Klinikverbund Südwest

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Klinikverbund Südwest GmbH
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Ort Sindelfingen
Bundesland Baden-Württemberg
Staat Deutschland
Koordinaten 48° 42′ 55″ N, 9° 1′ 30″ OKoordinaten: 48° 42′ 55″ N, 9° 1′ 30″ O
Geschäftsführer Jörg Noetzel

Martin Loydl

Mitarbeiter 4.034 (2011)[1]
Gründung 1. Januar 2006
Website www.klinikverbund-suedwest.de
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Die Klinikverbund Südwest GmbH mit Sitz im baden-württembergischen Sindelfingen ist ein kommunaler Gesundheitskonzern.

Das Unternehmen wurde am 1. Januar 2006 gegründet und erzielte im Geschäftsjahr 2009 mit durchschnittlich 2.803 Mitarbeitern einen Umsatz in Höhe von 228,41 Millionen Euro.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Klinikverbund Südwest entstand 2006 durch Zusammenlegung der Kreiskrankenhäuser Böblingen, Herrenberg und Leonberg und der Geriatrischen Reha-Klinik des Kreises Böblingen, der beiden Kreiskrankenhäuser Calw und Nagold des Kreises Calw, des Städtischen Krankenhauses Sindelfingen und dem zum Städtischen Krankenhaus gehörenden ambulanten Therapiezentrum in Sindelfingen.

Der Verbund erwirtschaftete 2007 einen Gewinn in Höhe von 104.000 Euro. Die langfristige Erhaltung aller Klinikstandorte ist politisch vorgegebenes Ziel. Dies ermöglicht rund 540.000 Menschen eine wohnortnahe medizinische Versorgung. Alle Häuser sind medizinisch und personell so ausgestattet, dass sie zumindest Notfallmaßnahmen und Maßnahmen in den wichtigsten Behandlungsgebieten leisten können. Überall gibt es eine Notaufnahme mit 24 Stunden-Dienst und Abteilungen für innere Medizin, Chirurgie, Intensivmedizin, Radiologie, Anästhesie und Labormedizin.

Gleichzeitig wurden über die Standorte hinweg individuelle medizinische Schwerpunktzentren für besondere Erkrankungen gebildet. In diesen wird von Ärzten verschiedener Bereiche von der Diagnose über die Fallbesprechungen bis hin zur Festlegung des Behandlungskonzeptes interdisziplinär zusammengearbeitet. Beispiele hierfür sind die zertifizierten Darmzentren in Böblingen und Nagold, das Gefäßzentrum in Leonberg, die Wundzentren in Herrenberg und Leonberg, die Herzzentren in Calw und Sindelfingen oder das Krebszentrum am Klinikum Sindelfingen-Böblingen. Patienten können grundsätzlich zunächst aber jedes Krankenhaus aufsuchen und werden von dort aus bei Bedarf in das jeweils geeignete Zentrum im Klinikverbund verlegt.

Zertifizierung und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Klinikverbund Südwest beteiligt sich an zahlreichen Qualitätssicherungsprojekten. Die Darmzentren in Böblingen und Nagold sind durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziert. Zuvor gab es in Baden-Württemberg nur vier solcher Zentren. Auch das Krankenhaus Leonberg strebt dieses Qualitätssiegel an. In den zertifizierten Zentren arbeitet nicht mehr ein Arzt alleine das Behandlungskonzept bei Darmkrebs aus; es muss stattdessen in interdisziplinären Sitzungen darüber entschieden werden. Dabei werden auch niedergelassene Ärzte eingebunden. Die Brustzentrum der Klinik für Frauenheilkunde in Böblingen und das Kreiskrankenhaus Calw sind ebenfalls zertifiziert. Das Kreiskrankenhaus Calw ist eine der 30 Geburtskliniken in Deutschland (Stand 7/2008), die von der WHO/UNICEF mit dem Zertifikat „Babyfreundliches Krankenhaus“ ausgezeichnet wurden.

Der Klinikverbund Südwest lässt zur Qualitätssicherung auch eine externe unabhängige Forschungsgruppe jährlich eine Patientenbefragung durchführen und vergleicht die Werte mit 136 (2007) anderen Krankenhäusern. Insbesondere bei der medizinischen und pflegerischen Versorgung sowie bei der Schmerzlinderung erhielten die Krankenhäuser gute bis sehr gute Punktwerte.

Einzelne Krankenhäuser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klinikum Sindelfingen-Böblingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klinikum Sindelfingen-Böblingen ist seit 2006 ein Plankrankenhaus mit zwei Standorten. Es entstand aus der Fusion des Städtischen Krankenhauses Sindelfingen mit dem Kreiskrankenhaus Böblingen. Gemeinsam bilden ein Klinikum mit interdisziplinären Schwerpunkten. In beiden Häusern werden die Standardeinrichtungen wie die Notfallmedizin, Anästhesie- und Intensivmedizin, Labor und Radiologie parallel vorgehalten. Hinzu kommen standortbezogen Kompetenzzentren, in denen verschiedene medizinische Bereiche interdisziplinär zusammenarbeiten. Das Klinikum unterhält ab 1. Januar 2009 710 Betten. Das Klinikum Sindelfingen-Böblingen ist akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Tübingen.

Sindelfingen 48° 42′ 55,4″ N, 9° 1′ 28,7″ O ist ein Haus der Zentralversorgung. Hier ist das Herzzentrum mit zwei Linksherzkathetermessplätzen konzentriert, die Klinik für Blutkrebserkrankungen, das Zentrum für Nieren- und Bluthochdruckerkrankungen, die Neurologie mit Schlaganfall-Einheit, die Urologie sowie die Unfallchirurgie und die Orthopädie.

Böblingen 48° 41′ 25,2″ N, 9° 2′ 0,7″ O ist ebenfalls ein Haus der Zentralversorgung. Schwerpunktzentren sind das Bauch- und das Zertifizierte Darmzentrum sowie das Zertifizierte Interdisziplinäre Brustzentrum. Es gehört zu der Klinik für Frauenheilkunde, die einen besonderen Schwerpunkt auf minimalinvasive Operationsverfahren legt. Ebenso gehört die Geburtshilfe dazu. Sie ist zusammen mit der Neonatologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin als Perinatalzentrum ausgewiesen, das drittgrößte in Baden-Württemberg. Die Praxis für Strahlentherapie auf dem Krankenhausgelände ist ein wichtiger Baustein in der interdisziplinären Versorgung der Krebspatienten. In das Klinikgebäude wurden in den letzten acht Jahren 50 Millionen Euro investiert.

Die beiden Standorte Sindelfingen und Böblingen sollen ab 2024 in einem gemeinsamen Klinikum auf dem Flugfeld Böblingen-Sindelfingen gebündelt werden. Das Flugfeldklinikum will die bisher auf zwei Häuser verteilten Fachrichtungen an einem Standort anbieten.[3][4]

Kliniken Calw[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinsam mit dem Schwesternhaus in Nagold deckt Calw 48° 42′ 56″ N, 8° 44′ 42,4″ O die klinische Versorgung des Landkreises ab. Calw ist ein Haus der Regelversorgung. Das Leistungsspektrum mit den Kliniken für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Innere Medizin und Kardiologie, Anästhesie und Intensivmedizin, Radiologie und den Belegabteilungen Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie Hals-, Nasen-, Ohren- und Augenheilkunde wird 2008 um die Abteilung für Neurologie erweitert. Das Calwer Herzzentrum besitzt einen Linksherzkatheter-Messplatz.

Kliniken Nagold[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Krankenhaus 48° 32′ 31,9″ N, 8° 43′ 20,7″ O wurde am 1. Oktober 1977 in Betrieb genommen. Gemeinsam mit dem Krankenhaus Calw deckt es die klinische Versorgung der Bewohner des Landkreises ab. Nagold ist ein Krankenhaus der Regelversorgung. Mit den Kliniken für Innere Medizin mit Gastroenterologie und Kardiologie, Allgemein,- Viszeral- und Gefäßchirurgie sowie der Anästhesie, Urologie und Intensivmedizin ist das Nagolder Krankenhaus breit aufgestellt. Kliniken für Radiologie und Nuklearmedizin sowie die Belegabteilung für Frauenheilkunde mit Geburtshilfe runden das Leistungsspektrum ab. Ab Mitte November 2010 steht der Bevölkerung im Krankenhaus Nagold ein Linksherzkatheter zur Verfügung. Damit hält das Kreisklinikum Calw-Nagold an jedem Standort eine 24h-Notfallversorgung für Herzinfarktpatienten vor.[5]

Krankenhaus Leonberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Krankenhaus Leonberg 48° 48′ 8,4″ N, 8° 59′ 59″ O wurde im Sommer 1968 als Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung in Y-Bauform fertiggestellt. In seiner 40-jährigen Geschichte wurde es immer wieder modernisiert und erweitert. Das Einzugsgebiet erstreckt sich bis in die Landkreise Ludwigsburg und Enzkreis sowie in die westlichen Stadtteile von Stuttgart. Das Zentrum für Gefäßchirurgie hat einen Einzugsbereich weit über die Altkreisgrenzen hinaus. Die Ärzte des Krankenhauses Leonberg beteiligen sich sowohl beim bodengebundenen Rettungsdienst (1.800 Notarzt-Einsätze), als auch in der Luftrettung (1.000 Einsätze/Jahr, Christoph 41).

Krankenhaus Herrenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Klinik 48° 35′ 31,4″ N, 8° 52′ 31,2″ O für Frauenheilkunde werden alle gängigen Operationen durchgeführt. Die übrigen Kliniken sind in Schwerpunktgebiete aufgegliedert. Dabei ist die Innere Medizin in die Schwerpunkte Gastroenterologie und Kardiologie, die Chirurgische Klinik in die Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie in die Unfall- und Wiederherstellungschirurgie aufgeteilt.

Weitere Einrichtungen im Klinikverbund Südwest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reha-Klinik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Reha-Klinik für Altersmedizin ist baulich eng mit den Kliniken Böblingen verbunden. Hier werden ältere Patienten nach schwerer Krankheit auf das Leben zu Hause vorbereitet und bekommen eine individuell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Therapie. Neben spezieller Krankengymnastik, physikalischer Therapie in einem eigenen Fitness-Studio, Ergotherapie und Logopädie stehen beispielsweise auch Beratungen und Gespräche mit Psychologen und Seelsorgern auf dem Programm. Angehörige werden, soweit möglich aktiv in den Rehabilitationsprozess eingebunden, damit der Behandlungserfolg zu Hause anhält. Es gibt einen Therapiegarten.

Therapiezentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Therapiezentrum bietet seine Leistungen an den jeweiligen Regionalkrankenhäusern und außerhalb des Verbundes an. Es gehört erst seit Herbst 2007 zum Verbund.

Gesundheitszentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 2008 hat das Klinikum Sindelfingen-Böblingen in Abstimmung und mit der Unterstützung der niedergelassenen Ärzte ein neues Medizinisches Versorgungszentrum gegründet. In diesem können ambulant radiologische, pathologische und labormedizinische Leistungen in Anspruch genommen werden. Es wurden dazu zwei radiologische Praxen übernommen und eine Praxis eines Labormediziners gegründet.

Die Service GmbH Schwarzwald[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Service GmbH Schwarzwald ist eine Tochter des Klinikverbundes, die zentral Dienstleistungen in den Bereichen Hauswirtschaft, Reinigung, Versorgung und Gastronomie anbietet. Das zentrale Küchen- und Versorgungszentrum auf dem Stammheimer Feld in Calw mit einem Investitionsvolumen von rund 10 Millionen Euro ersetzt mit einer Großküche auf ca. 15.000 Quadratmeter die bisherigen Standortküchen. Rund 1,8 Millionen tablettierte Essen werden dort für alle Klinikstandorte hergestellt.

Medizinische Kompetenzzentren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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weitere Zentren
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Der Klinikverbund hat für spezielle oder seltene Erkrankungen besondere Schwerpunktezentren an seinen Regionalkrankenhäusern gebildet. Es gibt insgesamt 17 Zentren.

  • Krebszentrum am Klinikum Sindelfingen-Böblingen (Koordination: Chefarzt der Medizinischen Klinik I – Hämatologie und Onkologie)
  • Darmzentrum Nagold, Kreisklinikum Calw-Nagold Krankenhaus Nagold (Leitung: Stefan Benz)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. QuMiK-Bericht 2011 (PDF; 11,8 MB)
  2. Elektronischer Bundesanzeiger, 3. November 2010, Konzernabschluss zum 31. Dezember 2009.
  3. Zwei Häuser und die Nachteile | Flugfeldklinikum. Abgerufen am 10. Oktober 2017.
  4. Das Projekt | Flugfeldklinikum. Abgerufen am 10. Oktober 2017.
  5. Neue Klinik für Kardiologie in Nagold nimmt Betrieb auf. Klinikverbund Südwest GmbH, 30. September 2010, abgerufen am 15. März 2011.