Dahlbruch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dahlbruch
Koordinaten: 50° 58′ 30″ N, 8° 3′ 33″ O
Höhe: 319 (303–322) m
Fläche: 4,51 km²
Einwohner: 3683 (1. Okt. 2017)
Bevölkerungsdichte: 817 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1969
Postleitzahl: 57271
Vorwahlen: 02733, 02732
Bahnhof von Dahlbruch
Bahnhof von Dahlbruch

Dahlbruch ist ein Stadtteil von Hilchenbach im Kreis Siegen-Wittgenstein, Nordrhein-Westfalen. Er besteht aus den früheren Dörfern Hillnhütten, Schweisfurt und Winterbach.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt im Ferndorftal und wird von der Bundesstraße 508 durchzogen. Die Hilchenbacher Stadtteile Dahlbruch und Müsen sowie das zur Stadt Kreuztal gehörende Kredenbach gehen ineinander über.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1467 wurde Dahlbruch erstmals als Dailbroche in einer Renteirechung erwähnt. Für das Jahr 1504 ist eine Blashütte feststellbar, in der Eisenstein verarbeitet wurde. 1563 lebten 36 Menschen in drei Wohnhäusern. Am 25. Mai 1769 wurde in Dahlbruch ein Reckhammer errichtet. 1815 war die Einwohnerzahl auf 167 gestiegen. 1846 wurde der erste Friedhof in Dahlbruch angelegt. Am 1. März 1884 wurde die Eisenbahnstrecke Kreuztal—Hilchenbach eröffnet. Am 27. August 1901 wurde Hillnhütten eingemeindet.[1] Bis zur kommunalen Neugliederung am 1. Januar 1969 gehörte der Ort dem Amt Keppel an.[2]

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1784 wurde in Dahlbruch, auf dem heutigen Ernst-August-Platz, ein Schulhaus errichtet. Es wurde 1873 durch ein neues Schulgebäude ersetzt. Von 1957 bis 1966 entstand an der Hochstraße ein Neubau für die Evangelische Volksschule Dahlbruch, aus der 1968 die Adolf Reichwein-Hauptschule hervorging.

Außerdem gab es von 1912 bis 1930 und von 1947 bis 1969 eine katholische Schule neben der katholischen Kirche an der Talsperrenstraße. 1970 bis 1981 wurde das Gebäude durch eine Sonderschule für Lernbehinderte, die Pestalozzischule der Stadt Hilchenbach, genutzt.[3]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Dahlbruch gibt es eine evangelische Kirche, die zur Kirchengemeinde Müsen gehört[4], sowie die 1891 „im Zuge der ‚Siegerländer Erweckungsbewegung‘ gegründet[e]“ Evangelische Gemeinschaft Dahlbruch[5], die heute Mitglied im Evangelischen Gemeinschaftsverband Siegerland-Wittgenstein ist. Von 1899 bis 1900 wurde die als „Keppeler Dom“ bezeichnete Katholische St. Augustinus-Kirche errichtet. Sie erhielt 1960 einen Neu- und Erweiterungsbau.[6]

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[7]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SMS Group GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SMS Group GmbH: Werksgelände in Dahlbruch

Dahlbruch wird dominiert von der Fertigungsstätte der SMS Group GmbH, die sich entlang des Ferndorf-Baches und der B508 durch den Ort zieht. Die SMS Group GmbH ist Weltmarkt-Führer im Walzwerks-Bau und einer der größten Arbeitgeber der Region. Die Siegener Maschinenbau-AG (Siemag) wurde 1918/19 gegründet und produziert seit der Übernahme der Gebrüder Klein-AG 1927 auch in Dahlbruch. Die SMS Group GmbH hat weltweit etwa 8.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2007 einen Jahresumsatz von fast drei Milliarden Euro. Das Familienunternehmern wird in vierter Generation von Heinrich Weiss geleitet, dem ehemaligen Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie BDI.[8]

Eisenbau Krämer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Gelände der Siemag befinden sich die Werksanlagen von Eisenbau Krämer. Das mittelständische Familienunternehmen wurde 1921 von Karl Krämer gegründet und ist ein weltweit bekannter Spezialist für längsnahtgeschweißte Stahlgroßrohre. Rohre von Krämer wurden unter anderem im Dortmunder Westfalenstadion und im Luxushotel Burj Al Arab in Dubai verbaut. Eisenbau Krämer hat Produktionsanlagen in Dahlbruch, Littfeld und Recklinghausen, der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Dahlbruch.[9]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde:

Weitere Persönlichkeiten:

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 225.
  2. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 70.
  3. Heinz Bensberg: Sammlung der Berichte über Themen aus Dahlbruch. Website von Heinz Bensberg, abgerufen am 23. März 2016.
  4. Homepage der Kirchengemeinde Müsen auf der Website des Kirchenkreises Siegen.
  5. Homepage der Evangelischen Gemeinschaft Dahlbruch.
  6. Erwin Isenberg: Historie: Wie alles begann … Zur Geschichte der katholischen Pfarrgemeinde St. Augustinus Keppel. Website des Pastoralverbundes Nördliches Siegerland, abgerufen am 23. März 2016.
  7. Stadt Hilchenbach » Der Bürgermeister: Einwohnerzahlen. Abgerufen am 16. Dezember 2017.
  8. Heinz Bensberg: Familie Weiss: Vom Handwerksbetrieb Weiss zum Weltmarktführer der SMS Gruppe. Website von Heinz Bensberg, abgerufen am 23. März 2016.
  9. Homepage der Eisenbau Krämer GmbH, abgerufen am 23. März 2016.