Kunštát

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Kunštát
Wappen von Kunštát
Kunštát (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Jihomoravský kraj
Bezirk: Blansko
Fläche: 2423 ha
Geographische Lage: 49° 30′ N, 16° 31′ OKoordinaten: 49° 30′ 23″ N, 16° 31′ 2″ O
Höhe: 445 m n.m.
Einwohner: 2.778 (1. Jan. 2017)[1]
Kfz-Kennzeichen: B
Verkehr
Straße: BoskoviceOlešnice
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 6
Verwaltung
Bürgermeister: Pavel Göpfert (Stand: 2007)
Adresse: Náměstí krále Jiřího 106
679 72 Kunštát
Gemeindenummer: 581879
Website: www.kunstat-mesto.cz

Kunštát (deutsch: Kunstadt) ist eine Stadt im Okres Blansko in Tschechien. Sie liegt 11 km westlich von Boskovice.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kunštát

Kunstadt wurde erstmals 1281 erwähnt. Es gehörte damals dem Olmützer Kämmerer Kuna von Zbraslav und Kunstadt, der für die Jahre 1250–1295 belegt ist. Er begründete den Familienzweig Kuna (Kunova linie), von dem sich der Geschlechtername der Herren von Kunstadt ableitet, der auf alle nachfolgenden Familienzweige, u. a. auch auf die böhmische Linie der Herren von Podiebrad, übertragen wurde.

Die Burg Kunstadt ist erst für 1360 belegt. Nach 1408 gehörte Kunstadt dem Boček II. von Podiebrad († 1417). Er vererbte Kunstadt seinen Söhnen Boček und Viktorin. Über den letztgenannten kam es nach 1448 an dessen Sohn Georg von Podiebrad, der einen Umbau der Burg veranlasste.

Der letzte Besitzer der Herrschaft Kunstadt war Ludwig Zajímač, der dem Familienzweig von Kunstadt und Lichtenau angehörte. Von ihm erwarb es 1520 Wilhelm II. von Pernstein. Nach mehreren Besitzerwechseln fiel Kunstadt an Stephan Schmied von Freihofen, der nach 1620 auf der Burg Kunstadt Johann Amos Comenius beherbergte und der später wegen seines Bekenntnisses zum Calvinismus selbst ins Exil gehen musste.

1680 war Kunstadt im Besitz des Johann Maximilian von Lamberg. Die letzten Besitzer waren ab 1901 die Coudenhove-Honrichs, die 1945 enteignet wurden. Seit 1889 entwickelte sich die Keramikherstellung, später siedelte sich auch die Maschinen- und Chemieindustrie an. Am 1. Juli 1994 wurde Kunštát zur Stadt erhoben.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt Kunštát gehören die Ortsteile Hluboké u Kunštátu, Rudka, Sychotín, Touboř und Újezd.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schloss Kunštát
  • Die dem Hl. Stanislaus geweihte Pfarrkirche wurde 1687 errichtet.
  • Das Denkmal für Georg von Podiebrad auf dem Hauptplatz wurde 1885 aufgestellt.
  • Im Ortsteil Rudka: vom Laienkünstler und Freizeit-Steinmetz Stanislav Rolínek (1902–1931) in den 1920er Jahren geschaffene unterirdische Sandsteinskulpturen der sagenhaften schlafenden Blaniker Ritter (tschechisch: jeskyně Blanických rytířů) und darüber vom n Kunštáter Bürgermeister František Burian ebenfalls im Auftrag gegebener, gemauerter Aussichtsturm (tschechisch: Burianova rozhledna) auf dem nahen Berg Milenka (619 m/M.), erbaut 1929–1931 als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme in der Weltwirtschaftskrise und als eine regionale touristische Attraktion.[2]
  • Töpfermarkt: Am 3. Septemberwochende findet rund um das Schloss alljährlich ein überregional bekannter großer Keramikmarkt statt.

Söhne und Töchter der Stadt sowie der Stadt verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Maria Hynek (1883–1952), tschechischer Arzt und Autor
  • František Halas (1901–1949), tschechischer Dichter, Mitglied des Devětsil, war der Stadt verbunden und fand seine Grablege hier
  • Ludvík Kundera (1920–2010), tschechischer Schriftsteller, lebte in der Stadt und fand dort seine Grabstätte

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2017 (PDF; 371 KiB)
  2. http://www.suedmaehren.info/kunstat/

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kunštát – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien