Klaus-Dieter Zang

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Klaus-Dieter Zang (* 23. Juli 1935 in Ludwigshafen) ist ein deutscher Professor für Humangenetik, der 1973 einen Ruf an die Universität des Saarlandes erhielt und 2003 dort emeritiert wurde.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klaus-Dieter Zang wurde am 23. Juli 1935 in Ludwigshafen am Rhein als Sohn eines Lebensmittelchemikers geboren. Nach dem Abitur am altsprachlichen Gymnasium im Februar 1954 begann er im Jahr 1955 das Medizinstudium an der Ludwig-Maximilians-Universität München.[1] Nach dem Physikum arbeitete er als wissenschaftliche Hilfskraft und Doktorand am Max-Planck-Institut für Biochemie. 1961 legte Zang das Staatsexamen für Medizin ab und wurde mit einer von dem Nobelpreisträger Adolf Butenandt betreuten Doktorarbeit promoviert. Nach der Medizinalassistentenzeit erhielt er die Approbation als Arzt und arbeitete anschließend als Postdoktorand in der von Gerhard Ruhenstroth-Bauer geleiteten Abteilung für Experimentelle Medizin des Max-Planck-Instituts für Biochemie. Parallel dazu war er freier Mitarbeiter in der Entwicklungsabteilung der Firma Beckman Instruments, wo er an der Entwicklung eines zweistrahligen Mikroskop-Fotometers beteiligt war. Aus dieser Arbeit ging ein Patent auf eine neuartige Uhr hervor.

Von 1963 bis 1967 war Zang wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in der Abteilung für Neuropathologie, die von Gerd Peters geleitet wurde. Dort beschäftigte er sich vor allem mit Tumorzytogenetik und dem Down-Syndrom. Von 1967 bis 1973 leitete Zang im gleichen Institut eine Nachwuchsgruppe für Medizinische Genetik und Zytogenetik. In dieser Zeit gelang ihm und seinen Mitarbeitern der Nachweis einer tumortypischen Chromosomenanomalie beim menschlichen Meningeom.

1971 habilitierte sich Zang für das Fach „Medizinische Genetik“. Er hielt in diesem Fach Vorlesungen an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und erhielt einen Lehrauftrag für Humanbiologie und Humangenetik von der Universität Regensburg.[2]

1973 wurde Zang auf den neu gegründeten Lehrstuhl für Humangenetik an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes in Homburg berufen. Obwohl er später einen Ruf von der Universität Bonn erhielt, blieb er im Saarland und baute das Institut für Humangenetik zielstrebig aus. Seine Forschungsprojekte wurden im Laufe der Jahre von Stiftungen, der EU und der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit vielen Millionen Euro gefördert. Zang betreute über 100 Doktoranden und Diplomanden in Biologie und Medizin und führte zwölf seiner Mitarbeiter zur Habilitation.[3] Im Rahmen der akademischen Selbstverwaltung war er jahrelang im Senat und der Forschungskommission der Universität tätig und hatte von 1979 bis 1981 das Amt des Vizepräsidenten für Forschung inne. Außerdem war er über viele Jahre Vertrauensdozent der Studienstiftung des Deutschen Volkes und Fachgutachter für die Deutsche Forschungsgemeinschaft, das Bundesforschungsministerium, die EU und einige Stiftungen. Im Jahr 1996 initiierte Zang den Sonderforschungsbereich „Molekularpathologie der Proliferation“ und war bis 2001 dessen Sprecher.[1]

Auch nach seiner Emeritierung erstellte Zang noch gerichtliche Abstammungsgutachten[4] und Gutachten nach dem Transsexuellengesetz.

Von der Bundesärztekammer wurde Zang im Jahr 2000 für seine vielfältigen Verdienste um die ärztliche Fortbildung die Ernst-von-Bergmann-Plakette verliehen.[5]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • K. D. Zang, H. Singer: Chromosomal constitution of meningiomas. Nature 216 (5110), 1967, S. 84–85.
  • E. Back, K. D. Zang: Quantitiative studies on the arrangement of human metaphase chromosomes. Cytogenetics 8 (4), 1969, S. 304–314.
  • H. Zankl, K. D. Zang: Chromosome size and hypodiploidy. Nature 228 (5273), 1970, S. 778–779.
  • H. Zankl, K. D. Zang: Cytological and cytogenetical studies in human brain tumors. 4. Identification of the missing G-chromosome in human meningiomas as no. 22 by fluorescence technique. Humangenetik 14(2), 1972, S. 167–169.
  • K. D. Zang: Cytological and cytogenetical studies on human meningioma. Cancer Genetics and Cytogenetics 6(3), 1982, S. 249–274.
  • K. D. Zang (Hrsg.): Klinische Genetik des Alkoholismus. Kohlhammer-Verlag, Stuttgart 1989, ISBN 978-3-17-008103-1.
  • W. I. Steudel, R. Feld, W. Henn, K. D. Zang: Correlation between cytogenetic and clinical findings in 215 human meningiomas. Acta Neurochirurgica Suppl. 65, 1996, S. 73–76.
  • W. Henn, K. D. Zang: Mosaicism in Turner syndrome. Nature 390 (6660), 1997, S. 569.
  • B. Wullich, K. D. Zang (Hrsg.): Genetik von Krankheiten des Urogenitalsystems. Springer-Verlag, Berlin-Heidelberg, 2000, ISBN 978-3-642-64039-1.
  • K. D. Zang: Meningioma: a cytogenetic model of a complex benign tumor. Cytogenetics and Cell Genetics 93(3–4), 2001, S. 207–220.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Sven Kinas: Adolf Butenandt (1903-1995) und seine Schule. Archiv zur Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft, 2004, ISBN 978-3-927579-19-4, S. 195–196.
  2. Wolfgang Müller: Univ.-Professor Dr. Klaus Dieter Zang 80 Jahre. In: Saarländisches Ärzteblatt. Nr. 7/2015, S. 38.
  3. Klaus Zang, Wolfram Henn (Hrsg.): 25 Jahre Humangenetik im Saarland. Röhrig Universitätsverlag, St. Ingbert 1999.
  4. Ansprechpartner. Abstammungsgenetik IGD Saar, abgerufen am 23. Juni 2019.
  5. Geehrt - Prof. Dr. med. Klaus-Dieter Zang. In: Deutsches Ärzteblatt. 97, Heft 11, 2000.