Konjugation (Grammatik)

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Als Konjugation (von lateinisch coniugatio ‚Verbindung‘), Verbflexion, Verbalflexion oder Flexion der Verben bezeichnet man in der Grammatik die Veränderung eines Verbs (Zeitworts) nach Merkmalen wie Person, Numerus, Tempus und Genus Verbi.[1][2][3][4][5][6][7][8][9][10][11]

Der Infinitiv gilt in der deutschen Grammatik oft nicht als konjugiert, wird aber in traditionellen Sprachwissenschaft und auch in heutigen linguistischen Theorien und Beschreibungen als eine unter vielen Flexionsformen des Verbs betrachtet (→ Infinite Verbform).

Konjugation im Deutschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Deutsche Konjugation

Im Deutschen wird die Form eines Verbs durch die folgenden Eigenschaften bestimmt:

Bezeichnung der Form Beispiel
1. Person ich gehe; wir gehen
2. Person du gehst; ihr geht
3. Person er, sie, es geht; sie gehen
Bezeichnung der Form Beispiel
Singular (Einzahl) ich gehe
Plural (Mehrzahl) wir gehen
Bezeichnung der Form starkes Verb schwaches Verb Verb 'sein'
Indikativ (Wirklichkeitsform) er läuft er macht er ist
Konjunktiv
(Möglichkeitsform)
Konjunktiv I er laufe er mache er sei
Konjunktiv II er liefe er machte* er wäre
Imperativ (Befehlsform) lauf(e)! (Sg.) mach(e)! sei!
* Durch Formengleichheit mit dem Indikativ Präteritum wird bei schwachen Verben der Konjunktiv II oft periphrastisch umschrieben: er würde machen
Bezeichnung der Form Beispiele
Plusquamperfekt (vollendete Vergangenheit) ich war gegangen ich hatte gehofft
Präteritum (Vergangenheit) ich ging ich hoffte
Perfekt (vollendete Gegenwart) ich bin gegangen ich habe gehofft
Präsens (Gegenwart) ich gehe ich hoffe
Futur I (Zukunft) ich werde gehen ich werde hoffen
Futur II (vollendete Zukunft) ich werde gegangen sein ich werde gehofft haben
Bezeichnung der Form Beispiele
Aktiv ich liebe er wäscht
Passiv ich werde geliebt er wird gewaschen

Dadurch ergeben sich sehr viele unterschiedliche Formen bei Verben, wobei nicht alle Kombinationen in einer Sprache vorkommen (der („echte“) Imperativ zum Beispiel ist schon durch die zusätzliche Angabe des Numerus eindeutig gekennzeichnet). Jede dieser Formen ist durch Angabe von Modus, Tempus, Genus, Numerus und Person genau bestimmt.

Beispiel:
ihr werdet gelobt worden sein
ist 2. Person Plural Indikativ Futur II Passiv von loben.

Nicht in jedem Falle kann man aber bei einem konkreten Verb eindeutig bestimmen, welche Form vorliegt, da verschiedene Formen zusammenfallen können.

Sehr oft verwenden die Sprachen Hilfsverben, um Tempus oder Diathese auszudrücken:

Beispiel mit Hilfsverb:
Deutsch: ich liebe – ich habe geliebt
Beispiel ohne Hilfsverb:
Latein: amo – amavi

Oft genügt es beim Erlernen einer Sprache, sich ein paar wenige Formen pro Verb zu merken und dann mittels Regeln alle anderen Formen daraus zu bilden. Im Speziellen bezeichnet man mit Konjugation in diesem Sinne auch die Gruppe von Verben, deren Formen mit einheitlichen Regeln gebildet werden können, eine Konjugationsklasse.

Beispiele:

Deutsch:

Zum Vergleich Latein:

  • a-Konjugation (amare, laudare)
  • e-Konjugation (monere)
  • i-Konjugation (audire)
  • kurzvokalische i-Konjugation (capere)
  • konsonantische Konjugation (regere)

Konjugationslexika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1842 erschien in französischer Sprache ein eigenes Nachschlagewerk für Konjugationsformen, das auch heute noch unter dem Namen seines Autors als Bescherelle bekannt ist.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Konjugation – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Deutsch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Latein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Englisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Französisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spanisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verschiedene Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Elke Hentschel (Hrsg.): Deutsche Grammatik. Walter de Gruyter, 2010, S.152
  2. Rainer Hahn, Maria Anna Söllner: PONS: Schüler-Verbtabellen Latein. PONS GmbH, Stuttgart, 2013, S.10
  3. Heike Voit, Joachim Neubold: PONS: Grammatik kurz & bündig: Deutsch PONS GmbH, Stuttgart, 2011, S.64
  4. Linda Keller: PONS: Die große Grammatik Englisch. PONS GmbH, Stuttgart, 2015, S.496
  5. PONS: Power-Sprachkurs Russisch. PONS GmbH, Stuttgart, 2012, S.186
  6. Irina Gubanova-Müller, Federica Tommaddi: PONS: Grammatik in Bildern: Deutsch als Fremdsprache. PONS GmbH, Stuttgart, 2015, S.190
  7. Duden: Die Grundschulgrammatik. Duden, 2013, S.35
  8. Duden: Übungsblätter Schulgrammatik|extra Deutsch. 5.–10. Klasse. Duden, 2015, S.8
  9. Antje Kelle: mentor Lernhilfe: Deutsch 5./6. Klasse. Grammatik: Bausteine und Spielregeln unserer Sprache., 1997, S.49
  10. Joh. Christ. Aug. Heyse, K. W. L. Heyse: Dr. Joh. Christ. Aug. Heyse's deutsche Schulgrammatik oder kurzgefasstes Lehrbuch der deutschen Sprache. Siebzehnte Ausgabe, Hannover, 1851, S.189
  11. Raphael Kühner: Ausführliche Grammatik der griechischen Sprache. Zweite Auflage, des ersten Teils erste Abtheilung, Hannover, 1869, S.493