Kloster Rottenbuch

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Kloster Rottenbuch

Das Kloster Rottenbuch ist ein ehemaliges Stift der Augustiner-Chorherren und jetziges Kloster der Don-Bosco-Schwestern in Rottenbuch in Bayern in der Diözese Freising. Es liegt rund 12 Kilometer (Straßenentfernung) nordöstlich der Wieskirche über dem Ammertal.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kloster Rottenbuch gegen Ende des 17. Jahrhunderts auf einem Kupferstich von Michael Wening[1]

Das St. Peter und Paul und Mariä Geburt geweihte Kloster wurde 1073 durch Herzog Welf I. von Bayern auf Zureden Bischof Altmanns von Passau gegründet. Die aus dem 11. Jahrhundert stammende romanische Basilika wurde im gotischen Stil erweitert und Mitte des 18. Jahrhunderts von dem Wessobrunner Stuckateur Joseph Schmuzer im Rokokostil ausgeschmückt. Als Mutterstift der Augustiner in Altbayern war das Kloster Rottenbuch im 11. Jahrhundert führend in der Kanonikerreform.[2] Einer ihrer Augustiner-Chorherren war Eberwin, der von ca. 1100 bis zu seinem Tod 1142 der erste Propst des Klosterstifts Berchtesgaden sowie zwischenzeitlich auch erster Propst des Klosters Baumburg gewesen war, so dass Kloster Rottenbuch anfangs auch als beider Mutterkloster fungierte[3]. Die Augustinerchorherren betrieben unter anderem die Wallfahrt auf dem Hohen Peißenberg. In Rottenbuch war von 1120 bis 1272 auch ein Kanonissenstift nachzuweisen. Die Kanonissen siedelten dann nach St. Laurentius in Benediktbeuren um und lebten dort nach den Regeln der Benediktinerinnen.[4]

Das Kloster wurde 1803 im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Die Klosterkirche blieb erhalten. Die Bibliothek kam weitgehend in die Papiermühle. Wer für den Abbruch der meisten Klostergebäude verantwortlich ist, ist umstritten. 1804–1813 gehörte das Klostergut dem Schweizer Seidenbandfabrikanten Johann Rudolf Meyer (1739–1813) aus Aarau, danach dessen Sohn Johann Rudolf Meyer (1768–1825), der es 1816 dem Königreich Bayern verkaufte.[5]

Ab 1963 übernahmen Don-Bosco-Schwestern die erhaltenen Gebäude.

Pröpste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Wietlisbach: Album Rottenbuchense. Verzeichnis aller Pröpste und Religiosen des Regular-Augustinerstiftes Rottenbuch. München 1902.
  • Jakob Mois: Die Stiftskirche zu Rottenbuch. München 1953.
  • Jakob Mois: Das Stift Rottenbuch in der Kirchenreform des XI.–XII. Jahrhunderts. Ein Beitrag zur Ordens-Geschichte der Augustiner-Chorherren. München 1953. (Beiträge zur altbayerischen Kirchengeschichte 19 ISSN 0341-8456.)
  • Hans Pörnbacher (Hrsg.): Rottenbuch. Das Augustinerchorherrenstift im Ammerland. Weißenhorn 1980.
  • Johann Pörnbacher: Das Kloster Rottenbuch zwischen Barock und Aufklärung. München 1999.
  • Franz Fuchs: Die Anfänge Rottenbuchs. In: Dieter R. Bauer/Matthias Becher (Hrsg.): Welf IV. Schlüsselfigur einer Wendezeit. (Zeitschrift für Bayerische Landesgeschichte. Beiheft. Reihe B, 24, 2004 ISSN 0341-6976), S. 261–279.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kloster Rottenbuch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Wening: Beschreibung deß Churfürsten- und Herzogthums Ober- und NidernBayrn. Teil I, München 1701, S. 141–142.
  2. Dieter Albrecht: Die Fürstpropstei Berchtesgaden. In: Max Spindler/Andreas Kraus (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Geschichte. S. 286 f.
  3. A. Helm: Das Berchtesgadener Land im Wandel der Zeit. (Berchtesgaden 1929.) Nachdruck München 1973, Bd. 2, S. 107 f.
  4. nach: Kloster Rottenbuch, Basisdaten und Geschichte:
    Stephanie Haberer, Christian Lankes:  Rottenbuch – Reformzentrum der Augustinerchorherren und Hort der Wissenschaft in der Datenbank Klöster in Bayern im Haus der Bayerischen Geschichte
  5. Peter Genner: Nach dem Ende der Klosterherrschaft – Schweizer Revolutionäre im Pfaffenwinkel. In: Der Welf, Jahrbuch des Historischen Vereins Schongau, 2013, S. 69–192 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.e-periodica.ch%2Fcntmng%3Fpid%3Darg-001%3A2012%3A124%3A%3A137~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D), passim; siehe auch Peter Genner: Johann Rudolf Meyer Sohn (1768–1825) und die Familie Meyer. Website IG Meyersche Stollen, Aarau 2015 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.meyerschestollen.ch%2Fpdf%2F150914_genner-text_j.r._meyer_sohn_%26_fam._meyer.pdf~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).

Koordinaten: 47° 44′ 9″ N, 10° 57′ 58″ O