Karin Leukefeld

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Karin Leukefeld (* 1954 in Stuttgart) ist eine deutsche Journalistin und Nahost-Korrespondentin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Leukefeld wurde 1954 geboren, studierte Ethnologie, Islam- und Politikwissenschaften und machte eine Ausbildung zur Buchhändlerin. Sie betätigte sich in Organisations- und Öffentlichkeitsarbeit unter anderem beim Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, in der Bundespartei Die Grünen und arbeitete in einer Informationsstelle in El Salvador. Außerdem war sie persönliche Mitarbeiterin eines Bundestagsabgeordneten der PDS (Außenpolitik und Humanitäre Hilfe). Seit 2000 ist sie freie Korrespondentin im Mittleren Osten.[1]

2010 wurde Leukefeld von der syrischen Regierung akkreditiert, reiste immer wieder nach Syrien und berichtete vor Ort vom Syrienkonflikt. Vergleichbar viel erlaube die syrische Regierung laut Tagesspiegel (Stand 2012) keinem anderen deutschen Journalisten.[2]

Beiträge von Leukefeld erschienen im deutschen Hörfunk, etwa Bayern 2, Bayern 3, Deutschlandradio oder NDR Kultur,[3] auch im Schweizer Rundfunk auf SRF 4,[4] sowie videojournalistische Arbeiten in "Weltnetz.tv". Ihre Artikel erscheinen regelmäßig in den Tageszeitungen Neues Deutschland und junge Welt oder bis 2008 in der Schweizer Wochenzeitung (WOZ). Sie publiziert viele Beiträge als Korrespondentin von RT Deutsch.[2][5]

Einzelne Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Solange noch ein Weg ist (1996)

Leukefelds Erstling betrachtet Gerald Grüneklee (taz) als fundierte Analyse in dem "bisher umfassendsten Überblick den Alltag der Kurden in Syrien und im Iran, der Türkei und im Irak." Besonders zu loben an dem "rundum gelungenen Buch" findet er die historischen Darstellungen, darunter die deutschen Waffenlieferungen, ohne die die Kurdenverfolgung in der Türkei nicht im (bis 1996, vgl. Erscheinungsdatum) praktizierten Ausmaß hätte stattfinden können, außerdem die politischen Analysen und das Glossar.[6]

Nimm Abschied und werde stark (2004)

Die Biografie der couragierten deutschen Frau des irakischen Partners des deutschen Abrüstungsbeauftragten Blix bietet nach Meinung der Zeit-Rezension verblüffende Einblicke in die irakische Gesellschaft, das widersprüchliche und gefährliche Leben unter Saddam Hussein.[7] Lesenswert seien auch die Beobachtungen über den gewandelten Alltag irakischer Frauen, in dem Islamisten ihnen im öffentlichen Leben immer mehr Fesseln anlegen würden, meint Hans-Christian Rößler in der FAZ.[8] Die wechselvolle Geschichte und Gegenwart des Irak – Revolution, Aufschwung, Diktatur, Krieg und Besatzung – werde am Schicksal einer Frau auch politisch Unbedarften nahegenbracht. Leukefeld gelinge es, dem Irak ein Gesicht jenseits Saddam Husseins zu geben.[9]

Flächenbrand (2015)

In ihrer Publikation zeige Leukefeld Verständnis für das Vorgehen Assads und äußere Schuldzuweisungen an oppositionelle Kräfte wie internationale Akteure, so die Rezension von Nathalie Wohlleben im Portal für Politikwissenschaft. Die Terrororganisation IS werde in ihrer Bedeutung nicht erfasst, insofern die Autorin meine, der IS habe "mit Unterstützung von Saudi‑Arabien, der Türkei und anderen Golfstaaten mit seinem 'Vormarsch die Kernerarbeit [gemeint ist wohl ‚Kärrnerarbeit‘, Anm. in der Rezension] für diese Aufspaltung Syriens und des Iraks' geleistet" und nur die Bedrohung der Ölquellen sei Motiv der Eingriffe des Westens gegen den IS. Die Rezensentin betrachtet dies als symptomatisch für die Autorin, Fakten und politisch gebundene Mutmaßungen "bis zur Unkenntlichkeit der Einzelteile miteinander zu verquicken". Des Weiteren kritisiert Wohlleben das "sehr linke Feindbild" von den "USA als böser Hegemonialmacht" und die "antiisraelische Stoßrichtung". Die Quellen ihres Wissens seien unklar.[10]

Dagegen hält Wolfgang Freund von der SZ das Buch Leukefelds in einer Sammelrezension zu Leukefeld, Jürgen Todenhöfer und Daniel Gerlach für ein "gelungenes Reportagebuch". Sie mache vor allem die "unterbelichtete" Rolle Frankreichs im nahöstlichen "Polit- und Revolutionstheater" deutlich, bei dem sich die französisch-syro-alawitischen "Techtelmechtel entlang eines roten Fadens entwickelt" hätten, der bis zum 14. Juli 2007 hinführe.[11]

Syrien zwischen Schatten und Licht (2016)

Leukefeld sieht im Gespräch mit Ernst Rommey im Deutschlandradio Kultur Bashar al-Assad als "Getriebenen, wenn nicht gar als Opfer des Auslands und der Geopolitik." Wie sein Vater habe er ein doppeltes Gesicht, fortschrittsorientiert und autokratisch. Den oppositionellen Gruppen wirft sie vor, nicht auf die Angebote Assads eingegangen zu sein.[12]

Mediale Rezeption und Resonanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Detlef Pries meint, seine Zeitung Neues Deutschland nehme die Angebote gerne an, „um nicht allein auf die Berichterstattung von Agenturen angewiesen zu sein, die selbst keinen unmittelbaren Einblick in das Geschehen haben“. Arnold Schölzel (Junge Welt) hält Leukefeld für eine „erfahrene Journalistin“, die Berichterstattung der Nachrichtenagenturen aus Syrien seien im Vergleich zu ihren Berichten unbefriedigend.[13] Für das russische staatliche Auslandsprogramm RT Deutsch ist sie "eine der profiliertesten Nahost-Expertinnen". Leukefeld sei eine Ausnahmeerscheinung unter deutschen Journalisten, da sie immer wieder in die Kriegsgebiete des Nahen Ostens reise und als freie Korrespondentin vom Krieg in Syrien berichte.[14]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2016: Was von Kriegen übrig bleibt

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kurzbiographie | Leben im Hintergrund der Schlagzeilen. In: leukefeld.net. Abgerufen am 11. August 2016.
  2. a b Matthias Meisner: Mit Assads Duldung – „Ich kann weitgehend frei berichten“. In: Der Tagesspiegel. 21. Februar 2012, abgerufen am 12. November 2016.
  3. ARD.de: Suchseite ARD.de. Abgerufen am 9. April 2017.
  4. SRF. Abgerufen am 9. April 2017 (Schweizer Hochdeutsch).
  5. Karin Leukefeld auf RT Deutsch. Abgerufen am 9. April 2017.
  6. Gerald Grüneklee: Kurden: Fundierte Analyse. In: die tageszeitung. (taz.de [abgerufen am 9. April 2017]).
  7. 11.30 - 12.00: Nimm Abschied und werde stark. Helma Al Saadi. In: Die Zeit. 29. September 2004, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 9. April 2017]).
  8. Annäherungen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 25. November 2004, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 9. April 2017]).
  9. Leben zwischen Hamburg und Bagdad, 09.11.2004 (Friedensratschlag). Abgerufen am 9. April 2017.
  10. Nathalie Wohlleben: Portal für Politikwissenschaft - Flächenbrand. Abgerufen am 8. April 2017 (deutsch).
  11. Wolfgang Freund: Chaos im Orient. In: sueddeutsche.de. ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 8. April 2017]).
  12. Karin Leukefeld: "Syrien zwischen Schatten und Licht" - Geplatzter Traum von einer arabischen Republik. In: Deutschlandradio Kultur. (deutschlandradiokultur.de [abgerufen am 8. April 2017]).
  13. „Ich kann weitgehend frei berichten“. (tagesspiegel.de [abgerufen am 8. April 2017]).
  14. Warum brennt der Nahe Osten? Karin Leukefeld im RT Deutsch-Gespräch. In: RT Deutsch. (rt.com [abgerufen am 9. April 2017]).