Keid

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Dreifachstern
Keid (40 Eri)
{{{Name}}}
Eridanus IAU.svg
Beobachtungsdaten
Epoche: J2000.0
AladinLite
Sternbild Eridanus
Astrometrie
Parallaxe[1][2][3] 199,61 ± 0,12
199,69 ± 0,05
199,45 ± 0,07 mas
Entfernung 16,3 Lj
(5,01 pc)
Periode A:BC 7200 Jahre
B:C 252 Jahre[4]
Eigenbewegung[1][2][3]
Rek.-Anteil: −2240,09 ± 0,14
−2236,17 ± 0,05
−2247,18 ± 0,07 mas/a
Dekl.-Anteil: −3421,81 ± 0,09
−3338,96 ± 0,04
−3409,82 ± 0,05 mas/a
Einzeldaten
Namen A, B, C
Beobachtungsdaten:
Rektaszension[1][2][3] A 4h 15m 16,320s
B 4h 15m 21,796s
C 4h 15m 21,536s
Deklination[1][2][3] A 1926089.669−7° 39′ 10.331″
B 1926070.796−7° 39′ 29.204″
C 1926097.305−7° 39′ 02.695″
Scheinbare
Helligkeit
[1][2][3]
A 4,43m
B 9,53m
C 11,17m
Typisierung:
Spektralklasse[5] A K0 V
B DA2.9
C M4.5 V
B-V Farbindex[1][2][3] A 0,82
B 0,30
C 1,68
U-B Farbindex[1][2] A 0,44
B −0,68
C
Astrometrie:
rel. Helligkeit
(G-Band)
[1][2][3]
A 4,18 ± 0,01 mag
B 9,54 ± 0,01 mag
C 9,78 ± 0,01 mag
rel. Helligkeit
(J-Band)[1][2][3]
A 2,93 mag
B 9,85 ± 0,03 mag
C 6,75 ± 0,02 mag
Physikalische Eigenschaften:
Masse[6][7] A 0,90 ± 0,05 M
B 0,57 ± 0,02 M
C 0,20 ± 0,01 M
Radius[4][8] A 0,79 ± 0,04 R
B 0,014 R
C 0,24 ± 0,01 R
Leuchtkraft[4] A 0,4 L
B 0,013 L
C 0,022 L
Effektive Temperatur[4] A 5100 K
B 16700 K
C 3500 K
Bezeichnungen und Katalogeinträge
Bayer-Bez. ο2 Eri
Flamsteed-Bez. 40 Eri
Bonner Durchm. BD -7° 781
Bright-Star-Kat. HR 1325
Tycho-Katalog TYC 5312-2525-1
Hipparcos-Katalog HIP 19849
WDS-Katalog WDS J04153-0739
ADS-Katalog ADS 3093
Weitere
Bezeichnungen
Keid, DY Eri, GJ 166,
LHS 23 / LHS 24 / LHS 25
HD-Katalog A HD 26965
B HD 26976
C HD 26976
SAO-Katalog A SAO 131063
B SAO 131065
C SAO 131065

40 Eridani, auch als ο2 Eridani (Omicron2 Eridani) oder Keid (von dem arabischen Wort القيض, DMG al-qaiḍ ‚Eierschale‘) bekannt, ist ein Dreifachsternsystem und etwa 16,3 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Das System liegt im Sternbild Eridanus und wurde im Jahr 1783 von William Herschel als Doppelsternsystem identifiziert. 1851 entdeckte Otto Wilhelm von Struve, dass eine der Komponenten selbst ein Doppelsternsystem ist. 1910 wurde die Komponente B als Weißer Zwerg identifiziert, da dieser Stern trotz seiner geringen Leuchtkraft dem Spektraltyp A angehört. Damit war dieser Stern der erste kompakte Zwergstern, der entdeckt wurde.

Komponenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

40 Eridani A[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

40 Eridani A ist ein orangefarbener Hauptreihenstern vierter Größe der Spektralklasse K0 V. Er besitzt eine etwa 10 % geringere Masse als die Sonne und etwa ein Drittel ihrer Leuchtkraft.

40 Eridani B und C[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

40 Eridani B, ein Weißer Zwerg neunter Größe (Spektralklasse DA2.9), besitzt etwa die Hälfte der Sonnenmasse. Da er die Hauptreihenphase bereits hinter sich gelassen hat, ist davon auszugehen, dass dieser Stern bei Entstehung des Systems die massereichste Komponente war. Nachdem er die Hauptreihe verlassen hatte, um schließlich zum Weißen Zwerg zu werden, stieß er einen Großteil seiner ursprünglichen Masse ab.

40 Eridani C ist ein Roter Zwerg elfter Größe mit der Spektralklasse M4.5 V und gehört zu den Flare-Sternen. Als Veränderlicher trägt er die Bezeichnung DY Eridani.[9]

Die Komponenten B und C umkreisen den Primärstern in etwa 400 AE innerhalb von etwa 7200 Jahren. Das enge Paar B und C bewegt sich auf einem Orbit mit einem Radius von etwa 35 AE, wobei ein Umlauf etwa 252 Jahre dauert.[4]

Planet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2018 wurde ein Planet im Orbit von 40 Eridani A in der habitablen Zone mit einer Masse von 8,47 ±0,47 Erdmassen entdeckt und damit als Supererde eingestuft.[10][11][12]

Planet Umlaufzeit
[d]
Große Halbachse
[AE]
Inklination
[Grad]
Radius
[RE]
Masse
b 42,38 ± 0,01 Tage 0.22446 ±0.00004 8,47 ±0,47 ME

40 Eridani in der Fiktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im fiktiven Star-Trek-Universum ist 40 Eridani A die Sonne von Spocks Heimatwelt Vulkan. Obwohl dies in Film und Fernsehen nie direkt erwähnt wurde, bezeichnen sowohl das lizenzierte Buch Star Trek: Star Charts als auch Star-Trek-Erfinder Gene Roddenberry selbst 40 Eridani als den Stern, um den Vulkan kreist.[13] Daneben spricht Commander Tucker, einer der Hauptfiguren der TV-Serie Star Trek: Enterprise, von einer Entfernung von 16 Lichtjahren zwischen Vulkan und Erde, was ungefähr der tatsächlichen Entfernung von 40 Eridani entspricht.

In Andy Weirs Roman Der Astronaut begegnet der Protagonist auf seiner Mission zu Tau Ceti einer intelligenten außerirdischen Lebensform, die auf 40 Eridani A b beheimatet ist.

In den Romanen der Bobiversum-Reihe des kanadischen Autors Dennis E. Taylor wird im Omicron2 Eridani System ein erdähnlicher Planet entdeckt. Dieser wird von den Protagonisten Vulcan genannt und am Ende des ersten Bandes als erster Planet außerhalb des menschlichen Heimatsystems von Menschen besiedelt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h omi02 Eri. In: SIMBAD. Centre de Données astronomiques de Strasbourg, abgerufen am 3. Juni 2022.
  2. a b c d e f g h omi02 Eri B. In: SIMBAD. Centre de Données astronomiques de Strasbourg, abgerufen am 3. Juni 2022.
  3. a b c d e f g omi02 Eri C. In: SIMBAD. Centre de Données astronomiques de Strasbourg, abgerufen am 3. Juni 2022.
  4. a b c d e Jim Kaler: Keid. In: STARS. Abgerufen am 3. Juni 2022.
  5. GJ 166. In: SIMBAD. Centre de Données astronomiques de Strasbourg, abgerufen am 3. Juni 2022.
  6. P. E. Kervella, F. Arenou, F. Mignard, F. Thévenin: Stellar and substellar companions of nearby stars from Gaia DR2. Binarity from proper motion anomaly. In: Astronomy & Astrophysics. Band 623, März 2019, S. A72, doi:10.1051/0004-6361/201834371, arxiv:1811.08902, bibcode:2019A&A...623A..72K.
  7. Brian D. Mason, William I. Hartkopf, Korie N. Miles: Binary Star Orbits. V. The Nearby White Dwarf/Red Dwarf Pair 40 Eri BC. In: The Astronomical Journal. 154, Nr. 5, November 2017, S. 9. arxiv:1707.03635. 200. bibcode:2017AJ....154..200M. doi:10.3847/1538-3881/aa803e.
  8. Andrew W. Mann, Gregory A. Feiden, Eric Gaidos, Tabetha Boyajian, Kaspar von Braun: How to Constrain Your M Dwarf: Measuring Effective Temperature, Bolometric Luminosity, Mass, and Radius. In: The Astrophysical Journal. 804, Nr. 1, Mai 2015, S. 38. arxiv:1501.01635. 64. bibcode:2015ApJ...804...64M. doi:10.1088/0004-637X/804/1/64.
  9. DY Eri. In: VSX. AAVSO, abgerufen am 4. Juni 2022.
  10. Bo Ma, Jian Ge, Matthew Muterspaugh, Michael A Singer, Gregory W Henry, Jonay I González Hernández, Sirinrat Sithajan, Sarik Jeram, Michael Williamson, Keivan Stassun, Benjamin Kimock, Frank Varosi, Sidney Schofield, Jian Liu, Scott Powell, Anthony Cassette, Hali Jakeman, Louis Avner, Nolan Grieves, Rory Barnes, Sankalp Gilda, Jim Grantham, Greg Stafford, David Savage, Steve Bland, Brent Ealey: The first super-Earth Detection from the High Cadence and High Radial Velocity Precision Dharma Planet Survey. In: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. 480, Nr. 2, 2018, S. 2411. arxiv:1807.07098. bibcode:2018MNRAS.480.2411M. doi:10.1093/mnras/sty1933.
  11. Super-Erde im Sternbild Eridanus: Ist das der Heimatplanet von Mr Spock? In: Spiegel Online. 19. September 2018, abgerufen am 3. Juni 2022.
  12. „Heimatplanet“ von Mr. Spock entdeckt - Ist das „Vulkan“? 20. September 2018, abgerufen am 6. März 2022.
  13. Vulcan’s Sun. In: Sky & Telescope. Juli 1991, abgerufen am 4. Juni 2022 (englisch).