Laar (Duisburg)

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Duisburger Stadtwappen
Laar
Stadtteil von Duisburg
Karte
Karte von Laar
Basisdaten
Koordinaten: 51° 27′ 54″ N, 6° 44′ 0″ OKoordinaten: 51° 27′ 54″ N, 6° 44′ 0″ O
Fläche: 2,54 km²
Postleitzahl: 47119
Vorwahl: 0203
Bevölkerung [1]
Einwohner: 6329 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte: 2492 Einwohner/km²
Ausländeranteil: 30,8 % (1947)
Gliederung
Stadtbezirk: Meiderich/Beeck
Ortsteilnummer: 304
Eingemeindung: 1. Oktober 1905
Laarer Rheinfront

Der rechtsrheinische Duisburger Stadtteil Laar liegt nördlich der Ruhr, zwischen Ruhrort und Beeck, und gehört zum Duisburger Stadtbezirk Meiderich/Beeck. Laar hat 6.329 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2016) und liegt direkt am Rhein.

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Laar geht vermutlich auf hlar zurück, was etwa „Weideplatz“ bedeutet. Erwähnt wurde Laar (by Lare teghen Hombergh) erstmals 1280 in einer (verlustig gegangenen) Urkunde der Abtei Hamborn, die die Fischereirechte behandelt.[2] Die zweitälteste Urkunde von 1282 behandelt die Eigentumsverhältnisse, die bis dahin bei Mechthild von Holten gelegen hatten, die den Hof Laar im Amte Beeck dann aber an das Kloster der Zisterzienser in Sterkrade veräußerte.[3]

Später scheint der Hof Laar wie auch Heckmannshof für das Duisburger Hospital erworben worden zu sein. Bis ins 19. Jahrhundert hinein war Laar ein kleines Bauerndorf, dessen Bewohner sich von der Landwirtschaft und vom Fischfang ernährten. Noch 1845 lebten in 28 Häusern lediglich 263 Einwohner in Laar.

1853 erwarb die Aktiengesellschaft „Phönix“ in Laar 80 Morgen Land für ein Hüttenwerk. Bereits ein Jahr später konnten auf dem fruchtbaren Laarer Ackerboden die ersten drei von geplanten 12 Hochöfen in Betrieb genommen werden. Tausende von Arbeitern strömten aus allen Gegenden herbei, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Im Jahre 1900 lebten 9284 Einwohner in Laar, 1925 waren es bereits 16431 Bürger. Das Hüttenwerk Phönix wurde zum größten Arbeitgeber der Umgebung und Laar zum größten Steuerzahler der Bürgermeisterei Beeck-Holten. Deshalb gab es 1881 sogar Bestrebungen, Laar zur selbstständigen Gemeinde zu machen, was die königliche Regierung jedoch untersagte. 1904 wurde Laar mit Beeck und Beeckerwerth Ruhrort angegliedert, bereits 1905 erfolgte die Eingemeindung Ruhrorts nach Duisburg.

Das Rheinvorland war früher Lagerplatz für Kohle, später wurden auch Erzlager angelegt. Eine Werksbahn, die sog. Pfeilerbahn, führte durch den Ort zum Hüttenwerk. Heute besitzt Laar die wohl ansprechendste Rheinpromenade Duisburgs. In den 1970er Jahren wurden der Deichkronenweg und der gepflasterte Uferpromenadenweg mit Sitzgruppen und Spielmöglichkeiten angelegt. Der Naherholung dient auch der Florapark. 3 Kindertageseinrichtungen und eine Grundschule sind in Laar beheimatet.

Neben der Bürgervereinigung Laar, dem im Jahr 1874 gegründeten und damit ältesten Bürgerverein Duisburgs,[4] gibt es zahlreiche andere Vereine in Laar, beispielsweise die Karnevalsgesellschaft Rot-Gold Laar, die Sportvereine SV Laar 21, VfvB Ruhrort/Laar und das Taekwondo-Center Laar, die kfd St. Ewaldi, der CVJM Laar und die St.-Ewaldi Schützengesellschaft. Das Wohndorf Laar ist eine 11.000 m² große Wohnanlage für ältere und behinderte Menschen mit Pflegeheim, Gemeinschaftseinrichtungen, Café und Dienstleistungszentrum. Außer der katholischen St.-Ewaldi-Kirche und der evangelischen Kirche gibt es auch eine neuapostolische Kirche und die Sultan-Ahmed-Moschee. An den Zweiten Weltkrieg erinnert immer noch der längst zugemauerte Bunker am Marktplatz.

Laarer Junge

Die Feuerwache 2 der Berufsfeuerwehr wurde inzwischen abgerissen und die Feuerwehren Homberg und Laar in der neuen Wache auf der Rheindeichstraße in Homberg zusammengelegt. Aber die Freiwillige Feuerwehr ist mit ihrer Löschgruppe 201 noch immer in Laar vertreten. Außerdem ist das Institut für Angewandte Materialtechnik der Universität Duisburg-Essen in Laar beheimatet. Bekannt ist der „Laarer Junge“, eine Steinfigur auf einem Haus an der Deichstraße 50, der die Schiffer auf dem Rhein grüßt.

Während die industrielle Vergangenheit immer noch gegenwärtig ist, erinnern nur noch einige Straßennamen an das bäuerliche Laar. Am Giebel des einzigen erhaltenen Hofes, dem Lakumshof, ist der Wahlspruch für die Laarer zu lesen: „Am würdigen Alten in Treue halten, am kräftigen Neuen sich stärken und freuen“.

St. Maximilian und Ewaldi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kath. Kirche St. Ewaldi

In Laar steht eine der imposantesten Kirchen der Umgebung. Die Kirche der katholischen Pfarrgemeinde St. Ewaldi mit ihrer repräsentativen Doppelturm-Fassade gilt vielen als „Dom“. Einer der beiden hohen Turmhelme wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut. Die Bezeichnung "Dom" wird auch in einem Lied der Kaktusspatzen, einer Gesangsgruppe der KG Rot-Gold Laar, aufgegriffen.

Nach den Umstrukturierungen des Bistums Essen im Jahr 2006 wurde die katholische Laarer Gemeinde offiziell der Ruhrorter Gemeinde St. Maximilian unterstellt. Seitdem heißt die Gemeinde „St. Maximilian und Ewaldi“, die Laarer Kirche bleibt jedoch als so genannte Filialkirche erhalten.

Eine weitere Besonderheit bildet die in Duisburg einmalige Koexistenz einer katholischen Kirche und einer islamischen Moschee in direkter Nachbarschaft.

Straßennamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Hagenbeckshof · Am Heckmannshof · Apostelstraße · Arndtstraße · Austraße · Bessemerstraße · Beukenbergstraße · Deichstraße · Eligiusstraße · Emscherhüttenstraße · Erzstraße · Ewaldistraße · Florastraße · Franklinstraße · Friedrich-Ebert-Straße · Friesenstraße · Heinrich-Becker-Straße · Im Wohndorf · Jahnstraße · Kanzlerstraße · Laarer Straße · Mühlenfelder Straße · Rheinstraße · Schillstraße · Scholtenhofstraße · Spatenstraße · Stepelsche Straße · Thomasstraße · Turmstraße · Wattstraße · Werthstraße · Zwinglistraße

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch die in den Artikeln zu Duisburg und Beeck angegebene Literatur!

  • Bürgervereinigung Duisburg-Laar (Hrsg.): Duisburg-Laar - Eine Reise in die Vergangenheit - 125 Jahre Bürgervereinigung Duisburg-Laar, Duisburg 1999.
  • Bürgervereinigung Duisburg-Laar (Hrsg.): 120 Jahre Laarer Bürgervereinsgeschichte und die Geschichte Laars, Duisburg 1994.
  • Bürgervereinigung Duisburg-Laar (Hrsg.): 700 Jahre Duisburg Laar 1282-1982, Duisburg 1982.
  • Pastor Lic. theol. Friedrich Kuhr: 75 Jahre evangelische Gemeinde Laar 1900-1975. Chronik der Evangelischen Kirchengemeinde Duisburg-Laar. Duisburg 1978.
  • Günter von Roden: Die Anfänge der katholischen Schule in Duisburg-Laar. Ein Beitrag zur Schulgeschichte im Rahmen industrieller Entwicklung. Bonn 1978.
  • Ulrich Zumdick: Hüttenarbeiter im Ruhrgebiet. Die Belegschaft der Phoenix-Hütte in Duisburg-Laar 1853-1914. Stuttgart 1990.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Laar (Duisburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerstatistik der Stadt Duisburg am 31. Dezember 2016 (PDF; 21 kB)
  2. Ludger Horstkötter: Urkundenbuch der Abtei Hamborn mit Übersetzung und Kommentar, Band 1 (1139–1467), Münster 2008, S. 69 ff, Nr. 10.
  3. Bürgervereinigung Duisburg-Laar (1982), S. 16 ff.
  4. Siehe Website der Bürgervereinigung Duisburg-Laar.