Lützel (Hilchenbach)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lützel
Koordinaten: 50° 58′ 6″ N, 8° 10′ 28″ O
Höhe: 574 (570–650) m
Fläche: 11,06 km²
Einwohner: 488 (31. Mrz. 2012)
Bevölkerungsdichte: 44 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1969
Postleitzahl: 57271
Vorwahl: 02733
„Bahnhof“ der Lützel
„Bahnhof“ der Lützel

Die Lützel ist der am höchsten gelegene Stadtteil von Hilchenbach, Kreis Siegen-Wittgenstein, Nordrhein-Westfalen (Deutschland).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Lützel liegt innerhalb des Siegerlands im südöstlichen Stadtgebiet von Hilchenbach und grenzt an Netphen im Südsüdwesten und Erndtebrück im Ostnordosten. Lützel befindet sich auf dem Rothaargebirgskamm auf 575,1 m ü. NHN (Ortsmitte) an der Bundesstraße 62 und besitzt in ihrer Umgebung mehrere Naturschutzgebiete. Etwa 1,2 km südsüdöstlich der Ortschaft befindet sich an der südostwärts verlaufenden Eisenstraße die „Siedlung Lützel“.

Die höchste Erhebung bei der Lützel ist der 653,5 m hohe Giller, auf dem der Aussichtsturm Gillerturm steht. Die Lützel wird östlich von der noch jungen Eder passiert, welche in etwa 6 km Entfernung entspringt und weiter in das Wittgensteiner Land zum Nachbarort Erndtebrück fließt. Durchflossen wird sie vom 2,1 km langen Eder-Zufluss Lützelbach, der an der Giller-Ostflanke innerhalb des Dorfs entspringt und in Richtung Osten abfließt. Etwa 1,5 km in Richtung Erndtebrück an der Mündung des Wehbach in die Eder befindet sich der Weiler Altenteich.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der Höhenlage ist das Klima auf der Lützel eher rau bis kühl. Temperaturen von 30 °C werden in den Sommermonaten selten erreicht; im Winter bilden sich aufgrund des ständig ausgesetzten Windes häufig Eisablagerungen über dem Ort. Die Schneehöhe liegt zwischen 50 und 80 cm. Wegen der steilen Lage vom Talort Afholderbach aus kommt es oft zu Stauniederschlägen mit mäßig bis starker Intensität. Weiterhin ist die Lützel sehr nebelanfällig, was insbesondere bei Tauwetter beobachtet werden kann. Im Gegensatz zur Gemeinde Erndtebrück, die häufig kalte Tiefsttemperaturen aufweist und nur rund 8 km entfernt ist, besitzt die Lützel wegen seiner exponierten Höhenlage wärmere Minimum-, dafür aber kühlere Höchsttemperaturen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Besiedelung der Gegend der heutigen Lützel erfolgte im 12. Jahrhundert. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1547 in seiner mittelalterlichen Schreibweise Lutzelnn. Bis zur kommunalen Neugliederung am 1. Januar 1969 gehörte sie dem Amt Keppel an.[1]

Der Orkan Kyrill zerstörte im Januar 2007 im Raum Lützel, Eisenstraße, Edertal, Siegquelle sowie dem Nachbarort Benfe erhebliche Waldgebiete, vorwiegend Fichtenbestände.

Tourismus und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lützel ist über die Bundesstraße 62 sowie mit der Bahnstrecke Kreuztal–Cölbe zu erreichen. Die bekannte historische Eisenstraße beginnt auf der Lützel. Der Ort verfügt über ein kleines Wintersportgebiet, welches zwei ältere Skilifte, etwa zehn km Langlaufloipen und eine Rodelbahn umfasst. Auf der Lützel können Wanderer direkt von der Bahnstation den Premiumwanderweg Rothaarsteig erwandern. Außerdem führen von und durch die Lützel weitere Wander- und Radwanderwege wie:

Oranier-Fahrrad-Route
  • Ein Fahrradweg auf der Oranier-Route verbindet die Städte Diez, Nassau, Braunfels, Dillenburg, Siegen und Bad Arolsen, die seit vielen Jahrhunderten eng mit dem Königshaus der Niederlande verbunden sind, über rund 400 Kilometer.
  • Der 180 km lange Eder-Radweg beginnt hier. In Nordrhein-Westfalen und heißt hier Ederauenweg. Der größte Teil führt durch Hessen und heißt dann Ederradweg. Er folgt dem Lauf der Eder bis zur Mündung in die Fulda bei Guxhagen.

Auf der Lützel werden immer mehr Natur- und Landwirtschaftsflächen zu Industriegelände umgewandelt. Hierdurch wird die ursprüngliche Naturlandschaft stark beeinträchtigt, was dem Tourismus schadet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 70.