum Beginn der 1990er-Jahre gelang es der Saarland, 102 Neumitglieder zu gewinnen, während Carolus Magnus im gleichen Zeitraum nur um 84 Neuzugänge wuchs. CV-Sekretariat (Hrsg.): CV-Gesamtverzeichnis; München 2007; S. V–167 ff.; S. V–523 ff.
  3. Studentenverbindungen an der Universität des Saarlandes, in Klammern Ansiedlungs- bzw. Gründungsdatum: ASV Saar-Ostpreußen Saarbrücken (1956), Cimbria Königsberg zu Saarbrücken (1956), Ghibellinia Prag zu Saarbrücken (1959), Saarbrücker Burschenschaft Germania (1951/1956)