KDStV Gothia Würzburg

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KDStV Gothia

Wappen Zirkel
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Basisdaten
Hochschulort: Würzburg
Hochschule/n: Julius-Maximilians-Universität
FHWS
Hochschule für Musik
Gründung: 19. Juni 1895
Korporationsverband: VKSt (1898–1904)
CV (seit 1905)
Nummer im Verband: 43
Kürzel: GW!
Farbenstatus: farbentragend
Farben:
Fuchsenfarben:
Mütze: halbsteife Tellermütze
Art des Bundes: Männerbund
Religion / Konfession: katholisch
Stellung zur Mensur: nichtschlagend
Wahlspruch: Cum fide virtus!
Mitglieder insgesamt: 369 Stand 2015
Aktive: ca. 40 Stand 2015
Website: www.gothia-wuerzburg.de

Die Katholische Deutsche Studentenverbindung Gothia-Würzburg, KDStV Gothia-Würzburg, ist eine 1895 in Würzburg gegründete, farbentragende und nichtschlagende Studentenverbindung. Sie gehört dem Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV) an. Ihre Mitglieder werden „Gothen“ genannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründungsjahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als offizielles Gründungsdatum wird der 19. Juni 1895[1] betrachtet und auch gefeiert. Die Tradition reicht jedoch um einige Jahrzehnte weiter zurück, denn Gothia wurde von ehemaligen Mitgliedern des 1875 gegründeten Wissenschaftlichen Katholischen Studentenvereins Unitas (seit 1920 WKStV Unitas Hetania) ins Leben gerufen, einem Würzburger Zweigverein des ältesten katholischen Studenten- und Akademikerverbands, dem 1855 gegründeten Unitas-Verband (UV).[2] Den Gründern unter Federführung von Franz Xaver Haegy ging es um eine in ihren Augen zeitgemäße Verwirklichung der Unitas-Prinzipien. Wegen der Widerstände, die ihnen dabei entgegenschlugen, gründeten sie eine neue Verbindung.[3]

Zunächst noch als Katholischer Studentenverein entschied man sich – vermutlich aus Begeisterung für das Buch Ein Kampf um Rom des ehemaligen Würzburger Professors Felix Dahn, sicher aber unter dem Eindruck des heroisierenden und historisierenden Zeitgeistes des Wilhelminismus – für den Namen „Gothia“ und wählte die Farben schwarz–gold–grün, welche von den 28 Gründungsmitgliedern aber zunächst noch nicht als Band und Mütze getragen wurden. Man behielt die Prinzipien der Unitas (virtus – scientia – amicitia) bei und wählte den Wahlspruch Cum fide virtus (gemeinhin mit „In Treue fest“ übersetzt). Am 16. Juli 1895 erlangte man die Bestätigung des Akademischen Senats der Universität Würzburg, unter dem damaligen Prorektor Wilhelm Conrad Röntgen.

Zu den ersten (Ehren-)Mitgliedern[4] gehörten unter anderem Theodor Henner, Friedrich Philipp von Abert, Johannes Hehn sowie Hermann Schell, welcher die noch heute über der Neuen Universität am Sanderring zu lesende Widmung „Veritati“ (lat. „Für die Wahrheit“) stiftete.[Anm 1]

Eine Aufnahme in die Katholicarum Congregativum Confoederatio (KCC), dem damaligen Zusammenschluss aller katholischen Verbindungen in Würzburg, erreichte man nicht. Dafür trat man im Juni 1898 in ein Korrespondenzverhältnis zum Katholischen Studentenverein Ripuaria Bonn und gründete am 18. Juni 1899 zusammen dem Katholischen Akademischen Stammtisch Burgundia (heute KDStV Burgundia München).[Anm 2] Dem aus diesen drei Korporationen gegründeten „Kleinen Kartellverband“, welcher unter der Bezeichnung Verband katholischer Studentenvereine (VKSt) auftrat, schloss sich im Jahr 1901 noch der Studentenverein Arminia Münster an.

Aufnahme in den CV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im aufziehenden Akademischen Kulturkampf drängte man auf einen Anschluss des VKSt an einen größeren Verband. Gothia favorisierte den Kartellverband Katholischer Deutscher Studentenvereine (KV), dessen Auffassungen man grundsätzlich teilte. Dies führte jedoch zu Meinungsverschiedenheiten und im Mai 1904 schließlich zum Austritt Gothias aus dem VKSt. Als eine Aufnahme in den KV scheiterte, wandte man sich Ende 1904 letztlich an den Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV) – wenngleich dies eine Umwandlung in eine farbentragende Verbindung nach sich ziehen und zunächst für einige innere Widerstände sorgen sollte. Am 2. März 1905 wurde die KDStV Gothia-Würzburg als „Freie Vereinigung“ in den CV aufgenommen.[5] Etwa zur gleichen Zeit löste sich auch der verbliebene VKSt im CV auf. Schwierigkeiten bereitete in den folgenden Jahren die Suche nach einem geeigneten Kneiplokal. Nach Jahren mit häufig wechselnden Lokalen bezog die Verbindung schließlich im Sommersemester 1916 ihr Heim im traditionsreichen Weinhaus Stachel, der ältesten Weinstube Würzburgs.[Anm 3]

Erster Weltkrieg und Weimarer Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Sommer 1914 und die Einberufung zahlreicher Bundesbrüder unterbrachen das weithin konsolidierte Verbindungsleben. Der aktive Bundesbetrieb wurde erst 1919 wieder in vollem Umfang aufgenommen. Bis zum Ende des Krieges waren von den mittlerweile rund 200 Gothen etwa 130 an allen Fronten eingesetzt. Neben etlichen Verwundeten hatte man insgesamt 22 Gefallene und zwei Vermisste zu beklagen. Die gemeinsamen Kriegserlebnisse ließen bestehende Konflikte zwischen Studenten und Korporationen allmählich in den Hintergrund treten.[Anm 4] So gelang am 17. Januar 1919 die Wiederbegründung des Zusammenschlusses der katholischen Korporationen an der Universität Würzburg zum Katholischen Coporationen Convent (KCC). Daneben konnte bereits im Dezember 1918 der Zweckverband der Würzburger Studentenkorporationen ins Leben gerufen werden – ein Novum in Deutschland, das maßgeblich zum Spannungsabbau zwischen nicht-schlagenden und schlagenden Verbindungen beitrug. Dieser Zweckverband sollte sich im Sommer 1919 zu einem Allgemeinen Studentenausschuss (AStA) erweitern. Im Frühjahr 1919 kam es auch in Würzburg zu Unruhen und Putschversuchen. Anfang April wurde die Räterepublik ausgerufen. Soldaten und Korporationsstudenten – darunter Gothen – gingen schließlich erfolgreich gegen die Revolutionäre vor und befreiten Würzburg.[Anm 5] Am 30. Juni 1921 konnte das Erlanger Verbände- und Ehrenabkommen zum Erfolg gebracht werden, außerdem trat Gothia zusammen mit den übrigen Verbindungen des WCV dem Hochschulring Deutscher Art (HDA) bei. Als der Hochschulring sich im Zuge des Hitler-Putsches auf die Seite der Putschisten schlug, erklärte Gothia als erste Korporation des WCV ihren Austritt. Sie stellte sich ganz auf die Seite des Gothen Franz Matt, der als bayerischer Kultusminister und stellvertretender Ministerpräsident wesentlichen Anteil an der Vereitelung dieses Putsches hatte.[6] Weiterhin bemerkenswert ist, dass Gothia sich seit 1923 in der Würzburger Hochschulpolitik engagierte und 1926/27 sowie 1931/32 den 1. AStA-Vorsitzenden stellen konnte.[7] Im Jahr 1926 erwarb der „Hausbauverein Gothenheim“ das Anwesen Leutfriedweg 10, nahe dem Käppele. Die Einweihung der auf dem Grundstück stehenden neugotischen Villa, die aufgrund ihrer markanten, burgähnlichen Bauweise von vielen Würzburgern bis heute als „Gothenburg“ bezeichnet wird, erfolgte am 31. Oktober 1926 durch den Würzburger Bischof Matthias Ehrenfried, der 1927 das Ehrenprotektorat Gothias übernahm.[Anm 6]

Zeit der NS-Diktatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das neue Jahrzehnt begann am 4. Februar 1930 mit einem richtungsweisenden Unvereinbarkeitsbeschluss des Verbindungsconvents, wonach ein Mitglied Gothias keinesfalls Nationalsozialist sein könne, ohne zugleich gegen das unveräußerliche Prinzip der Katholizität zu verstoßen.[Anm 7] Gothia sprach sich damit als erste Würzburger Verbindung – noch vor der Deutschen Bischofskonferenz – klar gegen den Nationalsozialismus aus.[8]

Im Zuge der Gleichschaltung sahen sich viele Verbindungen mit Repressalien und Zwangsauflösungen konfrontiert.[9] Da der Philistersenior Gothias, Rechtsanwalt Hans Lang, Mitglied der Bayerischen Volkspartei sowie auch der „Bayernwacht“ – einer paramilitärischen Organisation der Bayerischen Volkspartei – war, lagerten Waffen auf dem Gothenhaus. Als es Ende Februar 1933 in Bayern vermehrt zu Auseinandersetzungen zwischen der Bayernwacht und der SA kam, drang letztere im Zuge einer „Hausdurchsuchung“ am 18. März 1933 gewaltsam in das Verbindungshaus ein und versuchte, alle bei Gothia vermuteten Waffen in Beschlag zu nehmen – jedoch ohne Erfolg. Im Juni 1933 drohte Gothia schließlich wegen der Weigerung, den „nichtarischen“ Bundesbruder Norbert Riedmiller zu entlassen, die Suspendierung.[10] Gefährlich wurde allen (auch den nichtkatholischen) Verbindungen insbesondere der Bundesführer des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NSDStB), Albert Derichsweiler, der im Oktober 1935 verfügte, dass sich im kommenden Semester jeder Student zu entscheiden habe, ob er einer Korporation oder dem Studentenbund angehören wolle. [11]

Noch bevor der NSDStB den Verbindungen die Anerkennung vollends entziehen konnte, wurde Ende Oktober 1935 auf einer Verbandstagung in Würzburg (auf dem Haus der KDStV Markomannia Würzburg) die Auflösung des CV beschlossen. Wenige Tage später, am 3. November 1935, beschloss auch Gothia die Selbstauflösung. Am 20. Juni 1938 wurde die Zwangsauflösung und Enteignung sämtlicher katholischer Studenten- und Akademikerverbände, so auch des noch verbliebenen Vereins „Gothenheim e. V.“ und des Altherrenverbands, verfügt.

Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs verloren 24 Gothen ihr Leben. Zahlreiche Mitglieder katholischer Verbindungen, die für ihre christlichen und rechtsstaatlichen Überzeugungen einstanden, verbrachten lange Zeit in Konzentrationslagern, darunter auch Würzburger Gothen wie Anton Schwarz, der von 1940 bis 1941 im KZ Dachau inhaftiert war, und Ernst Döhling, der im September 1939 als politischer Häftling in das KZ Buchenwald eingeliefert wurde und dort bis zum 8. Mai 1945 bleiben musste. Als schwergezeichneter Mann kehrte er nach Würzburg zurück – wo seine gesamte Familie im Februar 1945 durch einen Luftangriff ums Leben gekommen war. Er sollte 1947 der erste Philistersenior nach der Wiederbegründung werden.[Anm 8]

Von der Wiederbegründung bis heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gothia wurde am 29. Juli 1947 mit einem feierlichen Kommers in Münnerstadt wiederbegründet und war damit die erste Würzburger CV-Verbindung, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg rekonstituierte.[12] Darüber hinaus war Gothia die erste Verbindung Würzburgs, die an den Beisetzungsfeierlichkeiten für Bischof Matthias Ehrenfried Ende Mai und anlässlich der Fronleichnamsprozession Anfang Juni 1948 wieder öffentlich ihre Farben trug - trotz starker Vorbehalte seitens der Universität. Da man Vermögen und Anwesen durch die Nationalsozialisten bzw. die Bombardierung Würzburgs fast vollends verloren hatte, traf man sich in den ersten Monaten im „Maulaffenbäck“, einem ehemals renommierten Würzburger Weinlokal, das seinen Betrieb 1947 in der Hofstraße wieder aufgenommen hatte. Im Sommer 1948 war man für kurze Zeit auf die Festung Marienberg gezogen, entschied sich jedoch ab dem Wintersemester 1948/50 für den „Schwarzen Walfisch“ als Kneiplokal.

Verbindungshaus der KDStV Gothia-Würzburg in der Rottendorfer Straße

Der Verein „Gothenheim“ wurde nach langen Vorverhandlungen mit der Militärregierung und der Stadt am 17. August 1948 durch den Würzburger Stadtrat genehmigt.[13] Die Lizenzierung der aktiven Verbindung erfolgte per Schreiben des Bayerischen Kultusministers, Alois Hundhammer, am 30. November 1949, das vom Rektor der Universität, Ernst Rösser, am 12. Dezember ausgehändigt wurde. Die folgenden Semester dienten der Konsolidierung des Bundes. Am 27. Januar 1954 erwarb man die in der Rottendorfer Straße 26 (ehemals Ludendorffstraße) gelegene Villa des jüdischen Apothekers Max Mandelbaum, welcher nunmehr in den USA lebte und das Haus über einen Rechtsanwalt zum Kauf anbot.[Anm 9] Die Villa befand sich von 1938 bis 1945 im Besitz des damaligen NS-Gauleiters und Regierungspräsidenten von Mainfranken, Otto Hellmuth, und wurde nach seiner plötzlichen Flucht Ende März 1945 ausgeplündert.[14] Unmittelbar nach dem Krieg wurde in diesem Haus die jüdische Gemeinde in Würzburg wieder begründet.[15] Bis zum endgültigen Einzug im Jahr 1955 waren umfangreiche Umbau- und Renovierungsarbeiten der 1928 errichteten Villa notwendig. Unter anderem war hier der einzige gegen Luftangriffe geschützte Betonbunker Würzburgs als „Befehlsstelle des Gauleiters“ entstanden, welcher zunächst verschüttet und 1988 abgerissen wurde.

Die Veränderungen im Zuge der 68er-Bewegung machten auch vor Gothia nicht halt: An die Stelle von Kneipen traten für einige Zeit „Feiern“. Am Katholizitätsprinzip hielt man jedoch ausdrücklich fest. Nach einem Rückgang der Mitgliederzahlen seit Ende der 1960er Jahre stiegen die Receptionen mit Annahme der Ehrenmitgliedschaft durch Theodor Berchem, den Präsidenten der Universität, im Jahre 1976 wieder etwas stärker an. Ein Vermächtnis des Gothen Friedrich Jacob ermöglichte zu Beginn der 1980er Jahre den Erwerb einer ersten Eigentumswohnung in der Sophienstraße; darüber hinaus erfolgte eine umfassende Renovierung des denkmalgeschützten Verbindungshauses, auf dessen Grundstück – nach Gesprächen mit der Würzburger Stadtbildkommission – demnächst ein Studentenwohnheim errichtet werden soll.[16]

Im Juli 2015 feierte die KDStV Gothia-Würzburg ihr 120. Stiftungsfest. Zurzeit umfasst die Verbindung 369 Mitglieder, davon ca. 40 Füxe und Burschen.

Ziele und Prinzipien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gothia beruht auf den Prinzipien virtus, scientia und amicitia. Das patria-Prinzip kam erst durch Eintritt in den CV hinzu. Da Gothia außerhalb des CV gegründet wurde, ist sie auch die einzige Würzburger CV-Verbindung, die eigene Verbindungsprinzipien hat.

  • Virtus und religio beinhalten das Bekenntnis zum katholischen Glauben als lebendigem Grundstein der Verbindung sowie die Bereitschaft, aus ihm das eigene Leben zu gestalten und sich den Herausforderungen der Zeit zu stellen. Sie bedeuten weiterhin ein Bekenntnis zu unserem freiheitlichen, demokratischen und sozialen Rechtsstaat sowie eine Absage an jeglichen Radikalismus von Rechts und von Links.
  • Scientia erfordert das Bemühen um ein zielstrebiges und erfolgreiches Studium sowie den Willen, über den eigenen Horizont und die Grenzen der Fakultät hinaus zu blicken.
  • Amicitia beinhaltet die Förderung wahrer, über die Studienzeit und die eigene Generation hinausgehende Lebensfreundschaft und die gegenseitige Erziehung zu sozial verantwortlichen, selbstbewussten Persönlichkeiten.

Couleur und Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bandknopf in den Farben der KDStV Gothia-Würzburg

Zur zeitlichen Entstehung der äußeren Erkennungszeichen der Gothia ist im Jahresbericht des Cartellverbandes der katholischen Studentenvereine Ripuaria Bonn und Gothia Würzburg 1898/99 nachzulesen: „Bereits am 6. Juli [sc. 1895] waren Namen und Farben, Wappen und Zirkel des neuen Vereins bestimmt.“

Die heute noch vorhandene Gründungsfahne stammt aus dem Jahr 1899.

Couleur

Die Verbindung trägt die Farben schwarz–gold–grün mit grüner Perkussion am oberen und schwarzer am unteren Aufstoß. Bis 1907 waren diese golden und mussten aber geändert werden, da die KDStV Alemannia Greifswald diese Farbkombination im CV bereits seit 1891 für sich beansprucht hat. Die Fuxenfarben sind schwarz–grün mit goldener Perkussion. Nach der Aufnahme in den CV 1905 trugen die Gothen zunächst Hinterhauptcouleur. Um Verwechslungen mit einem Bischöflichen Knabenseminar auszuschließen, dessen Schüler ebenfalls kleinformatige grüne Tellermützen trugen, führte Gothia um 1925 die große Tellerform in smaragdgrün ein.[17]

Der Senior trägt über die linke Schulter ein verziertes Band der 1876 gegründeten Freundschaftsverbindung KÖStV Austria Wien im ÖCV als Zeichen der besonderen Verbundenheit.[18]

Wappen

Das Wappen ist geviert. Rechts oben in Gold in den Verbindungsfarben beschleifter Lorbeerkranz, darin offenes Buch mit dem Verbindungswahlspruch „Cum fide virtus!“ (zu dt.: „In Treue fest!“); links oben zweifach in den Verbindungsfarben schräglinksgeteilt, darauf der Verbindungszirkel; rechts unten in Grün schräggekreuzt Lyra und Trinkhorn; links unten die Ansicht Würzburgs: die ‚alte Mainbrücke‘ mit Blick zur Festung Marienberg. Golden bordierter Herzschild, in Schwarz ein Tatzenkreuz. Gekrönter Spangenhelm; Decke und drei Straußenfedern in den Verbindungsfarben.[19]

Bekannte Mitglieder [20][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Siehe hierzu den bebilderten Artikel von Robert Emmerich: Die Neue Universität am Sanderring. Ein Streifzug durch die Geschichte des Hauses auf den Seiten der Univ. Würzburg: http://www.uni-wuerzburg.de/ueber/universitaet/geschichte/sanderringuni/
  2. Die Hintergründe für den Kartellabschluss werden dargelegt in: Gothia jubilans. Festschrift zum 25. Stiftungsfest der KDStV Gothia. Würzburg 1920, S. 8.
  3. Bis zum Wintersemester 1925/26 hatte die KDStV Gothia ihre Kneipe im 1. Stock des Seitengebäudes im Hof des traditionsreichen Weinhauses. Vgl. hierzu Ulrich Becker: Würzburger Couleurkarten. Studentenleben auf alten und neuen Postkarten; ein Beitrag zur Vierhundertjahrfeier der Universität Würzburg 1982. Verlag Becker, Würzburg 1981, S. 51.
  4. Einen ausführlichen und quellenreichen Einblick in die Geschichte der Studentenverbindungen in der Weimarer Republik bietet Matthias Stickler: Zwischen Reich und Republik. Zur Geschichte der studentischen Verbindungen in der Weimarer Republik. In: Harm-Hinrich Brandt, Matthias Stickler (Hrsg.): „Der Burschen Herrlichkeit“. Geschichte und Gegenwart des studentischen Korporationswesens. Würzburg 1998, S. 85–123 (inkl. eines Abdrucks der Tagungsdiskussion).
  5. Vgl. ausführlich zur Revolution 1919 in Würzburg und deren Niederschlagung: Bettina Köttnitz-Porsch: Novemberrevolution und Räteherrschaft 1918/19 in Würzburg. Würzburg 1985 (= Mainfränkische Studien 35).
  6. Nach der erzwungenen Selbstauflösung 1935 wurde das Haus verkauft und wechselte mehrfach den Besitzer, bis es beim Bombenangriff am 16. März 1945 zerstört wurde. Vgl. Ulrich Becker: Würzburger Couleurkarten. Studentenleben auf alten und neuen Postkarten; ein Beitrag zur Vierhundertjahrfeier der Universität Würzburg 1982. Verlag Becker, Würzburg 1981, S. 52.
  7. Vgl. hierzu auch weiterführend: Peter Spitznagel: Die Machtergreifung an der Universität Würzburg und die Rolle der studentischen Korporationen. In: Darstellungen und Quellen zur Geschichte der deutschen Einheitsbewegung im 19. und 20. Jahrhundert, Bd. XI. Heidelberg 1981, S. 159–195, hier: S. 166; vgl. zudem: Richard Baumann: Gothia sei’s Panier. 100 Jahre KDStV Gothia zu Würzburg im CV 1895–1995. Benedict Press, Würzburg 1995, S. 71.
  8. Zahlreiche Bundesbrüder wurden von der Gestapo in Haft genommen, unter ihnen Ernst Döhling, Hans Müller, Eustach Bühner, Nikolaus Lauer, Anton Betz und Josef Herterich. Mehrere hatten erhebliche berufliche Nachteile, so zum Beispiel Hans Müller, Valentin Henselmans, Anton Betz, Josef Holler und Josef Herterich.
  9. Max Mandelbaum verkaufte die luxuriöse Villa 1938 an die Stadt Würzburg. Der Kaufpreis betrug 100.000 Reichsmark, was nur in etwa einem Drittel des damaligen Wertes für das Gebäude entsprach. Bereits am nächsten Tag wurde dem Gauleiter Otto Hellmuth eine unkündbare Hypothek von der Stadt eingeräumt. Vgl. ausführlich zur Geschichte der jüdischen Apothekerfamilie Max Mandelbaum: Frank Leimkugel: Wege judischer Apotheker. Emanzipation, Emigration und Restitution: Die Geschichte deutscher und osterreichisch-ungarischer Pharmazeuten, 2. Auflage. Frankfurt 1999, S. 127–128. Siehe auch: Reiner Strätz: Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900–1945, mit einer wissenschaftlichen Einleitung von Herbert A. Strauss (Veröffentlichungen des Stadtarchivs Würzburg, Bd. 4,I-II), Würzburg 1989.

Literatur und Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrich Becker: Würzburger Couleurkarten. Studentenleben auf alten und neuen Postkarten; ein Beitrag zur Vierhundertjahrfeier der Universität Würzburg 1982. Verlag Becker, Würzburg 1981, S. 50–53.
  • Harm-Hinrich Brandt, Matthias Stickler (Hrsg.): Der Burschen Herrlichkeit. Geschichte und Gegenwart des studentischen Korporationswesens (Veröffentlichungen des Stadtarchivs Würzburg, Band 8). Würzburg 1998, ISBN 3-87717-781-6, S. 85–107, 457–477.
  • Hans Dünninger: KDStV Gothia-Würzburg. In: Rolf-Joachim Baum et al. (Hrsg.): Studentenschaft und Korporationswesen an der Universität Würzburg 1582–1982. Verlag Becker, Würzburg 1982, S. 240–242.
  • Daniel Gerken: Die Selbstverwaltung der Stadt Würzburg in der Weimarer Republik und im Dritten Reich (Veröffentlichungen des Stadtarchivs Würzburg, Bd. 17). Ferdinand Schöningh Verlag, Würzburg 2011, S. 37 ff.
  • Karl Werner Goldhammer: Katholische Studentenkorporationen Würzburgs und das Dritte Reich. In: Weiß Wolfgang (Hrsg.): Kirche und Glaube – Politik und Kultur in Franken. Festgabe für Klaus Wittstadt zum 65. Geburtstag (Würzburger Diözesangeschichtsblätter 62/63). Würzburg 2001, S. 755–805.
  • Friedhelm Golücke: Die Wohnkameradschaft Markomannia 1934/35 – ein erster Gleichschaltungsversuch. In: Friedhelm Golücke (Hrsg.): Korporationen und Nationalsozialismus. SH-Verlag, Vierow 1994, S. 87–114.
  • Bernhard Grün, Johannes Schellakowsky, Matthias Stickler, Peter Süß (Hrsg.): Zwischen Korporation und Konfrontation. Beiträge zur Würzburger Universitäts- und Studentengeschichte. SH-Verlag, Köln 1999, ISBN 3-89498-070-2.
  • Siegfried Schieweck-Mauk: Lexikon der CV- und ÖCV-Verbindungen. Die Korporationen und Vereinigungen des Cartellverbandes der Katholischen Deutschen Studentenverbindungen (CV) und des Cartellverbandes der katholischen österreichischen Studentenverbindungen (ÖCV) in geschichtlichen Kurzdarstellungen (Gemeinschaft für Deutsche Studentengeschichte). SH-Verlag, Köln 1997, ISBN 3-89498-040-0.
  • Siegfried Schieweck-Mauk: »Durchhalten, solange es geht!« Ein katholischer Studentenverband im Dritten Reich: Der „CV“. In: GDS-Archiv 4 (1998), S. 53–67.
  • Peter Spitznagel: Studentenschaft und Nationalsozialismus in Würzburg 1927–1936. In: Rolf-Joachim Baum et al. (Hrsg.): Studentenschaft und Korporationswesen an der Universität Würzburg 1582–1982. Verlag Becker, Würzburg 1982, S. 89–138.
  • Peter A. Süß: Grundzüge der Würzburger Universitätsgeschichte 1402–2002. Eine Zusammenschau (Quellen und Beiträge zur Geschichte der Universität Würzburg, Band 10). Verlag Degener, Rothenburg ob der Tauber 2007, ISBN 978-3-7686-9312-7, S. 155–166, 175–181.
  • Hermann Josef Wurm: Handbuch für den Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen. 3. Auflage. Berlin 1905, S. 55 f.

Festschriften:

  • Gothia jubilans. Festschrift zum 25. Stiftungsfest der KDStV Gothia. Würzburg 1920.
  • Hans Dünninger: Festschrift zum 60. Stiftungsfest der KDStV Gothia-Würzburg im CV. Würzburg 1955.
  • Hans Dünninger: 1895–1965. 70 Jahre KDStV Gothia-Würzburg. Würzburg 1965.
  • Hans Dünninger: KDStV Gothia-Würzburg. In: Willkommen in Würzburg zur 78. Versammlung des Cartellverbandes der Katholischen Deutschen Studentenverbindungen, 23.–27. Juli 1964, S. 34 ff.
  • Richard Baumann: Gothia sei’s Panier. 100 Jahre KDStV Gothia zu Würzburg im CV 1895–1995. Würzburg 1995.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. E. H. Eberhard: Handbuch des studentischen Verbindungswesens. Leipzig, 1924/25, S. 116.
  2. Ulrich Becker: Würzburger Couleurkarten. Studentenleben auf alten und neuen Postkarten. Ein Beitrag zur Vierhundertjahrfeier der Universität Würzburg 1982. Ulrich Becker Verlag, Würzburg 1981, S. 50; Hermann Josef Wurm: Handbuch für den Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen. 3. Auflage. Berlin 1905, S. 55 f.
  3. Christopher Dowe: Auch Bildungsbürger. Katholische Studierende und Akademiker im Kaiserreich (= Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft. Band 171). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, ISBN 3-525-35152-6, S. 61.
  4. Bericht des katholischen Studenten-Vereins Gothia. Nr. 5 (8) Würzburg, 1. Juni 1902, S. 23 f. (I. Chronik. Winter-Semester 1901); speziell zu Professor Henner: Peter Josef Jörg: Theodor Henner. In: Lebensläufe aus Franken Nr. 6/1960, S. 241–250; http://franconica.uni-wuerzburg.de/ub/55franc4105/ueber.html
  5. Über die Aufnahme Gothias in den CV berichtet: Academia. Monatschrift des Cartellverbands der Katholischen Deutschen Studentenverbindungen, Nr. 18/1 vom 15. Mai 1905. Ein Abdruck der Originalausgabe nebst einem Auszug aus dem Protokoll der 42. Cartellversammlung, die vom 17. bis 21. August 1906 in Essen stattfand und über die Aufnahme Gothias als vollberechtigte Verbindung in den CV entschied, finden sich in: Richard Baumann: Gothia sei’s Panier. 100 Jahre KDStV Gothia zu Würzburg im CV 1895–1995. Würzburg 1995, S. 25–26.
  6. Vgl. Lydia Schmidt: Kultusminister Franz Matt (1920–1926). Schul-, Kirchen- und Kunstpolitik in Bayern nach dem Umbruch von 1918 (Schriftenreihe zur bayerischen Landesgeschichte). C. H. Beck, München 2000, ISBN 3406107079.
  7. http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_44409.
  8. Siegfried Schieweck-Mauk: Lexikon der CV- und ÖCV-Verbindungen, Gemeinschaft für deutsche Studentengeschichte. Die Korporationen und Vereinigungen des Cartellverbandes der Katholischen Deutschen Studentenverbindungen (CV) und des Cartellverbandes der katholischen österreichischen Studentenverbindungen (ÖCV) in geschichtlichen Kurzdarstellungen. Würzburg 1997, hier v. a. S. 334.
  9. Michael Grüttner: Die Korporationen und der Nationalsozialismus. In: Harm-Hinrich Brandt, Matthias Stickler (Hrsg.): „Der Burschen Herrlichkeit“. Geschichte und Gegenwart des studentischen Korporationswesens. Würzburg 1998, S. 125–144.
  10. Vgl. Richard Baumann: Gothia sei’s Panier. 100 Jahre KDStV Gothia zu Würzburg im CV 1895–1995. Benedict Press, Würzburg 1995, S. 86.
  11. Michael Grüttner: Studenten im Dritten Reich. Paderborn u. a. 1995, S. 310: „Derichsweilers Strategie lief ganz offensichtlich darauf hinaus, die politisch zuverlässigen Korporationen in den NSDStB einzugliedern und den nicht integrationsfähigen Rest langsam auszutrocknen. Zu diesem Zweck wurden die im Wintersemester 1935/36 neu immatrikulierten Studenten vor die Alternative gestellt, entweder in den NSDStB oder in eine Korporation einzutreten. Wenig später verbot Derichsweiler allen NSDStB-Mitgliedern die gleichzeitige Mitgliedschaft in einer Verbindung, beteuerte aber ausdrücklich, wolle die weiterhin bestehenden ‚Korporationen an ihrem Eigenleben nicht behindern‘. Jedoch trugen solche Maßnahmen kaum zu einer Stärkung des NSDStB bei. Die meisten Korporationen scheuten vor einer Eingliederung in den NSDStB zurück, zumal dieser als Voraussetzung die Übergabe der Korporationshäuser verlangte. Auch viele Burschenschaften waren mit der Entscheidung ihrer Führung nicht einverstanden und verweigerten den Anschluss an den NSDStB. Einige Verbindungen entschlossen sich zur Auflösung oder zur Suspendierung, andere versuchten, den bisherigen Korporationsbetrieb weiter aufrechtzuerhalten.“
  12. Zur Wiederbegründung und den Lizenzierungsbemühungen vergleiche die detaillierte und quellenreiche Darstellung bei Richard Baumann: Gothia sei’s Panier. 100 Jahre KDStV Gothia zu Würzburg im CV 1895–1995. Würzburg 1995, Benedict Press Münsterschwarzach, S. 133–135.
  13. Das entsprechende Schreiben des Würzburger Stadtrats mit der Lizenzierung gem. Beschluss des „Office of Military Government for Bavaria, APO 170, AG 080 MBGl. vom 26.08.1946“ findet sich im Archiv des Instituts für Hochschulkunde der Universität Würzburg sowie als Abdruck in: Richard Baumann: Gothia sei’s Panier. 100 Jahre KDStV Gothia zu Würzburg im CV 1895–1995. Würzburg 1995, Benedict Press Münsterschwarzach, S. 145.
  14. Zur Geschichte der Gauleitervilla bis hin zum Verkauf an die KDStV Gothia im Jahr 1954 vgl.: Dieter W. Rockenmaier: Das Dritte Reich und Würzburg. Versuch einer Bestandsaufnahme. Würzburg 1988, S. 239.
  15. Hans Steidle: Denkmalschutz und Stadtheimatpflege im Konversionsgelände Hubland. Würzburg 2010 (SHP-NR. 2010/3), S. 26.
  16. Karl-Georg Rötter: Gothia baut Studenten-Wohnungen. Verbindung stellte in der Stadtbildkommission ihre Pläne für ein Appartement-Gebäude im Frauenland vor. In: Mainpost, 24. Oktober 2013.
  17. Vgl. Ulrich Becker: Würzburger Couleurkarten. Studentenleben auf alten und neuen Postkarten. Ein Beitrag zur Vierhundertjahrfeier der Universität Würzburg 1982. Ulrich Becker Verlag, Würzburg 1981, S. 50.
  18. Internet-Seite der K.Ö.St.V. Austria-Wien im ÖCV
  19. Schieweck-Mauk: Lexikon der CV- und ÖCV-Verbindungen. S. 337 f.
  20. Liste bekannter Mitglieder auf der Internet-Seite der K.D.St.V. Gothia-Würzburg im CV
  21. Haus der bayerischen Geschichte: Müller, Hans
  22. Pressemitteilung über die Ehrenmitgliedschaft von Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Reiners

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]